Osternacht.
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bis dahin im Gegensatz zu den Angel-sachsen , die von Anfang an den Diony-sischen Cyclus benützten, mit der ihneneigenen Zähigkeit am 84jährigen Cyclus(und zwar am ursprünglichen) festgehaltenhatten.
Litteratur: Ideler Handb. der math.u. techn. Chronol., Breslau 1825. WeitzelDie christl. Passafeier in den drei erstenJahrh., Pforzh. 1848. Piper Karls d. Gr.Kalendarium und Ostertafel, Berlin 1858.Hilgenfeld Der Paschastreit der altenKirche, Halle 1860 (in der Einleitung aus-führliche Besprechung der frühem Litte-ratur). De Rossi Inscr. Christ, urb. Rom.,Einleit. Scherer De controvers. paschal.,Lips. 1869. Hefele Conc.-Gesch. (in der2. Aufl. wesentlich andere Darstellung alsin der 1. bezüglich der ersten Phase derStreitigkeiten). kaltenurunxer.
OSTERN ACHT, Ostervigilie (pervi-gilium paschae). 1) Wenn in der altenKirche vor allen höheren Festtagen Vigi-lien gefeiert wurden, so natürlich vor demhöchsten Feste auch die feierlichste Vigil,und zwar, wie Hieronymus sagt (In Matth.25, 6), auf Grund apostolischer Einfüh-rung. Bei Tertullian (Ad uxor. II 4) fin-det sich dieselbe deutlich angezeigt: so-lennibus paschae abnoctantem. Vielfachwar auch die Meinung verbreitet, dass indieser Nacht die mxpoucn'a Christi zum Ge-richte stattfinden werde, und schon des-halb besuchte man diese Vigil so fieissig(Cotelier In Const.'apost. V 19, nota 56).
2) Seit der Zeit, da das Christenthumfreiere Bewegung erhalten hatte, feierteman diese Nacht durch grossartige Be-leuchtung nicht bloss der Kirchen, son-dern auch der Häuser. Die Väter redenvon dem Glanze derselben oft mit begei-sterten Ausdrücken ( Euseb. Vita Const.IV 22; Cyrill. Procat. 15; Gregor. Nyss.Orat. 4; Gaudenl. Brix. Tract. 5; Zenolib. II, tract. 38; Aug. Serm. 219, V 963;Sagittar- De mart. cruciat. 79 sqq.). Auchsonst prangten die Kirchen im Festes-schmuck ( Vicecomes De rit. bapt. IV 1).Vgl. d. Art. Taufe n. 21.
3) Bekanntlich war in dieser Nacht diefeierliche Taufe der Katechumenen undgalt die Ostervigilie immer als die Haupt-taufzeit (s. d. Art. Taufe n. 2). Eine grosseStreitfrage ist hierbei, ob die Gemeindebei der Taufe selbst zugegen war. DieseFrage wird meist bejaht. Aber man be-denke, wie bei der grossen Menge derTäuflinge oft auch die grössten Baptiste-rien selbst für diese kaum mögen ausge-reicht haben. Ferner hiesse das die Schamvon Täuflingen und Zuschauern der gröss-ten Gefahr preisgeben, da doch, weit ent-
fernt von der angeblichen Naivetät deralten Kirche ( Brenner Spendung d. Sacram.I 52), gerade in diesem Stücke so grosseVorsicht herrschte (s. d. Art. Diakonissenn. 5). Dann sagt Cyrill (XX 2) bloss, dasssich die Täuflinge vor den Augen Aller(nämlich derer, die anwesend waren) nichtschämten, und Greg. Nyss. (Or. 40) höch-stens, dass die nächsten Verwandten undFreunde, etwa als Taufzeugen, anwesendwaren. Sicher war es in Alexandria nurZufall und Ausnahme, wenn einer einmalnach vielen Jahren bei der Taufe zugegenwar (Euseb. H. e. VII 9). In Constanti-nopel oblag während der Taufe ein Theilder Priester der Vorlesung der hl. Schrift(Pallad . Vita Chrysost. XIII 33); in Ve-rona sang die Gemeinde unterdess ( Zenolib. II, tract. 32), was sicher nicht inner-halb des Baptisterium geschah, wo dieAbschwörungen, die Glaubensfragen undAntworten vorgenommen wurden. Das vonEugen von Carthago bei der Wasser-weihe an dem Blinden gewirkte Wunderwird erst, nachdem Alle getauft sind, vomVolk in Erfahrung gebracht ( Victor Vit.Persec. Vand., 1694, 39).
4) Inzwischen feierte also die Gemeindein der Kirche selber die Vigil mit Schrift-lesung (Const. apost. V 19; Pallad. 1. c.).Es waren verschiedene Lectionen, die inmanchen Kirchen auf das Leiden ChristiBezug hatten (Lupi et Euphronii Ep. adTalas. n. 2; Migne Patr. lat. LVIII 66). In-dess waren diese Lesungen öfter auch schonvor der Taufe (Paschasini Ep. ad Leon. 3,Ballerini, 1753, I 610) üblich, wie über-haupt hier grosse Verschiedenheit herrschte(Martine III 4, c. 24, 17—19). Denn dieTaufe wurde nicht immer mitten in derNacht (Chrysost. In I Cor. 40, 1; Zeno II,tract. 46; Pallad. Vit. Chrysost. XIII 34:•/.axd xrjv sa-spav, occasus, osuxepa X'jlcr/.Tj;vgl. noch Lupi 1. c., welcher sagt, dassdiese Vigil selten bis zum Morgen aus-gedehnt ward), sondern manchmal bei ge-ringerer Anzahl der Täuflinge erst gegenMorgen gespendet (Constit. apost. V 19,wonach die allgemeine Behauptung beiChardon Hist, des sacr. I, 1. 1, s. 1, p. 2,ch. 9 zu ermässigen ist).
5) Nach der Taufe zog man feierlichzur Kirche und zum Altäre (Victor. Vit.1. c.), die Neophyten in weissen Kleidernund mit brennenden Lichtern in grosserProcession zum erstenmal zum Altar undzwar an den ihnen eingeräumten Ehren-platz geleitend (s. d. Art. Taufe n. 15.21. 22). Dabei sang man den 41. Psalm(Aug. In Ps. 41, 1, IV 354; Cassiodor. InPs. 41, 1729, II 135; Sacr. Gelas. I 568;Sacr. Gregor. II 62. 150. 152). Es wer-den auch andere Gesänge und Hymnen