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Orthodoxie — Osterkerze.
diesen Gesang gehört haben. Und dieserlautere Gesang hat das All erfüllt. Als derLogos Gottes, Leier und Zither, lebloseInstrumente, verachtend, diese Welt, undauch die kleine Welt, nämlich den Men-schen, und seine Seele und seinen Leib imhl. Geiste in Harmonie gestimmt hatte, dahat er Gott durch das Instrument vielerStimmen Lob gesungen 1 u. s. w. In ähn-licher Weise deuten Irenaeus und andere,zumal orientalische Väter, den 0. als Figurund Gleichniss Jesu Christi, und so darfes uns also nicht Wunder nehmen, dassder thracische Sänger unter diesem Ge-sichtspunkte auch in den Bildern der Kata-komben, in ähnlicher Weise wie der guteHirt, zum symbolischen Repräsentantendes Heilandes wurde. Es ist noch zu be-achten, dass auf dem Deckengemälde inS. Callisto der Künstler diese beiden Dar-stellungen in einander gezogen hat, indemer statt der wilden Thiere Lämmer zu denFüssen des 0. malt und so ihn selber halbund halb zum guten Hirten macht.
Die drei erwähnten Katakombenbildergehören dem 2. Jahrh. an. Wenn nundie kirchlichen Schriftsteller, zumal desOrients, auch in der Folge den 0. gerneals Symbol Christi auffassten und deuteten,die römische Kirche scheint von da anwenigstens die bildliche Darstellung nichtbegünstigt zu haben. Der Grund dafüraber ist in den synkretistischen Versuchender Philosophen zu erblicken, welche seitdem Anfänge des 3. Jahrh. die christlichenund heidnischen Ideen mit einander ver-söhnen wollten. Es ist bekannt, dass derKaiser Alexander Severus in seinem Lara-rium maius neben den Statuen anderergrosser Männer auch die des 0. und diedes Heilandes aufstellen liess. Wie nundie Kirche diesen Versuchen gegenübersich entschieden abwehrend verhielt, somusste sie nun auch fortan, um ihre Kin-der vor jeder Irreleitung zu bewahren,die weitere bildliche Darstellung des 0.in den Katakomben reprobiren. [Um die-selbe Zeit mehrten sich in der heidnischenKunst die 0.-Darstellungen, besonders aufgallischen und englischen Mosaiken ( ByronsReliq. Brit. Rom. I, tav. II. III. XX.XXVI; Rev. archeol., nouv. ser. I 128;Welcher ad Philostr. Imag. p. 611; Bull.Ist. arch., 1840, 115), Werke, welchede Rossi a. a. 0. 358 in die Zeit vom Aus-gang der Antonine bis in den Anfang des4. Jahrh. setzt. Dass die Scene aber auchin älterer Zeit beliebt war, beweist der Fundeines die Thiere besänftigenden 0. in Pom-pei, 1874—1875 (Em. Presuhn Pompei.Die neuesten Ausgrabungen 1874—1876,Lpz. 1878). Vgl. auch d. Art. Mythologieder christl. Kunst. K.] de waal.
ORTHODOXIE, Fest der, wurde von derKaiserin Theodora zur Verherrlichung derauf der Synode zu Constantinopel und durch,den Patriarchen Methodius wieder einge-führten Bilderverehrung angeordnet (842).
OSCULATORITJM, s. Pax.
OSCULUM PACIS, s. Friedenskuss 1542..
02H ATNAM12, s. Auvap.t; our] I 381.
OSTEN, Ostung, s. Orientirung, obenII 559.
OSTERKERZE (cereus paschalis). In den*Ceremonien des Charsamstags kommt diefeierliche Weihe einer grossen Kerze, diedurch die ganze Osterzeit in der Kirchebeim solennen Gottesdienste brennt, vor.Dieselbe ist jedenfalls sehr alt. Nicht bloss,,dass das vierte Concil von Toledo (633) c. 9ihrer gedenkt und ihre Einführung auchin Gallien verfügt, nachdem die spanischenund die Kirchen vieler Orte sie bereits ha-ben; nicht bloss, dass Gregor d. Gr. sie be-reits voraussetzt (lib. II, ep. 33, II 1117),wissen wir gewiss, sondern auch, dass sie inItalien wenigstens sicher schon zu Beginndes 6. Jahrh. stattfand, da ihrer bereitsEnnodius erwähnt. Bestünde über Person,Alter und Vaterland des Drepanius Florusnur einige Gewissheit, so könnte aus sei-nem Gedichte auf den Cereus paschalisvielleicht noch ein höheres Alter erschlos-sen werden (Bibi. Lugd. VIII 669). Voneiner Einführung durch Gregor d. Gr.aus dem Morgenlande kann also keine-Rede sein, wie Basnage meinte (s. Mura-tori De reb. liturg. diss. c. 5; Liturg. vet-1748, I 56 sq.), ganz abgesehen davon,dass der Gebrauch im Orient nicht nacli-gewiesen ist. Seit alter Zeit (z. B. beiAmalar. Offic. I 18) wird die Einführungdieser Weihe auf Papst Zosimus zurück-geführt, wogegen Andere, wie Baronius,freilich ohne es beweisen zu können, nochhöher hinaufgehen wollen. Die Sacramen-tarien haben sie alle, das Sacrain. Gelas.(I 564), das Sacram. Gregor. (II 147), dasMiss. Gothic. (II 582), welches auch denHymnus ,Exsultet‘ enthält, den der hl. Au-gustin ,cum adhuc diaconus esset, ediditet ceeinit“. Dasselbe findet sich wörtlichwieder im Miss. Gallican. (II 733) und imSacram. Gallican. (II 845). Die übrigenspäteren Ordines haben alle dieselbe For-mel, die aber vielfach mit Abänderungenvorkommt. In der Tliat sagt Augustinus(De civ. Dei XV 22), dass er ,in laudequadam cerei 1 einige von ihm mitgetheilteVerse aufgenommen habe, die sich indessin diesem Hymnus nicht mehr finden,weil, wie das alte Pontificale von Poitierssagt, Hieronymus, der die Einreihung die-