Officium divinum.
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«Gcbetsritus trotz mancher localer Abwei-chungen die Grundlage aller anderen Of-ficien.
Ein Haupttheil dieses liturgischen Ge-betes, an welchem sich Jahrhunderte lang«uch die Laien betheiligten, war für dieNachtzeit (cursus nocturnus, vigiliae, ho-rae vigiliarum) und den frühen Morgenbestimmt, wie auch Basilius und Chryso-stomus oft von dem nächtlichen Gebets-dienste reden.
Im Anschluss an das unter Art. GebetI 553 ff. Yorgetragene über Entstehungder apostolischen oder kanonischen Ge-betsstunden sei hier noch bemerkt, dassseit dem 3. Jahrh. neben den drei Horaeapostolicae folgende Gebetszeiten sich her-ausstellten.
a) Die M a t u t i n , Officium matutinum,zur Zeit der Morgendämmerung als Mor-gengebet, entstand mit dem Officium ve-spertinum im 3. Jahrh. Name und In-halt wechselten im Laufe der Zeit. Bene-dict sagt in der Reg. c. 8: matutini (sc.psalmi) qui incipiente luce agendi sunt,subsequantur, nämlich der Hora vigilia-rum. Diluculum nennt Hievon. Epist. adEustoch. c. 37 diese Gebetszeit. UnterAnlehnung an die Eintheilung der Nachtin vier Vigilien, wie sie bei den Altenüblich war, theilten die Christen bez. dieMönchsgenossenschaften die Nacht mit Ein-schluss der Morgendämmerung in vier Ge-betszeiten und versammelten siclr wenig-stens in gewissen Nächten, so in derNacht vom Samstag auf den Sonntag, jebeim Beginn der zweiten, dritten undvierten Vigil, d. i. um neun, zwölf und•drei Uhr, zu den Vigiliae nocturnae.Man nannte diese Gebetsstunden Cursusprimus, secundus und tertius (Ueberrestesind die jetzigen drei Nocturnen); in denanderen Nächten kam man nur einmalzum Gebete zusammen (daher die eineNocturn im heutigen Ferial-Officium). Ge-gen Ende der vierten Vigil, d. i. zur Zeitder Morgendämmerung (matuta — aurora),betete man das Officium matutinum, wel-chem unsere Laudes entsprechen. Es be-gann (wie jetzt noch die Laudes) mit demRs. 62 (Psalmus matutinus, <5p^P‘-
Deus, Deus meus, ad te de lucevigilo. Athanasius, Chrysosiomus und Cas-sian erwähnen dessen und geben die Gründefür die Wahl dieses Psalmes an. Mit Rück-sicht auf die Stundenzahl der einzelnenVigilien recitirte man in jeder Nocturndrei Psalmen und ebenso in den Laudes(Sozom. Hist. eccl. III 13). Als der Eiferfür dieses Gebetsopfer bei den Laien nach-liess, versammelte man sich, wahrschein-lich seit dem 5. Jahrh., nur noch zur"vierten Nachtwache oder Morgendämme-
rung und betete das Nacht-Officium (Noc-turnen) und die Laudes auf einmal, wes-wegen der Name (Preces) matutinae aufdie Nocturnen übertragen wurde. Da derZeitraum zwischen Morgendämmerung (Ma-tutin) und neun Uhr (Terz) zu lang schien,legte man eine neue Gebetsstunde zwi-schen hinein, die Prim (prima hora);nach Cassian. Instit. III 4 haben Mönchein Bethlehem zu Anfang des 5. Jahrh.diesen Gebrauch eingeführt.
1?) Schon im 3. Jahrh., wenn nicht schonfrüher, wie manche Liturgiker glauben,war das Officium vespertinum in Uebung,dessen bereits die Constit. apost. XIII 31u. VIII 34, dann das Covc. Laodic. (c. 341,c. 18: Tvjv auTT]v litToupyiav itüv suyüjv . . .!v sTTCspati dtpstXstv yivsaflai; vgl. Hefele C.-Gesch. I 2 763; Basil. In regul. interrog.37; Ambros. 1. III, ep. 2; Hiet'on. Ep. adEustoch. de virg. custodia) und Epitaph.Paul. c. 10 gedenken. Augustinus (Serm.in Ps. 29) sagt von der Vesper: vesperafit, quando sol oceidit. Ueher die nahe-liegende Ableitung des Namens von derZeit, wo der Abendstern (vesperus) sicht-bar wurde, vgl. Isidor. De eccl. off. c. 22und Etymol. VI 35. Weil sie bei Sonnen-untergang bez. beim Anzünden der Lichterrecitirt wurde, erhielt sie bei den Grie-chen auch die Benennung Xir/vtzov ( Socrat.Hist. eccl. V 21) und Lucernarium (offi-cium) oder Hora lucernaria bei den La-teinern ( Hieran. Comment. in Ps. 118;Cussian. De instit. monach. III 3). EineStelle des Hieronymus aus der Ep. ad La'et.c. 9, die von der Vesper und den übrigenHoren spricht, soll hier besonders Erwäh-nung finden: assuescat (filia Laetae) ex-emplo ad orationes et psalmos nocte ex-surgere, mane hymnos canere, tertia, sexta,nona hora stare in acie quasi bellatrixChristi accensaque lucermda reddere sa-crificium vespertinum. Ebenso die StelleEpitaph. Paulae c. 10: mane, hora tertia,sexta, nona, vespera, noctis medio perordinem psalterium cantabant. Vgl. lios-u:eid. De vit. patr. 1. I (Vita Eugen, c. 9).Und die Constit. apost., welche II 59 denPs. 140 für die Vesper vorschreiben, nen-nen ihn deshalb VIII 35 ^O.oyv.oj <|/a),p.os,psalmus lucernalis. Unter den Hymnendes Prudentius trägt der fünfte Tagzeiten-Hymnus (Cathemerinon) die UeberschriftAd incensum lucernae. Bis ins 8. und9. Jahrh. beteten Griechen und Lateinerdie Vesper nach Sonnenuntergang ( BedaIn Esdr. III 28; Amalar. De offic. eccl.IV 7). Doch hatten einzelne orientalischeMönchsgenossenschaften nach Theodoret.De vit. patr. c. 2 schon früher angefangen,! die Vesper-unmittelbar nach der Non undalso vor Sonnenuntergang zu beten, eine
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