Band 
Zweiter Band. I - Z.
Seite
582
JPEG-Download
 

582

ria7io)i7]Tpai — Parabolani.

Gegenpapst Felix, ja sogar bei Soter.Allein der fragliche Brief von Soter ( Har-douin 1 . c. I 101) ist ein pseudo-isidori-sches Machwerk, und die Uebrigen gebensich den Titel nur ausnahmsweise. Daihnen zudem ja wieder Päpste folgen,bei denen er gar nicht zu finden ist, sodürfte das Wort P. an den betr. Stellenebenso die Zuthat eines späteren Ab-schreibers der Briefe sein, wie es in einemBriefe von Leo I {Hardouin 1. c. II 15)einfach auf Rechnung des Uebersetzers zuschreiben sein wird, und die Conjecturdürfte um so begründeter sein, als derTitel im 5. Jahrh. dem päpstlichen Stuhlnoch nicht reservirt war. funk.

IIAIIOAHTPAI, detonsae Pairum coronae,die in Form einer Corona geschorenenKöpfe der Geistlichen. Ygl. Bingham I 77.

PAPSTBILDNISSE, die, in S. Paolofuori le mura. Die ersten 42 dieser Bil-der, von Petrus bis Innocenz I, sind ge-wöhnlicher Annahme zufolge unter Leo Ioder doch in seiner Zeit auf die Ober-wand der Basilika gemalt. Marangoni gabsie in sehr unzuverlässigen und das Cha-rakteristischenichtwiedergebenden Kupfer-stichen in seiner Chronologia Rom. Pontif.superstes in pariete australi basilic. s. PauliApost. depicta saec. V seu aetate s. Leo-nis pap. magni, Rom. 1751, 4°. Auch Bian-chini in seiner Ausg. des Anastasius (vgl.II, prol. p. LXX) gab Holzschnitte nachihnen. Ygl. noch (Lazari) Catalogi duoantiquiss. Pontif. Rom., quos ad Pontif.historiam primorum quattuor saec. expli-candam iterum recensitos et animadvers.illustr. exhibent PP. soc. Iesu in colleg.Rom., Rom. 1755. Benedict XIY hattediese Papstbilder ausbessern und fortsetzenlassen, bei welcher Arbeit sie an archäo-logischem Werth jedenfalls schwere Ein-busse erlitten. Im J. 1823 vernichtete dergrosse Brand der Paulskirche die Ostwandmit den ältesten Bildern keineswegs; siewurden durch den Maler PellegrinoSucci von der Wand losgelöst, leiderohne die zwischen den einzelnen Medail-lons stehenden Inschriften, und endlichin neuester Zeit an den Wänden der Cor-ridore des benachbarten Klosters aufge-stellt. De Rossi, welcher den Secretär derBaucommission, Moreschi, bei dieserArbeit unterstützte, giebt darüber Bull.1870, 122 f. Bericht. Danach sind vonden 42 Bildern zwei, die des Eleutheriusund Dionysius, verloren. Festgestellt sinddann von den übrigen alle bis auf fünf,deren Bezeichnung zweifelhaft bleibt: n. 29:Caius; n. 32: Eusebius; n. 33: Miltiades;n. 37: Liberius; n. 39: Damasus; ausser-

dem sind auch n. 36 (Iulius) und n. 38-(Felix) nicht mit Sicherheit identificirt.

Eine Frage von höchstem Interesse istnatürlich die, ob man eine Porträtähnlich-keit für jene ältesten Bilder annehmendarf. Sie muss leider, mit Munter Sinnb.II 125, verneint werden, und nicht bloss-bis zum 12. oder 13. Jahrh., sondern wolnoch etwas tiefer herab, bis zur Früh-renaissance.

Die Sitte, an den Hochwänden der Schiffe'oder in den Arcadenzwickeln die Bildnissevon Bischöfen anzubringen, war keines-wegs auf Rom beschränkt. Wir treffensie u. A. auch in Ravenna, wo in S. Apol-linare in Classe die Brustbilder von 129'ravennatischen Bischöfen angebracht wa-ren (jetzt durch spätere Malerei des Do-menico Barbiani und Giambattista Robertierneuert), ebenso in S. Pietro in Grado-bei Pisa. Auch die Brustbilder von Bi-schöfen oder Aebten in der St. Georgs-kirche auf der Reichenau {Kraus Wand-gemälde der St. Georgskirche, Taf. XII}sind als Nachklang jener altchristlichenSitte anzusehen. Dass Hr. Deliio diese alseine Nachahmung der altrömischen Auf-stellung der Penaten und Yerwandten-bilder im Atrium der Wohnhäuser ansieht(Kirchl. Baukunst des Abendl. I 71), sei-hier nur der Yollständigkeit halber er-wähnt. KRAUS.

11APA BAHTISMATA, die im Hause oderin Privatbaptisterien gespendeten Taufen,,welche durch Concilien und kaiserlicheEdicte verboten waren. Ygl. Conc. Const.sub Menna art. I, c. 70, ed. Crab. {LabbeY 25). Dazu Bingham IV 259.

PARABOLANI. Unter diesem Namen-erscheinen in der alten Kirche Kranken-wärter, welche für ihren Dienst kirch-lich inaugurirt und deshalb von Theodo-sius in Cod. üb. XYI, tit. 2 de episc. 1. 42zu den Klerikern im allgemeinen Sinn desWortes gerechnet wurden, ohne jedocheinen eigenen klerikalen Ordo zu bilden;sie scheinen mehr als eine religiöse Ge-nossenschaft (Bruderschaft) gegolten zuhaben. Ihr Geschäft brachte es mit sich,,dass sie zu Zeiten pestartiger Krankheitenoder auch bei der Pflege einzelner, vonansteckenden Krankheiten Befallener ihrLeben der äussersten Gefahr aussetzenmussten. Daher stammt denn auch ihrgriechischer Name 7rapaßaXoc (TtapaßdXXü)),aufs Spiel setzend, wagend, verwegen; siesollten damit als Leute bezeichnet wer-den, welche ein irapdßoXov spY 0V - eine ge-fährliche Verrichtung zu leisten hatten.Ygl. mit dem classischen •>*P U X T 1 V n «p®ßotXX6-p.evoc‘, ,mit Verachtung des Lebens käm-