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Pallium.
doch wiederholt, dass Päpste bei Ver-leihung des Palliums ausdrücklich die Zu-stimmung des Kaisers erwähnen. Gleich-wol kann dasselbe nicht aus einem sol-chen kaiserlichen Insigne sich entwickelthaben, wie unschwer zu beweisen ist (s.D. Farabulini Archeol. ed arte rispetto aun raro monum. greco conservato nellaBadia di Grottaferrata, Koma 1883, c. 6).Auf Grund der geschichtlichen Zeugnissewerden wir die Schwierigkeiten in unsererFrage nur dann lösen, wenn wir ein zwei-faches P. sacrum unterscheiden: eines, dasjedem Bischof zustand, wie wir es in derOstkirche (bis heute) und theilweise in Gal-lien sehen, und ein solches, das (seit dem5. Jahrh.) der Papst an seine Yicare aufauch in politischer Hinsicht wichtigenPosten als besonderes päpstliches Insigneverlieh, wobei mit Rücksicht auf die po-litische Stellung der Wille des Kaisersmitbetheiligt war. Letzteres P. hat imAbendlande das erstere verdrängt und sichzu dem Metropolitankleid entwickelt. DasP. aber, das alle Bischöfe ursprünglichtrugen und das das Hirtenamt symboli-sirte, war anfänglich ein viereckiger Amic- Itus, dessen oberste Enden unter der Brust ]mit einer Fibula befestigt wurden. So!sehen wir Apostel und Bischöfe auf Kata-1kombengläsern, namentlich im 4. Jahrh.oft Petrus und Paulus, als Hirten; so Cal-listus und Marcellinus bei Garrucci Storiadelle arte crist., tav. CLXXXVIII u 2 . Die-ser Amictus, auf den die Beschreibung desu>p,o^optov, welche griechische Schriftstellergeben, genau passt, wurde über der lit(o-p.tc oder Tunica getragen und scheint fürden Altardienst reservirt gewesen zu sein, jIn diesem Amictus werden nur die Apo-stel und Bischöfe, aber auch einige alt-testamentliche Personen, wie Melehisedech, jJethro und Aaron, als Vorbilder des ewi- jgen Hohenpriesters dargestellt; auf der;Volta im Baptisterium von S. Giovanni inRom trägt es Lucas aus mystischen Grün-den, da er sein Evangelium mit der Schil-derung des jüdischen Priesterthums be-ginnt (worauf sein Symbol, der Opferstier,hinweist; Iren. Haer. XI 8; Sedul. Carm.lib. I, v. 341 u. A.), und Zacharias selbstträgt im Menolog. s. Basil. den neutesta-mentlichen Amiet (P.); das schmale Fell,das der Vorläufer über der bischöf-lichen Kleidung trägt und das unter derBrust von der Fibula zusammengehaltenwird, so an der Kathedra des Maximianzu Ravenna, ist das Pendant des P. Kurz,das alte P. ist die eigentliche Vestis pa-storalis, das charakteristische Kennzeichendes Priesterthums, tä xrjj fepioaovr]! Ttepi-ßoXatov, wie es Job. Moschus (ed. CotelierMonum. Graec. II 439) nennt. Nament-
lich sieht man bei griechischen Schrift-stellern, dass im Osten das (kpiocpopiov alsdas Kennzeichen des Bischofs galt ( Mo-schus 1. c. 412), wie ja auch die Abnahmedesselben Kleides Zeichen der Amtsent-setzung eines Bischofs war. Belege beiGarrucci 1. c. I 217 ff.
c) Beschaffenheit. Johannes Diac.in der Vita s. Gregor. IV c. 84 u. c. 80beschreibt das P. des Papstes nach einemalten Bilde desselben: pallio mediocri adextro videlicet humero sub pectore superstomachum eirculatim deducto, deinde sur-sum per sinistrum humerum post tergumdeposito, cuius pars altera super eundemhumerum veniens propria rectitudine nonper medium corporis, sed ex latere pen-det, d. i. es lief das eine Ende des schma-len (mediocre) Streifens von der rechtenSchulter in einem Halbkreis über die Brustzur linken Schulter und um den Nackenund hing zuletzt seitlich über die rechteSchulter herab, wie wir es auf manchenalten Bildwerken sehen, z. B. auf demMosaik in S. Vitale zu Ravenna ( HefeleBeiträge, Taf. 1 1 ; Marriott Taf. XXV u.XLI). Dieses P. ist also schmäler als derältere Amictus, und wurde nicht mehrmit der Fibula befestigt wie jener, nä-herte sich somit sehr der spätem Formdes Palliums. Die von Johannes beschrie-bene Gestalt ist aber älter als Gregor,wie das ravennatische Mosaik und Ab-bildungen in S. Paolo in Rom aus dem5. Jahrh. darthun. Vgl. Garrucci tav.CLXXXVIII s . Früher hing das eine End-stück nicht vertical herab, sondern liefzur linken Schulter zurück. Ueber die wei-teren Aenderungen vom 9. bis 12. Jahrh.s. Papebroch De forma pallii pontif. medioaevo mutata in den ,Propyläen“ der Bol-landisten II 320. Die Bindenform lei-tet Garrucci davon her, dass das profaneP. wie ein Plaid mehrmals zusammen-geschlagen und so um Hals und Schultergeworfen wurde, was Tertullian mit ,ta-bulatio congregata“ und Apuleius mit ,mul-tiplex contabulatio“ bezeichnen ( Sahnas . inTertull. De pall. 336 u. 339). Zum Beweiszeigt er tav. LXVII 1 ein Bild aus S. Ag-nese, wo Christus über dem profanen P.eine Binde quer über die Brust von derLinken zur Rechten laufend trägt; ähn-lich auf einem Mosaik in S. Vitale, tav.CCXLV. Wegen der Aehnlichkeit mit demalten Orarium oder der Stola hat das ältereP. bisweilen auch diese Namen. So beiNikolaus I Ep. an das Concil von Soissons865. Mit dem antiken P. hat also das P.sacrum so wenig Aehnlichkeit mehr, als dieliturgische Stola mit der profanen, aberauch keine mit dem alttestamentlichenEphod. Auch sind die älteren Pallien viel