Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Petrus.

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liehen Auffassung kommt man wol näher,wenn man hier den Stab zu dem Manteldes Elias in Parallele stellt und darin denAusdruck des apostolischen Primats Petrierblickt, um so mehr, als P. auch bei sei-ner Gefangennehmung durch Herodes mitdem Stab in der Hand dargestellt zu wer-den pflegt, wobei an jene Stelle bei Lu-cas nicht gedacht werden kann. Auf meh-reren Sarkophagbildern der Himmelfahrtdes Elias hat nämlich der Künstler demPropheten den Kopf Christi gegeben, wäh-rend Elisaeus, welcher den Mantel desPropheten und damit seinen Geist em-pfängt, die Züge Petri trägt. Als Pen-dant ist meist die Scene hinzugefügt, woMoses aus der Hand Gottes die Gesetzes-tafeln empfängt.

Durch nichts aber ist die Stellung Petriin der christlichen Heilsökonomie nach derAuffassung der alten Kirche charakteristi-scher ausgedrückt, als dadurch, dass manPetrus als den Moses des N. B. auffasste.In dieser Beziehung ist zunächst die Dar-stellung des Wunders in der Wüste aufeinem Goldglase von Bedeutung, wo derFührer des israelitischen Yolkes mit sei-nem Stab das Wasser aus dem Felsenschlägt, die dürstenden Juden zu tränken.Betrachtete man nach dem Vorgang Pauli(petra autem erat Christus, I Kor. 10, 4)den Fels in der Wüste als Vorbild Christiund das Wasser aus diesem Felsen alsSymbol der Gnaden Christi (aqua baptis-matis defluit de petra), so zeigt uns nunjenes Goldglas dadurch, dass statt des Ha-mens Moses dort PETRVS geschrieben ist,wie die alte Kirche in Moses den Typusund das Vorbild des Apostelfürsten sah.Gehen doch die Väter sogar noch einenSchritt weiter, indem z. B. der hl. Maxi-min von Turin (Hom. 68) sagt: ut petraerat Christus, ita per Christum Petrusfactus est petra . . . sicut in deserto do-minico sitienti populo aqua fluxit e petra,ita universo mundo ariditato lassato deore Petri fons salutiferae confessionisemersit. Erscheint also P. unter dem Ty-pus des aus dem Felsen das Wasser schla-genden Moses als der Uebermittler undAusspender der Gnaden Christi, so müs-sen wir consequent eine Parallele zu derGesetzgebung auf Sinai in jenen idealenDarstellungen erkennen, wo Christus inseiner himmlischen Glorie dem auf derErde stehenden P. in die ehrfurchtsvollverhüllten Hände eine Rolle legt mit derAufschrift LEX, oder, vollständiger denSinn wiedergebend, DOMINVS ■ LEGEM •DAT. Diese Scene erscheint mit man-cherlei nebensächlichen Verschiedenheitenauf den Sarkophagen 24mal; ferner aufeinem Glasfragment aus Porto mit der

Real-Encyklopüilie. II.

Legende LEX • DOMINI, und auf einemGoldglase mit der Legende DOMINVS;auf einem Mosaik in S. Costanza, wo dasjetzige ,Dominus PACEM dat‘ eine spä-tere Corruption des ursprünglichen ,LE-GEM dat‘ ist (Bull. 1869, 40), und aufeinem andern Mosaik in S. Giovanni infonte zu Neapel mit der gleichen Legende;endlich auf einer Bleimünze des MuseoVatic. (Bull. 1869, 48) und auf dem Graf-fitto eines Grabsteins aus S. Priscilla, jetztin Anagni ( Garrucci tav. CCCCXLVIII *).Die Scene erhält ihre Erläuterung undErklärung durch den Silberdiscus, den K.Theodosius dem Statthalter von Spaniensandte, mit der Darstellung der Ueber-gabe der Gesetzesrolle bei der Ernennungdesselben zum kaiserlichen Stellvertreter(vgl. Garrucci Vetri 85). In S. Costanzaist der Scene der Uebergabe der Schrift-rolle an P. durchaus entsprechend dieUebergabe des alttestamentlichen Gesetzesan Moses gegenüber gestellt (nicht Jo-hannes, wie Garrucci Arte IV 12 will).Moses, bartlos, wie auf den meistert Mo-numenten, empfängt von Christus das Ge-setz; Garrucci selber erinnert an einerandern Stelle (Vetri 85) an die Worte deshl. Hilarius (In Ps. 63, 10), dass Chri-stus dem Moses die Gesetztafeln über-geben habe (hunc Moysi legem dedisse),wie ja überhaupt die Theophanieen desA. B. dem Logos zugeschrieben werden.Während daher Moses auf einer Reihevon Monumenten bartlos erscheint, so aufeinem Gemälde in S. Callisto bei der Er-scheinung am Berge Horeb und fast con-stant auf den Sarkophagbildern des Durch-gangs durch das rothe Meer (z. B. Gar-rucci tav. CCCVIII 2 - 5 . CCCIX >• 2 - 3 -*),trägt er in anderen Scenen, zumal bei demWunder am Felsen in der Wüste, dieZüge des Apostels. Dasselbe ist stets derFall bei der Scene, in welcher Schnitzedie Juden sieht, wie sie in iflrer Empö-rung den Moses zum Tode schleppen wol-len, wenn wir hier nicht richtiger die Ge-fangennahme Petri durch Herodes (Apg.12, 3) erkennen müssen. Wenn daher an-gesichts all dieser Monumente V. Schnitze(Der theol. Ertrag der Katak.-Forsch. 5)noch von einer ,nebelhaften Gestalt Mose-Pietro 1 redet, so liegt der Nebel nichtauf Seiten einer unbefangenen Betrach-tung der Monumente.

Die charakteristischen Kennzeichen desApostels, um seine Würde und sein Amtauszudrücken, sind 1) der Stab, der sicheben zum Stabkreuz und zum Stabmono-gramm entwickelt, und 2) die Schlüssel.Auf einigen Monumenten trägt P. dreiSchlüssel, wie auf dem Mosaik am Grab-mal des deutschen Kaisers Otto II in den

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