Oremus — Orgel.
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macht zu taufen und zu lehren wurde ihnennicht eingeräumt (Tert. De bapt. c. 17;Const. apost. III 9). Sie bilden deswegenauch keinen Ordo im engern Sinn desWortes, und die Ausdrücke -/sipofkat'a, or-dinatio, mit denen ihre Weihe bezeichnetwird, sind nicht von einer Ordination imeigentlichen Sinn, sondern nur von einerBenediction zu verstehen. Durch die Sy-node von Nicaea (c. 19) werden sie unterdie Laien gerechnet, da sie keine x £t P°-öeot'a, d. i. wol keine Ordination im eigent-lichen Sinn haben. S. die SpezialartikelBischof, Presbyter u. s. w. und den Art.Ordination. funk.
II. Eine Darstellung der verschie-denen (niederen) Ordines mit ihren Attri-buten bietet das Sacramentar des hl. Gre-gor M. in der Dombibliothek zu Autun,welches wir hier nach Martigny 550, bez.
Fig. 346. Goldglas (Garrucci Vetri, tav. XXIII4).
nach Martine und Durand (Voy.litt. dedeux relig. Benedictins II 153) reprodu-ciren (s. uns. Pig. 345). Besser ist diesehr schöne photographische Publicationbei Delisle Le sacram. d’Autun (Extr. dela Gaz. archeol. 1884, Par. 1884), pl. 21etc. Auf einem Goldglase ( Buonarruotitav. XVII 2 ; Garrucci Vetri, tav. XXIII 4 ;s. uns. Pig. 346) sieht Garrucci die 0.zweier Knaben als Lectoren durch den Herrnselbst vorgestellt, — ich kann mich dieserDeutung nicht anschliessen. kraus.
OREMUS (Ö£V)&ü>[asv), der Zuruf, der nachden Const. apost. durch die Diakonen ge-schah und in der alten Kirche, zur Zeitder Arcandisciplin, besondere Bedeutungals Aufforderung zu besonderen Gebetenhatte. Ihnen antwortete der andere Zu-ruf, ebenfalls von Diakonen oder Subdia-konen: flectamus genua, und nach Be-
endigung der betr. Oration: levate. DieAufforderung, welche in dieser Formellag, nannte man dare orationem und atten-dere ad prece s (von attendamus). Vgl.Augusti Hdb. II 104; Bona Rer. liturg.
11, 5, 11; Zaccaria Onomasticon ritualei. v.; Ducange i. v.
ORGEL, op'/avov (organum, fistula). Derkirchliche Gebrauch dieses musikalischenInstrumentes gehört bekanntlich erst demMA. an und es wird das von dem byzan-tinischen Hof (K. Constantin Copronymus)an Pipin gesandte Exemplar ( Einhard.Ann. ad a. 757, M. G. I 141; Ann. Petav.cont. ad a. 757, M. G. SS. I 11; Annal.Lauriss. ebd. 140) als das erste im Pran-kenreich auftretende angesehen, woraufKarls d. Gr. Künstler nach byzantinischemMuster eine andere für das Aachener Mün-ster bauten ( Ermold. Nig. IV 639, M. G.II 513; Walafr. Strabo Carm. de appa-ratu templi Aquisgran.; Monach. S. Gal-lens. I 10, II 7, M. G. SS. II 751; AdhemarHist. II 8; vgl. die Litteratur bei Otte 2I 322 f.). Doch bekundet der etwas ältereJonas von Bobbio (Vit. Columban. 2 beiMabillon Ann. ord. s. Bened. II 4) schondie Bekanntschaft mit der 0., deren Ge-brauch in der Kirche nicht ohne Wider-spruch blieb ( Martine zu c. 19 der Reg.s. Bened. bei Migne LXVI 475). Hattenoch Sidon. Apollin. (Ep. I 2, p. 6 Sirm.)es an Theodorich gerühmt, dass an sei-nem Hof keine 0. gehört werde, so rech-net ein Mönch der spätem merowingischenZeit es schon zu den Freuden des Him-mels, dass man dort ewiges O.-Spiel höre(Reg. incert. auct. c. 3 bei AGpmeLXXXVIII958). Das christliche Alterthum gilt alsoals von der Kenntniss der 0. ausgeschlos-sen. Da indessen die Wasserorgel(uSpauXoc, uopauli?, organon hydraulicum),welche der Mechaniker Ktesibios nach demPrincip der Syrinx construirt hatte ( Athe-naeus Deipnosoph. IV 23; sie enthieltsieben Pfeifen von Bronce und Rohr, indenen mittelst Wasser die Luftsäulen inBewegung gesetzt und die Töne erzeugtwurden — s. Guhl und Koner Das Lebender Griechen und Römer 2 I 241), längstbei Griechen und Römern bekannt war(zu Zeiten Xero’s wurde dieses Instru-ment wesentlich verbessert — organa hy-draulica novi et ignoti generis werden daerwähnt —; eine Beschreibung desselbenüberlieferte uns der Dichter Claudianus,der heidnische Zeitgenosse Augustins, eineschöne Abbildung desselben giebt dasNenniger Mosaik, Wilmowskg Die römischeVilla zu Nennig, Bonn 1864, Taf. I, Pig.
12. Wie beliebt das Spiel im 4. Jahrh.war, beweist Amm. Marcell. [XIV, 6, 18],