Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Pastor bonus.

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Beweise angeführt, dass die Darstellungdes guten Hirten der heidnischen Kunstentnommen sei; die nebensächliche Be-handlung dieses Attributs in den ältestenchristlichen Denkmälern zeigt, dass jenesArgument hinfällig ist (de Rossi R. S. II353). Auch die anderen von R. Röchelteangeführten Gründe scheinen mir nichtzu beweisen,’ dass der Typus des Bildesdes guten Hirten aus der heidnischen Kunsthinübergenommen worden ist. Die von ihmangeführten, auch von Piper (Mythol. u.Symb. der christl. Kunst I 1, 77 lf.) zu-sammengestellten Denkmäler: der Hermesxpiocpopoi, der Satyr oder Hirt, der einLamm auf den Schultern trägt, die Hir-tenscenen auf heidnischen Sarkophagen,beweisen nur, dass die griechisch-römischeKunst ebenfalls ähnliche Scenen des Hir-tenlebens darstellte; dieselben standen aberden christlichen Künstlern in dem täg-

ist dabei, dass bis jetzt in keiner einzigenheidnischen Grabstätte sich ein Denkmalmit dem ein Lamm tragenden Hirten ge-funden hat (de Rossi 1. c. 353). Regel-mässig erscheint bei dem guten Hirtendas Attribut des Lammes. Wo die Be-ziehung auf die Parabel von dem verlo-renen Schafe (Luc. 15, 4—7) besondershervorgehoben wird, trägt der gute Hirtim strengen An-schluss an denText des Evange-liums das Lammgewöhnlich auf denSchultern, so in derStatue im christ-lichen Museum desLateran (s. unsereFig. 364); auf ei-nem zu Chulla ge-fundenen africani-schen Sarkophag

| (Annuaire archeol.de la prov. de Con-

| stantine 1856 bis1857, pl. X) trägt

! er es auf dem linken Arm an die Brustgedrückt (s. uns. Pig. 366). Dass auchdiese Weise, ein verirrtes Lamm zurück-zutragen , im Hirtenleben vorkam, sehenwir aus den Versen Tihulls (Eleg. I. II 12):

non agnamve sinu pigeat foetumve capellaedesertum oblita matre referre domum.

Fig. 366. Von einem Sarko-phag aus Chulla (Collo).(Nach Martigny.)

Fig. 365. Sarkophagrelief.

liehen Anblick des Hirtenlebens so vorAugen, dass sie diesem direct entnommenwerden konnten. Jene Denkmäler bewei-sen ferner, dass nicht jede Darstellungeiner Hirtenscene oder auch des Hirtenmit dem Lamm auf den Schultern ohneWeiteres als christlichen Ursprungs gel-ten kann. Gerade bei den Sarkophagen,:die nicht, wie die Katakombengemälde, inder Verborgenheit ausgeführt werden konn-ten, waren die Christen in den Zeiten derVerfolgung darauf angewiesen, sie aus!heidnischen Werkstätten zu beziehen, und |da lag es nahe, solche mit llirtenscenenzu wählen, weil diese eine christliche Deu-tung gestatteten. Zu solchen von Heidenangefertigten, von Christen erworbenenund benützten Sarkophagen gehört der, woder Hirt mit dem Lamm auf den Schulternneben Amor und Psyche (s. Fig. 365), undder, wo er neben den drei Grazien erscheint(de Rossi R. S. II 354). Bemerkenswerth

Fig. 367. Goldglas (Garrucci Vetri, tav. VI 3 ).

Wo der gute Hirt das Lamm auf denSchultern trägt, hält er die Füsse ent-weder, wie auf der vorerwähnten Statue,mit beiden Händen, oder, wie in der inFig. 367 wiedergegebenen Abbildung auseinem der ältesten Cubicula von S. Lu-eina, mit einer Hand. In der rechten Handhält er hier den Milcheimer, auf der ähn-lichen Darstellung in dem Goldglase beiGarrucci Vetri, tav. VI 6 den Hirtenstab,in n. ’ ebend. weist er mit der Rechten