Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Pax.

S. Bibianam und eine dritte prope S. Su-sannam, nunc S. Maria de victoria; wahr-scheinlich haben sich auch an diese Kir-chen Localtraditionen an den Apostel ge-knüpft, die aber jetzt vergessen sind.

Von den vielen ,Heiligen* der römischenKirche, welche der Apostel in seinem Rö-merbrief (16, 3 f.) grüssen lässt, fandensich gleichnamige Grabsteine im ältestenTheile des Coemeteriums der Priscilla(0YPBAN0Y — ,mein Mitarbeiter in Chri-stus*), das aller Wahrscheinlichkeit nachden von P. bekehrten Aquilas und Prisca(Priscilla) seine Entstehung verdankt, wieim Coemeterium der Domitilla (AMPLIAT1— ,der mir Geliebteste im Herrn*), wäh-rend die kirchliche Tradition von denen,aus des Kaisers Hause*, die durch P.Griisse an die Philipper bestellen (Phil.4, 22), den Kamen des Mundschenks Nero’s,Torpes, aufbewahrt hat. Ja die nächsteVeranlassung der Hinrichtung Pauli warnach Chrysost-omus (Hom. 10 in II Timoth.n. 8 und Adv. vitup. vit. monast. I 4),weil er eine Buhlerin Nero’s zum Glaubenbekehrt hatte.

Clemens Rom. (I Kor. 5) verlegt seinenMartyrertod ,e~l xiuv TpfoupiviDv 1 , d. h. indie Zeit der Polyarchen Galba, Otho, Vi-tellius und Vespasian, also in das J. 68oder 69. Nach den Acta Petri et Pauli(ed. Tischenäorf 35) erbat sich der Apostelauf dem Wege zur Richtstätte von derhalbblinden Perpetua ein Tuch, sich beider Enthauptung die Augen zu verbinden,was de Rossi (Bull. 1867, 71) auf einemSarkophag zu Marseille ( Garrucci Vetri,tav. CCCLII ’) dargestellt sieht. Die Weg-führung Pauli zum Tode begegnet unsmehrfach auf den Sarkophagen ( Garruccitav. CCCXXII. CCCL. CCCLII '- 2 ); dasSchilfrohr im Hintergründe und die Barkeweisen auf die Tiberebene als Richtstättehin: Tiberina palus, quae flumine lambi-tur propinquo ( Prudent . Perist. XII 7).Der Ort, heute Alle tre fontane, führt imAlterthum den Namen Ad aquas Salvias,auch Ad guttam iugiter manantem, wo-mit die Legende von den drei Quellen imZusammenhang steht, die beim Hinab-rollen des Hauptes entsprangen. Ein mo-numentales Zeugniss für den dortigen Toddes Apostels besitzen wir in einer Inschriftvon S. Paolo; es ist die in Marmor gra-virte Schenkungsurkunde vom J. 604, durchwelche Papst Gregor d. Gr. zum Unterhaltder Lampen an der Confessio des Apostels,massam, quae ad aquas Salvias nuncupa-tur‘, der Basilika überwies, ,cum valdeincongruum ac durissimum esse videretur,ut illa ei specialiter possessio non ser-viret, in qua palmam sumens martvriicapite est truncatus*. Ein Tlieil des Pfla-

sters der auf die drei Quellen zuführen-den Strasse ist vor wenigen Jahren wiederblossgelegt worden.

Die christliche Matrone Lucina (Como-dilla) bestattete den Apostel auf ihremLandgute am zweiten Meilenstein der ViaOstiensis. Bei der Errichtung des jetzigenHochaltars stiess man in unmittelbarsterNähe der Confessio auf ein heidnisches Be-gräbniss mit wolerhaltenen Aschenurnen;das Grabmal, in welchem Lucina die Leichedes Apostels beisetzte, hat also in derReihe mit anderen Gräbern der Via Ostien-sis entlang gelegen, eine Erscheinung, diesich auch bei der Confessio von St. Peterwiederholt. Damals wurde auch der schöneSarkophag gefunden, der jetzt im Lateran-museum steht.

Beim Neubau der Paulskirche unterPius VIII wurde die alte Apsis des vonConstantin über der Apostelgruft erbau-ten Oratoriums, und zwar der jetzigenApsis gegenüberliegend, wieder blossge-legt; von der unter Theodosius und -Hono-rius (386—395) erbauten Basilika, welche1823 bis zur Confessio niederbrannte, sindnoch die Mosaiken der Galla Placidia amTriumphbogen erhalten, sowie ein Tlieildes bildlichen Papstcatalogs, wahrschein-lich aus der Zeit des Papstes Siricius,unter welchem die Basilika gegründetwurde. (Die 40 Rundbilder sind nicht,wie Bianchini annimmt, unter Leo I ge-malt worden, auch nicht unter Zosimus,mit welchem die ältere Reihenfolge —scheinbar — aufhörte, da sich weitereBilder auf der innern Fayade der Kirchehinzogen, die später verdeckt wurden. Dassdie Bilderreihe beim Tode des Anastasius II[497] bestand, ergiebt sich daraus, dassLaurentius, der Gegenpapst seines Nach-folgers Symmachus, der St. Paul eine Zeitlang in Besitz hatte, dort nach dem Por-trät des Anastasius das seinige ausführenliess.) I)E WAAL.

PAX (insfrumentum). Mit dem WorteP. und den verwandten Ausdrücken In-strumentum pacis, Tabelia pacis, Asser adpacem ( St/nod . Oxon. a. 1287) bezeichneteman im MA. ein kirchlich-liturgisches In-strument zum Küssen, dessen Gebrauchan die Stelle dos' vom 13. Jahrh. an sichimmer mehr verlierenden liturgischen Frie-denskusses (s. d. Art.) getreten war undmit Rücksicht auf seine Bestimmung inden Constitutionen des Bischofs Waltervon York (Eboracum) unter dem allge-meinen Namen Osculatorinm vorkommt.Ueberhaupt begegnen wir hier zuerst demGebrauche des Osculatorium (1250), dersieh von England aus aut die übrigen Kir-chen verbreitete und auch in der römi-