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Pastor bonus.
auf die Hürde hin, zu der er das verlo-rene Schaf zurückträgt. Gewöhnlich istauch die übrige Herde durch eines odermehrere Schafe, meistens durch zwei, diezur Seite stehen, angedeutet, was, wo erdas Lamm nicht auf den Schultern trägt,um so mehr der Fall ist; eine Ausnahmesind der mit dem Stabe in der Hand aufeinem baumreichen Hügel sitzende guteHirt in einem Gemälde bei AringJd E. S.I 581, wo an Stelle der Lämmer zweiOranten zur Seite des guten Hirten stehen,und der gute Hirt auf dem in der Re-gentschaft Tunis gefundenen Weihwasser-gefäss {de Rossi Bull. 1867, 82—84), woebenfalls die Schafe fehlen, aber, ähnlichwie auf dem oben II 90 unter Fig. GO ab-gebildeten Grabstein, auf der einen Seiteein Gladiator, hier mit dem Siegeskranze,auf der andern eine Palme, das Sinnbilddes Paradieses, erscheint. Zuweilen siehtman statt der Schafe Widder oder auchZiegen, so auf Goldgläsern {GarrucciYetri, tav. VI 5 - 9 ), auf einem Grabsteinaus S. Callisto und auf den Katakomben-gemälden bei Aringhi R. S. II 199. 303;auf dem letztgenannten trägt der guteHirt auch eine Ziege, auf dem Goldglasebei Garrucci 1. c. tav. VI 9 einen Widderauf den Schultern. Auf einem Goldglase{Garrucci Yetri, tav. I 6 ) steht neben demguten Hirten ein junges Rind, als Opfer-thier noch (vgl. Epist. Barnab. c. 8) eineHindeutung auf Christus {Garrucci 1. c.p. 17). Auch die Haltung der Thiere istverschieden: bald sind sie alle aufmerk-sam und gelehrig zu dem guten Hirtenhingewendet, bald ist eines ihm zugewen-det, das andere sich von ihm ab wendendoder mit Fressen beschäftigt, um die ver-schiedene Aufnahme auszudrücken, welchedie frohe Botschaft des Heils bei den ver-schiedenen Menschen findet. So in einemwahrscheinlich schon im 4. Jahrli. durchAnbringung eines Grabes theilwcise zer-störten Gemälde auf der Rückwand einesArcosoliums in S. Callisto {de Rossi R. S.II, tav. agg. A; III, tav. IX), welchesauch durch den grossem Reichthum derComposition sich auszeichnet: neben demguten Hirten, welcher das wiedergefun-dene Lamm auf seinen Schultern trägt,stehen zwei Apostel, welche das herab-strömende Wasser in Erfüllung des Auf-trages: docete et baptizate, mit den Hän-den auffangen, um die unten stehendenLämmer, soweit sie gelehrig sind, zu tau-fen {de Rossi 1. c. II 350). In dem Bogendieses Arcosoliums erblickt man einerseitsMoses, das Wasser aus dem Felsen schla-gend, das Symbol der Taufe, und ander-seits ein oucharistisches Symbol, die Brod-vermelirung.
Die pastorale Seite ist besonders reichdargestellt in einer Medaille aus dem 2.oder 3. Jahrh. mit Anklängen an die clas-sische Kunstweise; sieben Schafe weiden,springen, ru-hen unter denAugen desHirten, wel-cher, auf sei-
Fig. 368. Devotionsmedaille(de Rossi Bull. 1860. Fig. 1).
nen Stab ge-stützt , unterdem mysti-schen Oel-baum steht;sein treuerHund sieht zuihm empor {deRossi Bullet.
1869, 42, tav.n. 1; uns. Fig.
368). Letztere Eigenthiimlichkeit zeigt, dasses nicht ganz richtig ist, zu behaupten, derHund zu den Füssen des Hirten sei derchristlichen Kunst fremd {Kraus R. S. 2353). In den Gemälden der Katakombenfindet sich der gute Hirt wiederholt alsMittelbild, umgeben von den Darstellun-gen der vier Jahreszeiten {Aringhi R. S. I389. 531; II 181; Bottari I, tav. XLVIII;s. d. Art. Jahreszeiten II 1). Auf einemSarkophag {Aringhi II 143) erscheint Chri-stus als guter Hirt zwischen den Apo-steln, zu den Füssen eines jeden Apostelssteht ein Lamm; das zu Füssen des hl. Pe-trus stehende ist grösser als die anderenund wird von dem guten Hirten liebkosendam Kopfe gestreichelt,j Wenn die Darstellung des guten HirtenI auch in der zweiten Periode der christ-lichen Kunst noch häufig sich findet, so ist| sie doch in der ersten Periode entstandenj und deshalb aus deren symbolischem Cha-l rakter ihre Bedeutung zu erklären,i 1) Die allgemeine Erklärung hat Cliri-j stus selbst im Evangelium (Job. 10, 1—27)gegeben. Sein Bild als guter Hirt ist einAbriss der ganzen Lehre von der Erlö-sung: er erscheint als ~o ’.uqv öqvmv ßotut-Xf/üiv, als TCpoßcrnov Xcqixüiv {Giern.
Alex. Hymnus auf den Erlöser Paedag.III), der die vernünftigen Schafe sich er-kaufte, indem er sein Leben für sie da-hingab ; der sie durch die Taufe zu könig-lichen Schafen, weil zu Kindern Gottesmachte, sie selbst mit seiner Lelire, jamit seinem eigenen Fleisch und Blut nährt,sie durch die Gefahren dieser AVelt hin-durchführt und sie behütet, um ihneneinst als ,princeps pastorum . . . immar-cescibilem gloriao coronam 1 (I Petr. 5, 4)zu geben.
. . . ut semita vitae
ad caulaa me ruris agat, qua servat amoenum