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Ostersonntag.
überhaupt erwähnt (Zeno II, tract. 32;Vict. Vit. 1. c.), die wol in manchen Kir-chen nebst der Schriftlesung abwechselnddie lange Zeit mögen ausgefüllt haben,welche die Gemeinde in der Kirche zu-bringen musste, bis die Taufspendung zuEnde gebracht war. Denn dass diese beider grossen Menge der Täuflinge oft langedauerte, ist klar. Kamen doch in grossenStädten auf einmal bis zu 3000 zur Taufe(Pallad. Yit. Chrysost. XIII 34).
6) Ob die Litanei, welche später in die-ser Yigil gesungen ward, auch schon inder Zeit, von der wir zu handeln haben,im Gebrauch war, lässt sich so leicht nichtnachweisen (s. Martine III 4, c. 24, 20).
Litteratur: Götze De vigil. paschal.vit. Christ., 1697. Krausen De pervigil.pasch. Wernsdorff De Constant. M. relig.pasch., 1758. Durand. De rat. div. offic.YI 78. 81. 82. 85. Martine III 4, c. 24.Binterim Y 1, 212—233. weiss.
OSTERSONYTAG. Als Gedächtnisstagder Auferstehung des Herrn, des Funda-mentalartikels unserer Religion (I Kor.15, 17), war der O. dem Range nach dashöchste Fest und der Mittelpunkt desliturgischen Jahres. Die Väter preisendiesen Tag als ,grossen Sonntag' (g-eyaff•/opiaxrj, Gregor. Xyss. Orat. 3 in resurr.Christi), als ,königlichen Tag unter denTagen' (ßaaiXtcrsoc xüiv Yjpepäiv ffffoa , Greg.Xaz. Orat. 19 in funere Patr.), als er-sehntes und heilbringendes Fest' (jro&eivrj-/.«l aojxVjpirK ko off, Chrysost. Hom. 85 depasch.), ,Fest der Feste, welches allenvorgeht, wie die Sonne den Sternen' (aütr]
sopxiüv r,p.Tv soprr) y.ai TravVjYupi? rotv^-yupscov,xojoüxov uTüspatpooaa Ttaaa? . . . daov daxspajrffo ?, Gregor. Xaz. Orat. 42 de pasch.).Bei den Lateinern hiess der O. Dominicagaudii (Papebroch in der Yita Pachomii,14. Mai), maxima dierum, solus magnus(Leo M. Serm. 9 de resurr. Dom.), diesindulgentiae u. s. w.
Die liturgische Feier begann mit derAusschmückung der Kirchen und Altäredurch Blumen und Fahnen (Durand. Ra-tion. I 3, n. 32). Beim Eintritt in dieKirche grössten sich die Gläubigen mitdem Friedenskuss und den Worten desEvangeliums: der Herr ist auferstanden.In der griechischen Kirche tritt der Prie-ster nach dem Evangelium vor das Bema,das geschlossene Buch auf der Brust, wor-auf die Gläubigen hinzutreten, zuerst dasKreuz auf dem Buch, dann die Schulterndes Priesters küssen, ihn umarmen undsprechen: Xptaxoj dveaxvj. Der Priester er-wiedert den Kuss ins Antlitz mit der Ant-wort : dlirjfhoc dveaxr). Dasselbe thun dieMänner unter sich, die Frauen auf ihren
Plätzen, ebenso die Kinder ohne Unter-schied (Leo Allat. De Dom. et hebdonuGraec. c. 22). Mit dem Gottesdienst standeine Procession in Verbindung, die vondem Orte ausging, wo man das Grab desHeilandes verehrt hatte und deren Zielbei Griechen und Lateinern mit Bezug-auf Matth. 28, 7 Galilaea hiess (RupertTuit. De offic. div. 5. 8). Dem Gottesdienstmussten alle Geistlichen und Laien bei-wohnen ; derselbe war ausgezeichnet durchdas feierliche Alleluia, die Absingung derPerikopen in zwei Sprachen, sowie durchdie feierliche Communion unter beidenGestalten, wozu eine ergreifende Antiphoneinlud: venite, populi, ad sacrum et im-mortale mysterium et libamen agendum.Cum timore et fide accedamus manibusmundis, poenitentiae munus eommunice-mus, quoniam propter nos agnus Dei Pa-tri sacrificium propositum est. Ipsum so-lum adoremus, ipsum glorificemus, cumangelis clamantes: Alleluia! Wenn Sozo~metrns (Hist. eccl. YII 19) berichtet, inRom sei am Osterfeste nicht gepredigtworden, so ist das unzweifelhaft richtiger,als die Versicherung desselben Autors,,man habe nur am ersten Ostertage Alle-luia gesungen. Uebrigens Hessen sich her-vorragende Päpste durch die Gewohnheitnicht binden, wie die Osterreden Leo’sd. Gr. und Gregors d. Gr. zeigen.
Die sehr umfangreiche Liturgie des Oster-sonntags bei den Lateinern liegt jetzt indem Appendix zum Sacramentar Gregorsd. Gr. und den von Mabillon veröffent-lichten Ordines Rom. vor (Alles bei MigneOpp. Greg. M. t. IV, ser. lat. t. LXXVlil).Nach dem Appendix beginnt der Bischofdie Liturgie mit einem auf die Processionbezüglichen Gebete (Via sanctorum om-nium lesu Christe), welches er in einem,Oratorium' verrichtet. Ebendaselbst wirder mit den Pontificalien bekleidet, wobeier besondere, zum Theil versificirte Ge-bete recitirt. Jetzt hebt die Processionan mit der Antiphon Resurrexi; beim Ein-tritt in die Kirche küsst der Bischof dasEvangelium und nachher alle Kleriker,sich von links nach rechts wendend, wäh-rend der Introitus gesungen wird. Nacheinem Zwischengebet küssen sich Priesterund Diakonen an den Seiten des Altars,öffnen dann das Evangelium und erhebenes in der Mitte des Altars, worauf derBischof den hl. Text küsst. Jetzt folgtdas Kyrie mit dem Uebrigen ,secundumusum', d. h. nach dem gregorianischen,mit feierlicher Oblation und dreifachemSegen nach dem Vaterunser. Vor dem-selben und der Elevation des Kelches durchden Diakon ist eine Benedictio carnis ein-geschoben, Segnung des Osterlammes, wo-