Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Ostern.

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3er vergilianischen Verse missbilligte, ihnumänderte ( Martine III, lib. IV, c. 24,n. 5). Zwei andere Formeln hat Ennodius'(Opusc. 9. 10, Bibi. Lugd. IX 399 sq.). DerHymnus des Pmdentius (Cathem. V, Dres-sei 1860, 26 sq.) Ad incensum lucernaegehört aber nicht hierher, sondern für dietägliche Anzündung der Lampen am Abend{so Sirmond, Mabillon, Menard bei Mar-tern 1. c., wogegen Bened. XIV De festisn. 394 an die Feuerweihe denkt, die abernach aller Wahrscheinlichkeit selbst im8. Jahrh. noch lange nicht überall bekanntwar; s. Binterim V, 1, 214). Ihren Ur-sprung hat diese Ceremonie schwerlich,■wie Viele glauben, von den Kerzen derNeophyten, da sie sonst jedenfalls nichtden Anfang der liturgischen Handlungen•der Ostervigilie bilden könnte, sondernsie mag eher aus der alten Beleuchtung■der Osternacht (s. d. Art.) hervorgegangensein (s. Siegel Hdb. d. Alterth. IV 300).Ueber die öfter üblichen Inschriften aufdenselben s. Martene 1. c. n. 7 und Du-oange.

Litteratur: Menard In Sacr. Gregor,•not. 300 (III, II 343—346); Martene III,1. 4, c. 24, n. 5—11; Durandus Rat. div.-offic. 1. VI 80; Faes De cereis baptism.Heimst. 1712. weiss.

OSTERN. Von jeher ist das Oster-fest ein bewegliches, d. h. nicht an einen•bestimmten Monatstag gebundenes Festmnd als solches der Angelpunkt des gan-zen Systems der beweglichen Feste ge-wesen. Nach der jetzt geltenden Regel■ist Ostersonntag der Sonntag nach demFriihlings-Vollmondstage, dieser der Voll-Tnondstag, welcher auf oder zunächst nachder Frühlings-Tag- und Xachtgleiche (21.März) fällt. Nicht astronomisch wurden-die hierbei in Betracht kommenden Him-melserscheinungen bestimmt, sondern cy-clisch, und das MA. ist reich an Einrich-tungen, um die Berechnung bewerkstelligenzu können. Für den praktischen Gebrauchist es aber immerhin am besten, die in-chronologischen Handbüchern zusammen-gestellten Ostertafeln zu benützen (Pil-gram Calendar. chronol. medii potissimumaevi, Viennae 1781, 1, von 300—2000;•Grotefend Hdb. der liistor. Clironol., Han-nover 1872, 192, von 500—2000). Vom'Osterfeste aus wird das ganze System derbeweglichen Feste 9 Wochen vor- und7 Wochen nachher bestimmt, und da es35 verschiedene Ostertage (vom 22. März■bis 25. April) giebt, so sind 35 verschie-dene Combinationen des Kirchenjahres'möglich, deren handsame Zusammenstel-lung sich in den oben citirten Hand-büchern p. 61 und p. 120 findet.

Langer Zeit und vieler Kämpfe bedurftees, ehe die christliche Kirche in der ebendargelegten Regel eine allgemeine Normfür die Berechnung ihres wichtigsten Fe-stes erhielt. Wollte man diese Oster-streitigkeiten eintheilen, so Hessensich füglich drei Hauptabschnitte machen,als deren erster der theologisch-dogma-tische bis zum Concil von Nicaea im J. 325,der zweite astronomisch - chronologischevon da bis zum Auftreten des DionysiusExiguus im J. 525 gehen würde, der dritteendlich, bis Beda Venerabilis (f 735) rei-chend, als der Kampf der von der katho-lischen Kirche angenommenen Regel ge-gen provinzielle Eigenthümlichkeiten be-zeichnet werden könnte. Ist der ersteAbschnitt für den Theologen vom höch-sten Interesse, besonders seit die hierbeiin Betracht kommenden Fragen zur Eva.n-gelienkritik herangezogen wurden, so sinddie beiden letzteren für den Historikerwichtig, weil er ihrer Kenntniss bedarf,um gewisse Zeitbestimmungen machen zukönnen. Auf das schwierige und heikleGebiet der theologischen Streitfrage sichzu begeben, kann nicht Aufgabe dieserkurzen Darlegung sein, nur einen ganzgedrängten Ueberblick über diesen erstenAbschnitt soll sie bieten. Da muss an-geknüpft werden an den grossen Gegen-satz , der in den ersten Zeiten zwischenJuden- und Heidenchristen bestand. Er-stere behielten, wie so Vieles vom Mosais-mus, auch die Feier des Paschamahles bei,legten aber eine christliche Deutung hin-ein , indem sie sich des letzten Abend-mahles, das Christus am Vorabend seinesLeidens mit den Jüngern feierte, erinner-ten und daran das Gedächtniss des Leidens(iraV/a atauptoaifrov) knüpften. Danebenscheint es auch eine mit dem NamenEbioniten bezeichnete Secte gegeben zuhaben, die ohne christliche Deutung dasjüdische Paschafest feierte. Kaum im be-wussten Gegensätze hierzu haben die Hei-denchristen ihr Fest eingerichtet, d. h. eineForm für das Andenken an das Erlösungs-werk Christi gefunden. Trügen die An-zeichen nicht, so hatte man in diesenKreisen zunächst keine Jahresfeier, son-dern Wochenfesttage, indem man den derSonne geweihten Tag im Hinblick auf densymbolischen Zusammenhang zwischen die-ser und dem auferstehenden Herrn zumAndenken an die Auferstehung bestimmteund, historisch vorgehend, zwei Tage frü-her, also am Freitag, des Leidens Christigedachte ( Tertull . Apolog. c. 16; Ambros.Serm. 60). Ob schon in diesem erstenStadium gestritten wurde, wissen wir nicht,den gegebenen Verhältnissen nach ist esaber kaum anzunehmen. Sicher aber be-