Paulus.
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langen Bart der Philosophen und, zumalim Vergleich mit dem Kopfe Petri, einengenialen Gesichtsausdruck. So sehen wirihn auf einer sorgfältig ciselirten, sehrgut erhaltenen Broncemünze des 2. Jahrh.im vaticanischen Museum, auf zwei Gold-gläsern ebend. ( Garrucci Vetri, tay. X’.XXV 7 ) und, in Verbindung mit Petrus,auf einigen anderen Goldgläsern. Auf ver-schiedenen dieser Goldgläser hingegen, undzwar auf solchen, die von guter und sorg-fältiger Arbeit sind ( Garrucci Vetri, tay.XI 3 . XVI 5 u. a.), trägt der Apostel vollesHaupthaar und einen jugendlichen Ge-sichtsausdruck, und ebenso zeigt ihn unsdas Mosaik von S. Pudentiana vom J. 398,ein Gemälde im Coemeterium des Prae-textatus am Arcosolium der Celerina {Gar-rucci tav. II 29 E ); ein anderes neben demguten Hirten bei Bottari (tav. CLVII) mitder Umschrift: PASTOE — PAVLVS APO-STOLVS u. a., während der lange Philo-sophenbart fast nie fehlt. Die ziemlichallgemeine Annahme der Archäologen gehtdahin, dass den zahlreichen Abbildungender Apostelfürsten auf den Monumentenwirkliche Porträts derselben zu Grundeliegen; jene Verschiedenheit aber in denKöpfen Pauli sucht Garrucci durch dieAnnahme zweier Porträts aus frühererund aus älterer Zeit zu erklären. Ueberdie Vorliebe für Porträtbilder in der clas-sischen Zeit vgl. Becker Gallus II 366.
Während aus dem Leben des hl. Petruseine ganze Keihe von Scenen eine künst-lerische Behandlung fand, fehlen solcheaus dem Leben des hl. P., abgesehen vonder Darstellung seines Martyriums, gänz-lich auf den altchristlichen Monumenten.Wenn V. Schultze in seinen Archäol. Stu-dien 62 auf einem Gemälde in der sog.Sacramentskapelle von S. Callisto denSchiffbruch Pauli dargestellt sieht, so hatseine Sucht, überall neue Erklärungen zuentdecken, ihn auch hier in die Irre ge-führt. Ueberhaupt tritt P. wie in denalten römischen Legenden, so auch aufden Monumenten sehr stark hinter Petrusin den Hintergrund.
Nach Apg. 28, 16 kam P. der gewöhn-lichen Annahme nach im J. 56 als Gefan-gener über Puteoli auf der appischenStrasse nach Rom, wo er dem Praofectuspraetorio, d. h. dem Afranius Burrus, demFreunde Seneca’s, dessen Bruder Gallioals Proconsul zu Korinth den Apostelschon vor seinem Richterstuhl gesehenhatte (Apg. 18, 12), zur Ueberwachungzugowiesen wurde. Die im christlichenAltorthum viel verbreitete Meinung einespersönlichen Verkehrs zwischen P. unddem Philosophen ( Hieran . De vir. illustr.e. 12 und Augustin. Ep. ad Maced. 152, 14
wissen von einer Correspondenz zwischenBeiden; esgiebt noch 12 apokryphe Briefeunter ihren Namen) hat durch zwei in denJ. 1866 und 1867 aufgefundene Monumente,ein solches Gewicht erhalten, dass sieziemlich zur vollen Gewissheit gewordenist 1 (de Rossi Bull. 1866, 62). Das eineMonument ist eine Tafel der arvalischenBrüder, aus welcher sich das ConsulatSeneca’s für die zweite Hälfte des J. 57ergiebt. Kam nun P. im Januar 56 nachRom und dauerte seine Gefangenschaftzwei Jahre, so hat Seneca, als ConsulMitglied des in Capitalsachen richtendenConsilium principis, über die Appellationdes Apostels entscheiden müssen. Daszweite Monument ist eine in Ostia gefun-dene Grabschrift eines Gliedes der Familieder Annäer, zu welcher auch der Philo-soph (L. Annaeus Seneca) gehörte; diedem Namen M. Anneus hinzugefügten Co-gnomina sind die Namen der beiden Apo-stelfürsten, eine Verbindung, ,die in derclassischen Nomenclatur unerhört ist 1 . DieGrabschrift lautet:
D • M
M • ANNEOPAVLO ■ PETROM • ANNEVS • PAVLVSFILIO • CARISSIMO.
Siehe Weiteres de Rossi Bull. 1866, 60;1867, 6 ff.).
Den Ort der römischen GefangenschaftPauli verlegt die Tradition in die jetzigeUnterkirche von S. Maria in Via lata; esist ein Raum, der wol ehemals zu demvon Caesar aufgeführten Prachtbau derSepta Iulia gehörte. Eine andere Ueber-lieferung bezeichnet einen Saal bei derKirche S. Paolo alla regola in der Näheder Tiber als die ,Schule 1 , wo er ,in eige-ner Miethswohnung 1 (Apg. 28, 30) dasEvangelium predigte. An die apostolischeThätigkeit Pauli in Rom erinnern mit ge-sicherterer Begründung Traditionen, wieMonumente in den beiden Kirchen vonS. Pudenziana und S. Prisca (de Rossi Bull.1867, 43 f.). Eine andere Ueberlieferungsagt, er habe extra urbem, und zwar vorder Porta trigemina, zum Versammlungs-ort der Gläubigen ein Horreum publi-cum gemiethet (Mai Spicil. Rom. VI 6).Vor jenem Thore war das Emporium mitseinen Magazinen, und vielleicht sind dieRuinen einer Ecclesia s. Salvatoris hartvor dem Thore von S. Paolo mit Monu-menten aus dem 5. Jahrh. (de Rosst Bull.1866, 33) die Ueherreste jenes altchrist-lichen Versammlungsortes. Ein von An-gela Mai (Spicil. Rom. IX) veröffentlichterCatalog der Kirchen Roms aus dem 14.Jahrh. erwähnt eine Kirche des hl. P. Adcolumnam Antonianam, eine andere iuxta