Band 
Zweiter Band. I - Z.
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ligen Woche vorgenommen ( Augustin. Serm.144, al. 232, de temp.), findet sich für denP. angeordnet in den ältesten römischenOrdines, in dem Comes des Pamelius undin einem von Mabillon (De liturg. Gallic.I 2) in Deutschland aufgefundenen altenOrdo. Die mozarabische und ambrosia-nische Liturgie schreibt die Passio Christifür Feria V in coena Domini, die galli-canisclie Liturgie für Feria VI parasceuesvor. KRÜLL.

IIANH1TPE1S TQN MAPTTPQN, s. Mar-tyrerfeste II 371.

PANIS, s. Brod I 172 f.

IIANNYXIAE2, s. Vigilien.

PANTHEON. Das P. des Agrippa inRom wird vielfach als Prototyp des christ-lichen Kuppelbaues angesehen (Adler DasP. zu Rom, Berl. 1871; de Verneilh Fragm.sur les origines de l’art byzantin, Bull,monum. XXXV 65 f.). Die Inschrift desCatervius in Tolentino ist geeignet, eineigenthümliches Licht auf diesen Gegen-stand zu werfen und jene Ableitung zubestätigen. Es heisst da, dass SeptimiaSeverina MARITO DVLCISSIMO AC SIBISARCOFAGVM ET PANTEVM CVM TRI-CORO DISPOSVIT ET PERFECIT (Fa-hr etti Inscr. dom. p. 741). De Bossi (R. S.III 472 f.), welcher dieses Epitaph zuerstnach dieser Richtung anzog, erklärt, ge-wiss richtig, das Pantheum cum tricoro der-selben als einen Polygonalbau mit dreiApsiden, der mit einer Kuppel bedecktwar und wegen seiner Aehnlichkeit mitdem Prototyp dieser Bauten, dem Agrippa’-schen Pantheon, aucli diesen Namen trug.Es liegt auf der Hand, dass die Anlageeine gewisse Verwandtschaft mit dem T ri-eh o r o n des hl. Soter is haben musste.

Die Umwandlung des P. zur christlichenKirche erfolgte bekanntlich durch PapstBonifatius IV (608—615) und mit Zustim-mung des Kaisers Phokas (602—610), alsozwischen 608—610. Eine genauere Angabefehlt im Lib. Pontif., doch wird anderwärtsder 13. Mai 609 als Einweihungstag be-zeichnet. Ueber das damit Zusammen-hängen Festum S. Mariae et omnium mar-tyrum s. I 500 f. kraus.

PAPA. Dieser Titel wurde in den erstenJahrhunderten jedem Bischof ohne Unter-schied des Ranges gegeben und er ist iden-tisch mit dem Titel Pater, der ebenfallshäufig wiederkehrte und selbst Presbyternbeigelegt wurde (Act. Theodot. c. 12, Rui-nart. ed. Galura II 295). Seine AbleitungTn? ^ >a ^' er P a * ;rum > Lez. von der AbkürzungPP. oder Pa. Pa. erweist sich eben damitals unrichtig. Wir begegnen ihm zunächst

in Africa bei Tertullian (De pudic. c. 13),in den Martyreracten der hhl. Perpetuaund Felicitas (c. 13) und bei Cyprian (Ep.8. 23. 30. 31. 36 ed. Hartei). Da er diesemauch von den römischen Klerikern gegebenwird (Ep. 30 inscr. c. 8), so dürfen wirannehmen, dass er auch in Rom üblichwar, und bald darauf treffen wir ihn inAegypten, indem ihn Dionysius d. Gr. sei-nem Vorgänger Heraklas beilegt (Euseb.H. e. VII c. 7, 4). Im 4. und 5. Jahrh.erscheint er bereits sehr häufig und esdürfte daher genügen, nur einige Stellenzu notiren. Arius legt ihn dem BischofAlexander von Alexandrien bei (Theodor.H. e. I, c. 4, al. 5); Hieronymus bedientsich seiner wiederholt, wenn er von Bi-schöfen spricht (Ep. 57 ad Pamm. c. 1. 2;Ep. 102. 103. 105 ad Aug.), und SidoniusApoll, gebraucht ihn beinahe ausnahmslosin der Anrede an die gallischen Bischöfe(Ep. II 10; V 1—12; VII 1—12). Mitdem 6. Jahrh. aber beginnt sich der Sprach-gebrauch zu sondern. Avitus von Vienne(f 525) nennt nur die Patriarchen, nichtauch die übrigen Bischöfe P. (Ep. 7. 23.25. 87), und ähnlich giebt sein ZeitgenosseEnnodius von Pavia den Titel nur demPapst Symmachus (Ep. IV 1. 8. 29; V 10;VI 31). Er beginnt einmal seinen Briefsogar einfach: Ennodius papae, ohne denNamen beizufügen (Thiel Epist. R. P. 731),und ebenso ist in dem Brief der KöniginGudelina an die Kaiserin Theodora (Cas-siodor. Var. X 20) und in c. 4 der Synodevon Vaison vom J. 529 (TTardouin Conc.II 1106) einfach nur von P. ohne Namendie Rede. Der Begriff des Wortes warsomit ein anderer geworden. Da es fürsich allein gebraucht werden konnte, sohatte es seine allgemeine Bedeutung ver-loren und eine besondere angenommen.Es bedeutete weniger mehr das vertrau-liche ,Vater 1 wie ehedem, als vielmehr diehierarchische Stellung desjenigen, zu des-sen Bezeichnung es angewendet wurde.Der P. war das geworden, was wir imDeutschen mit dem Worte ,Papst 1 bezeich-nen, der Vorsteher der Gesammtkirche.Naclidem aber der Begriff des Wortes indieser Weise umgeschlagen hatte, konntendie Päpste den Titel auch sich selbst bei-legen, während sie ihn früher gleich denübrigen Bischöfen stets nur von Anderenempfangen hatten, und stehende Praxiswurde dieses im 8. Jahrh. In den Brief-überschriften steht das P. bei Johann VIIeinmal, bei Gregor II bisweilen, bei Gre-gor III und seinen nächsten Nachfolgernmeistens, bei den letzten Päpsten desJahrhunderts regelmässig. Wir begegnenihm zwar schon früher bei Agatho, Ge-lasius I, Simplicius, Hilarus, Siricius, dem