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Oel.
Heiligen; eine wurde vor einigen Jahrenin Arles gefunden, wie denn der Cultusdes hl. Mennas auch im Abendlande vielverbreitet war (de liossi Bull. 1869, 20.31. 32. 44. 46; 1872, 25—30, tav. II;Bonner Jahrb. LXIX, Taf. III 4 ; unsereAbb. Fig. 337). Den gleichen Zweck wiediese Ampullen hatten wol eine AnzahlLampen, welche durch die hellgelbe Farbeund die Art ihres Thons ebenfalls aufägyptischen Ursprung hindeuten und ent-weder ähnliche durch su?.oy(a am bestenzu ergänzende Heiligennamen im Genitiv,z. B. xoü äytou KupihXou, roü aytou äßßSSepytou,oder eigentümliche Monogramme Christienthalten. Yermuthlich dienten diese Lam-pen, um von den Pilgern an den hl. OrtenPalästina’s oder an den Gräbern berühmterHeiliger angezündet und dann mit demReste des Oeles als fromme Erinnerungmitgenommen zu werden (de Rossi Bull.1866, 72; 1867, 12. 14). Die meisten die-ser Ampullen und Lampen scheinen dem5. und 6. Jahrh. anzugehören.
5) Wegen der Beziehung zu den Hei-ligen gebrauchten die Gläubigen vertrauens-voll das 0. aus den Lampen vor derenBildern, wie man in Italien noch jetzt be-merkt, dass die Andächtigen in solches 0.den Finger tauchen und damit sich segnen.Wunder, welche mit Anwendung diesesOeles gewirkt wurden, berichten die Mirac.s. Georg. VI 55 (Acta SS. April. 23), dieVitae ss. Cyr. et Ioan. (Acta SS. Ian. 31),Vita Eudocini I 9 (Acta SS. Iul. 30), dieVita Euthymii (Cotel. Mon. Graec. II 325).
6) Das 0., welches aus den Reliquienoder den Gräbern der Heiligen floss. Diese jThatsache, welche bekanntlich noch immer ■.am Grabe der hl. Walburgis zu Eichstättsich ereignet, wird berichtet von den Re-liquien der hhl. Apostel Andreas und Mat- jthäus, des hl. Johannes des Almosengebers, ]des hl. Euthymius d. Gr., des hl. Felixvon Nola, der hl. Glyceria, der hl. Euphe-imia (TJieoph. Raynaud Opp. VIII517—522), jvon dem Grabe des hl. Samson (Surius \Ian. 27), des hl. Petrus von Clusina in!Toscana (Acta SS. Ian. 15, p. 1074), des!hl. Eligius (Surius Dec. 1), der hhl. Nico-!laus von Myra, Theodorus Stratelates |(Goar p. 452) und besonders des hl. De-metrius (Analecta do unguento seu oleos. Demetrii im Supplement der Werke desSimon Metaphrastes, Migne Ser. Gr. 116).Diese Substanz wurde auch Manna ge-nannt (Gregor. Titron. De mirac. I 30:Ducange v. Manna und p.dwa). Ueber einBild der allerseligsten Jungfrau zu Con-stantinopel, aus welchem im 7. Jahrh. 0.* 7 \’ li.Adamannus De locis sanctis III 5.
andere Beziehung des Oels zuden Reliquien wurde dadurch hergestellt,
dass, wie man durch die Oeffnungen (Fo-ramina, Fenestellae) der Confessio Tücher(Brandea; s. d. Art. Confessio) herabliess,so auch 0. auf den innen stehenden Schreingoss; dieses 0. wurde durch hinabgelasseneTücher oder Schwämme (Iacula) oder ver-mittelst kleiner Gefässe wieder herauf-gezogen und als Oleum s. martyris von denGläubigen ehrfurchtsvoll mitgenommen.
Ista superficies tabulae gemino patet ore,praebens infuaae subiecta foramina nardo,quae cineris saneti veniens a sede reperta9anctificat medicans arcana Spiritus aura.
Haec subito infusos solito sibi more liquorespocula de tumulo terra subeunte biberunt,quique loco dederunt nardum exhaurire pa-rantes,
ut sibi iam ferrent, mira novitate repletispro nardo iaculis [al. vaselis] cumulum erum-pentis arenae
inveniunt.
(Paulini Nat. XIII 590—599.)
Martyris hi tumulum studeant perfundere nardo,et medicata pio referant unguenta sepulchro.
(Id. Nat. VI 38.)
Aehnliches berichtete Paulinus Petrocorius(De vita s. Martini V) vom Grabe des hl.Martin von Tours. In den vielen Berichtender hl. Väter über die Wunder, welcheunter Anwendung solchen Oeles gewirktwurden, ist nicht immer angegeben, welchevon diesen fünf Arten gemeint ist. Soheisst es beim hl. Augustin (Civ. Dei XXII19) von einer Todtenerweckung: amicorumeius quidam ... suggessit, ut eiusdem mar-tyris (des hl. Stephanus) oleo corpus perun-geretur. Factum est et reviviscit.
8) Als verehrungswürdig und zur Kran-kenheilung heilsam galt auch das 0. ausden Kirchenlampen. So sagt der hl. Chry-sostomus (Hom. 32 [al. 31] in Matth, c. 6):viel ehrwürdiger ist der Tisch und dieLampe in den Kirchen, als die in eurenHäusern: das wissen alle, welche, mit deren0. frühzeitig gesalbt, von ihren Krank-heiten befreit worden sind.
9) 0. Hess man auch von solchen heilig-mässigen Personen segnen, welche wederBischöfe noch Priester waren: so die Kö-nigin von Persien durch Simeon Stylites(Theodoret. Vita Simeon. Styl. c. 11), vieleKranken von der hl. Klosterfrau Monegard570 (Gregor. Turon. Vit. l’atr. XIX 4).Mehrere andere Beispiele s. bei loh. Andr.Schmidt Dissert. de curatione morborumper oleum sacrum.
10) Bezüglich des religiösen Gebrauchesdes Oeles von Seiten häretischer Sectenist zu erwähnen, dass nach dem Zeugnissdes Erzbischofs Turibius von Astorga 447(Ep. ad Idac. et Cepon.) es Manichäer gab,welche mit 0. tauften, und dass die Ne-