Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Officium divinum.

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begeisterten Männern und Frauen dar-gebracht wird. Die römische Kirche nahmneun solcher Gesänge in ihr Stundengebetauf, sechs aus dem A. und drei aus demN. Test.; erstere heissen Cantica de pro-phetis, letztere Cantica de evangelio oderauch kurz Evangelium und Evangelii con-centus. Jene sind die zwei Cantica Mosis(Cantemus Domino, Exod. c. 15, und:Audite coeli, Deut. c. 32), das CanticumAnnae (Exsultavit cor meum, I Kön. 2),C. Isaiae (Confitebor tibi, Is. c. 12), C.Ezechiae (Ego dixi, in dimidio dierum,Ezech. c. 38), C. Habacuc (Domine, audiviauditionem, Hab. c. 3) und C. trium pue-rorum (Benedicite omnia opera, Dan. c. 3);aus dem N. Test, das Canticum Zaeha-riae (Benedictus, Luc. c. 1), C. Simeonis(Nunc dimittis, Luc. c. 2) und C. beataeMariae (Magnificat, Luc. c. 1). Das Magni-licat ist erst im 9. Jahrh. in das Officiumaufgenommen worden ( Amalar . 1. c. IY 3u. 12). Endlich wurde einem nicht bibli-schen Gesänge die Ehre eines Canticumzu Theil, dem Te Deum, das schon Bene-dict c. 11 als solches kennt und Ambro-sianum, seil, canticum nennt; er liess esin den Vigiliae vor der Lection aus demEvangelium, sozusagen als Präfation der-selben singen. Für die Sonntagsmettenschrieb der Patriarch von Nursia je dreiCantica vor, deren Auswahl dem Kloster-vorsteher überlassen blieb. An den Sinn,in welchem die Alten die Cantica deevangelio auffassten, erinnert noch die Vor-schrift, dass sie stehend und unter In-censirung des Altars gesungen werden.

h) Die Hymnen sind im Unterschiedzu den Cantica nichtbiblische oder nichtkanonische Loblieder auf Gott in gebun-dener Rede: carmina quaecunque in lau-dem Dei hymni dicuntur, sagt nicht genaugenug Isidor. De offic. I 6; vgl. Augustin.In Ps. 148. Anfänglich sträubte sich dieKirche, solche Gesänge in ihrem Cultuszuzulassen, und noch im 6. Jahrh. verbotunter Berufung auf ältere Canones (dasConc. Laod. hatte die ifiiumxol i zu

singen untersagt) die Synode von Braga(563) c. 32 (al. 12): ut extra psalmos velcanonicarum scripturarum . . . nihil poe-tice compositum in ecclesia psallatur (vgl.Äug. Ep. 119), während das Conc. Tolet.IV (633) c. 12 bereits weit milder urteilt.Dass schon im 4. Jahrh. in Mailand nicht-biblische Hymnen im Gottesdienste ge-sungen wurden, bezeugt Augustinus (Conf.IX 12 u. Retract. I 21). Doch scheinenvor dem 6. Jahrh. solche Hymnen nur imOfficium vespertinuin und matutinum vor-gekommen zu sein ( Hieron. In Ps. 64;Hocrat. Hist. eccl. VI 8), in der Reg. s.Bened. c. 12 auch in den Laudes (matu-

tinis); auffallenderweise kennt der hl. Be-nedict ausser dem Ambrosianum nur dasTe decet laus, nach Einigen der Const.apost. VII 49 genannte Gesang, nach An-dern wiederum das Te Deum (s. d. Art.Hymnen). Gregor d. Gr., welcher dieAntiphonen und Responsorien nach Textund Melodie ordnete und berichtigte, wor-aus der Liber antiphonarius und respon-sorialis entstanden, wendete auch demlyrischen Theile des Stundengebetes seineSorgfalt zu und brachte das Officium imWesentlichen, von kleineren Aenderungenund Bereicherungen der spätem Zeit ab-gesehen, zum Abschluss.

4) Bezüglich der Riten sei nur be-merkt, dass man beim Psalmensingen stand,während bei den Lesungen die Zuhörersassen und nur der Lector stand (Bened.Reg. c. 9. 60 u. 63). Für das Morgenlands. Chrysost. Hom. 14 in I Tim.; Cassiav.

1. c. II 12). Zum Psalliren wurden dieMönche durch Klopfen oder Rufen desVorstehers oder eines damit Beauftragten(Compulsor) geweckt und versammelt (C’as-sian. 1. c. III 2 u. IV 12; Bened. Regul.c. 47: nuntianda hora operis Dei die noctu-que sit cura abbati aut ipse nuntiare auttali sollicito fratri iniungat lianc curam.

5) Composition und Gang I. desgriechischen Officiums. Das täglicheOfficium, welches jetzt im Horologiumsteht, hat als sicherlich alte Theile a) dasp. s <7 o v u x x i o v , unser Nocturnalofficium;es weicht in Manchem von diesem ab, na-mentlich durch eine grössere Einleitung,weniger Psalmen, eine Reihe von Gebetenund lange Litaneien (extevsT;). b) Das d p-fl p o v (Laudes) ist sehr umfangreich, indemes ausser 14 Psalmen, Doxologieen, 12 Mor-gengebeten und verschiedenen Troparien9 (pöott, d. i. Cantica, enthält. Die eigent-lichen Laudes (ot atvoi) bilden einen Theildes opflpov. Man sicht, das pssovoxTiov ent-spricht den Vigiliae nocturnae der alt-römischen Kirche, das opflpov dem Matu-tinum. c) Die <7>pai (Horae) umfassenPrim, Terz, Sext und Non; jede Höre miteinem psauiptov, d. i. einem zweiten In-vitatorium mit drei Psalmen, die einemähnlichen vorausgehenden Theile folgen.

d) Ein eigenthümliches Officium machendie Toirixd! aus, die, dunkel in ihrem Ur-sprung, aus Psalmen, Gebeten, Hymnen,Symbolum Nicaenum und den acht paxa-ptapot bestehend, sich je nach der Jahres-zeit an die Sext oder Non anlehnen.

e) Das EaTTEptviSv, die Vesper. In ihrist der upvoi xpiaStxoc oder ImXuyyioj soya-purrta (Anfang: 'föi? tXapov), von Basilius(De spir. s. c. 29) dem Märtyrer Atheno-genes (f c. 175) zugeschrieben, das Aus-zeichnende. In der Vesper wird das Can-