Ornat — 'QpciAoyiov.
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des Decumanus nach Sonnenaufgang vonSeiten der römischen Feldmesser gegebenhatte. ,Jeder, der den Horizont seinesWohnsitzes kennt, wird mit einer Abwei-chung von wenigen Graden den Aequi-noctialpunkt anzugeben vermögen: um sogenauer, je mehr er in und mit der Naturlebt. Dass man denselben vor der Erfin-dung des Compasses nicht hätte exactsollen bestimmen können, ist eine argeTäuschung. Die Weltgegenden ergebensich aus dem Meridian, und dieser aus derLänge des Schattens; darnach richtetensich die römischen Feldmesser. Wennman Uhren hatte, deren frühe Verbreitungim Norden schwerlich bestritten werdenwird, so hatte man auch den Meridian.Dass die Erbauer der altitalienischen Kir-chen im Stande gewesen wären, den Ost-punkt bis auf wenige Minuten genau zutreffen, falls sie dieses gewollt hätten, er-scheint nicht zweifelhaft, wenn man be-denkt, dass die alte Messkunde in leben-diger Uebung, unsere Sammlung gromati-scher Schriften dem 6. Jahrh. angehörtund noch später gebraucht worden ist.“Nissen stellt dann fest, dass von den ihmbekannten Kirchen Roms die Hauptmasse,nämlich 140, zwischen 235° und 125°, d. h.innerhalb des grössten Tagesbogens, dendie Sonne am Himmel beschreibt, liegt.Nach Osten, d. h. zwischen dem Aufgangdes längsten und des kürzesten Tages, ca.235—303° liegen 43, nach Süden zwischen304 und 53° liegen 45 Kirchen, nach We-sten zwischen 56 und 125° deren 52. Manersieht aus diesen Ziffern die totale Ver-schiedenheit der römischen (also auch alt-christlichen ?) 0. von der nordischen (bez.der mittelalterlichen), deren Denkmälereiner spätem und innerlich schon im Prin-cip vielleicht verschiedenen Entwicklungs-stufe angehören. Doch scheint die römischeUebung auch in Gallien Eingang gefundenzu haben, wenn man annehmen darf, dassSidonius Apollinaris in seinem Gedicht aufeine von B. Patiens in Lyon gebaute Kirchemit Bedacht geschrieben hat: ortum pro-spicit aequinoctialem (Ep. II 10, Opp. ed.Sirmond I 506). Leider wissen wir nicht,welchen Titel die betr. Kirche trug. Ausspäterer Zeit berichtet der Cardinal Bona,dass die älteren Kirchen nach N.-O. ge-richtet seien, wie die von Sidonius be-sungene: sic ferme antiquiores basilicaeetiam nunc constructae apparent, ut ortumrespiciant aequinoctialem (Div. Ps. c. 6).
Die Zeugnisse der mittelalterlichenSchriftsteller über die Ostung der Kirchenund ihre Gründe haben Durandus I 3, Bonaa. a. 0., Gretser De cruce I 26 zusammen-getragen. Joh. Damasc. (Orthod. fid. IV 13)erklärt als Ursachen der 0.: dass Gott
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die Sonne der Gerechtigkeit ist, Christusin der Schrift der Aufgang heisst, dasEden im Orient lag; Christus am Kreuznach Westen blickte; aufgenommen nachOsten zum Himmel fuhr und von dortwieder zum Gericht kommen wird. Fastganz übereinstimmend sind die Erklärungendes Honorius von Autun (Gemma animaeI 95), des Papstes Innocenz III (De sacroaltaris mysterio), des Durandus (Ration.V 2, n. 57). Thomas v. Aquin (II 2, q. 84,art. 3) sagt: ,adoramus versus orientemprimo quidem propter divinae maiestatisindicium quod nobis manifestatur in motucoeli, qui est ab Oriente. Secundo propterparadisum in Oriente constitutum. Tertiopropter Christum qui est lux mundi etoriens nominatur (Zach. 6): et qui ascen-dit super coelum coeli ad orientem. Etab Oriente etiam exspectatur venturus,secundum illud Matthaei: sicut fulgor exitab Oriente et paret usque ad occidentem,ita erit et adventus filii hominis.“
Es sei schliesslich noch nachträglicherwähnt, dass Dehio (Die kirchl. Baukunstdes Abendl., Stuttg. 1884, I 91) NissensHypothese, dass der Sonnenaufgang für die0. massgebend gewesen, zwar interessant,aber bei weitem nicht hinreichend begrün-det findet“. Richtig, wenn auch nicht neu,ist Dehio’s Hinweis auf die Thatsache, dasswährend die alten Basiliken Roms Altar undApsis meistens an das Westende setzen,diejenigen Ravenna’s, sowie es im MA.Regel wurde, beide an das östliche Endedisponiren, welche Disposition allerdingsaus dem Orient importirt zu sein scheint,warum, wissen wir nicht. Die beiden er-sten nach der neuen, mittelalterlichen Re-gel disponirten Kirchen Roms sind vonravennatischen und byzantinischen Herr-scherinnen gegründet: S. Paolo durch GallaPlacidia, S. Pietro in Vincoli durch Eu-doxia. Auch das ist gewiss eine richtigeWahrnehmung, dass in Folge dieses Wech-sels in der Stellung der Apside diese fortanstatt der frühem lichtlosen Umfassungs-mauer jetzt mit Fenstern versehen wurde.
III. Ueber die 0. der Leichen undGrabstätten s. den Artikel Todtenbestat-tung. KRAUS.
ORNAT der Kleriker, s. d. Art. Klei-dung II 175 ff.
“QPOAOriON ist bei den Griechen dasBuch, welches die Horae diurnae und dieOfficien derselben enthält und welchemauch das Menologium für die grösserenFeste beigegeben ist. Nilles (Kalendar.manuale p. XLV) erwähnt ausser älterenVenezianer-Ausgaben eine Editio Romanavom J. 1876.
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