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Officium divinum.
autiph. c. 65 aber 3. 4. 6. 22. 24. 26. 39.40 u. 41 an. Man vergleiche damit diePsalmen und Lesungen der heutigen Todten-mette, um deren hohes Alterthum zu er-kennen. Ueberhaupt zeigt das heutige Offi-cium mortuorum ganz den Charakter deralten Todtenfeier: ein Nocturnalofficium(die alten Vigilien), Laudes (alte Matutin,worauf die Messe folgte) und Officium ve-spertinum, zu welchem sich die Gläubigenohnehin in die Kirche begaben; hier galtes aber dem Todten. Nur diese drei Ho-ren kennen auch die alten orientalischenLiturgieen. Nicht zu verwechseln mit denGebeten des Officiums sind die sog. Dia-coniae oder Einsegnungsgebete, bestehendaus Responsorien, Antiphonen u. Psalmen,Kyrie eleison, Pater noster und der Col-lecta. — Ein neuentdecktes griechischesTodtenofficium im Bulletin hellenique 1877(I) 321. Greiser De Christian, funere, In-goist. 1611. Marlene De rit. III 12—15.Murat. Anecdot. I disq. 17. Gerbert Lit.Alem. disq. praev. XI. B interim IV, 1,434 und VI, 3, 416. kuif.g.
OFFICIUM DIVINUM. 1) Name. Manbezeichnet mit diesem Namen das stehendeliturgische oder Stunden-Gebet, welchesdie Kleriker und Regularen jeden Tag zubeten verpflichtet sind. Ausser der zu-treffendsten Benennung 0. d., d. i. der Gottschuldige Gebetsdienst, die sich schonbei Hieron. Ep. 22 ed. Vallarsi § 37 undin der Vita Pachomii (reddamus Dominoofficium) findet, kommen in den erstenJahrhunderten bereits die Namen horaeapostolicae, horae canonicae vor (s. d. Art.Gebet I 553 ff.); ferner in der Regula s.Bened. c. 47: opus Dei, und c. 19: opusdivinum, augenscheinlich Gegensatz zuopus manuum (quotidianum), c. 48. OpusDei für Stundengebet auch bei Greg. M.1. IV, Ep. 18. Cursus heisst dasselbe ver-mutlich, weil es sich nach dem Sonnen-lauf richtete. So in der Reg. s. Columb.c. 47. Gregor. Turon. De glor. mart. Isagt, er habe ein Werk De cursibus eccle-siasticis geschrieben; ib. c. 2: exsurgenteabbate cum monachis ad celebrandumcursum. Später schreibt Bonifatius demKlerus vor, ,ut speciales horas et curmmecclesiae custodiant 1 . Wie Officium (divi-num) das tägliche Gebetsopfer der Men-schen im Gegensatz zum göttlichen (sacri-ßciumj bezeichnet, so weist die Bezeich-nung Cursus divinus auf den durch Gebetgeheiligten Tages- und Jahreslauf hin.Der Kleriker hat seinen Dienst (Offi-cium) in Stationen des Tages (Cursusdiurnus) und der Nacht (Cursus noctur-?oq a | 3 Ellren wache (Ps. 120, 3. 4 und1-9, 6). Das griechische Jiiva-n,
jCollecta, das die Abendländer ebenfallsgebrauchten, deutet auf die gemeinsame. Abbetung, xavdiv (xavu>v tt;j tfiaXgipSta«,
! sagt Basilius in seiner Regula) auf dasFeststehende dieser Gebetsweise hin (vgl.•Job. Moschus Prat. spirit. c. 40). UnserinAusdruck Gebetsdienst entspricht das grie-| cliische Xsi-coup^ta xwv söymv (Conc. Laodic.c. 18). Im Abendlande heisst das Offi-I cium vornehmlich noch Agenda, weil die! Abbetung pflichtmässig war, und Missaoder Missae; namentlich werden die Met-i ten Missae matutinae und die Vesper Mis-sae vespertinae genannt, weil am Endedieser beiden Horen wie am Schluss derMesse ,ite missa est‘ gerufen wurde (Conc.Agath. 506, c. 30: in conclusione matuti-narum vel vespertinarum missarum; HefeleConc.-Gesch. II 2 632). In der Regel Be-nedicts c. 17 heisst es nach jeder Höre:et fiant missae. Cassian. Instit. setzt baldMissa canonica für das ganze Officium(III 5), bald nur für einen Theil, so Missavigiliarum (III 8). Häufig wird das Offi-cium nach dem vorzüglichsten Bestand-theil Psalmodia genannt, während diejüngere und jetzt fast einzig übliche Be-nennung Breviarium, welche zunächst fürdas Buch, in welchem das Officium ent-halten ist, und dann für den Inhalt selbstgebraucht wird, auf die Revision undVerkürzung hinweist, die vermuthlich Gre-i gor VII mit dem Officium vornahm, in-i dem er den Inhalt der für den Gebets-dienst nöthigen vier Bücher: Psalterium,Lectionarium, Antiphonarium und Marty-rologium, verkürzte und in ein einzigesCompendium — Breviarium Romanum —vereinigte.
2) lieber Quellen und ursprüng-liche Form herrscht Dunkelheit; dochgeht das morgen- und abendländische Offi-cium unleugbar auf dieselbe Quelle zurück;denn bei aller Verschiedenheit tragen dochbeide denselben Grundtypus. In der wei-tern Ausbildung gingen dann die morgen-und abendländischen Officien auseinander.Grossen Einfluss auf die Weiterentwick-lung des Officiums übten die klösterlichenInstitute, die den Gebetsdienst als ihrhauptsächlichstes Officium oder Opus Deiansahen. So enthalten seit dem 4. Jahrh.die einzelnen Mönchsregeln Bestimmungenüber die Abhaltung der Gebetszeiten beiTag und bei Nacht. Das monastischeOfficium der Orientalen schildert uns Cas-sian (De instit. lib. II u. III), das derAbendländer vorzugsweise S. Benedict (Reg.c. 8—19). Im Abendlande wurde der rö-mische Ritus von massgebender Bedeutungfür die Ausbildung des Officiums, und mitAusnahme des ambrosianischen und moz-arabischen Officiums bildete der lateinische