Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Plebs — Polykarp.

nung dürfte erst im MA. aufgekommenoder nachzuweisen sein. heoseii.

PLEBS oder Plebes. Wie das jüdischeVolk als das auserwählte im speziellenSinne als das Yolk des Herrn bezeichnetwird, so wurde auch die christliche Ge-meinde Xaoj (Justin. D. c. Tr. c. 123;Clem. Al. Paedag. I 5), woher Laie, undP. (Tertull. Monag. 12), woher Plebeius =Laicus (Pont. Yita s. Cypr. 1—3) genannt.So 1) im Gegensätze zu den Priestern imrömischen Messkanon: unde et memoresnos servi tui (vgl. Röm. 1, 1: Paulus servusI. C.) sed et plebs tua sancta; in dem-selben Sinne Xctoc in der Liturgie derapost. Constit. (VIII 12). 2) Die Kirchen-gemeinde im Gegensätze zu dem ihr vor-stehenden Bischof oder Priester; so in derDedicationsinschrift des Papstes Sixtus inS. Maria maggiore: XYSTVS EPISCOPVSSANCTAE PLEBI DEI; ebenso in In-schriften aus Porto (de Rossi Bull. 1866,46) und in S. Callisto (ib. 1875, 78). Sonennt auch Papst Innocenz I in der De-cretale an Decentius von Eugubium dieden Priestern der einzelnen römischenTitelkirchen zugetheilten Gläubigen ple-bem sibi creditam. 3) Yon der kirchlichenGemeinde wurde das Wort auch auf diedem Bischof oder Priester unterstelltenSprengel, die Diöcese oder Pfarrei über-tragen ; in diesem Sinne findet es sichwiederholt in den Concilien und bei denYätern, z. B. Conc. Carth. I (348), c. 5.7. 12; Conc. Carth. III (397), c. 20; Lucif.Calarit. lib. I pro s. Athan. bei Ducange i. v.Ygl. de Rossi Bull. 1871, 106. heuser.

PLUMBATAE, s. Martyrerwerkzeugo II375 f.

PLUTEUS oder PLUTEUM, jede Artvon Bretter- oder Gitterwerk, besondersBrustwehren an Gebäuden, Rücklehnenan Betten, Etageres, bewegliche Kriegs-thürme u. s. f. (s. Rieh i. v.). Hierkommt die Bezeichnung im Sinne vonCancelli vor (s. d. Art. Altar I 38 f.), alsovon Altarschranken. Ein sehr interessan-tes Exemplar solcher Plutei aus S. Cle-mente mit dem Monogramm des PapstesJohann YIII hat de Rossi Bull. 1870, 145,tav. X 4 veröffentlicht.

PLUVIALE, Vestis pluvialis, ein den gan-jzo« Körper bedeckender Regenmantel.Der alte Interpret des Iuvenalis erwähnt jPluviales lacernae. Das Pallium pluvialeerscheint bei Joh. Monach. In vita s. Odo-1nis abb. Clun. lib. II de s. Martin. Ep. jDie Vestis pluvialis quae Cappa vocitatur,bei Wibertus Yit. Leon. IX pap. c. 8 undin anderen mittelalterlichen Quellen, welche .

Ducange i. v. gesammelt hat. Durandusbeschreibt die Pluvialis als Vestis episco-palis Ration. III, c. 1, n. 13.

110A0NPFIA, s. Fusswaschung I 546.

POENITENTES, s. Busse I 179 f.

POENITENTIA, s. Busse I 179 f.

POENITENTIALBÜCHER, s. Busse 1185,

POENITENTIAIHUS, Busspriester, s.Busse IV, I 183.

HOIMilN , Hirte, als Bezeichnung desBischofs, s. Bischof I, I 163.

nOAITETOMENOI nennt Sozomen. II. e.IV 24 Stadtbeamte (curiales decuriones),welche der deshalb abgesetzte B. Neongeweiht hatte. Solche Curiales durftennicht geweiht werden; vgl. Bingham II147 f. und den Art. Decuriones i 346.

POLYANDRIUM, s. Locus, Loculus II338 f.

POLYCHROMIE, die, der alten Seulp-tur, ist eine bekannte, in der Gegenwartvielfach besprochene Thatsache; man vgl.0. Jahn Aus der Alterthumswissenschaft,Bonn 1868, 245. Auch die christlichenSculpturen waren sehr vielfach polychro-mirt. Beispiele bieten der vielleicht ausAquileia stammende Sarkophag in derSchatzkapelle zu Venedig, wo die Nimbender Apostel und das Kreuz im NimbusChristi vergoldet sind; ein Sarkophag imMuseum zu Clermont, ein solcher mit derBergpredigt im Mus. Kircher.; vgl. Fro-thingham, Marucchi und de Rossi Bull.1882, 104.

POLYKARP, der hl., war Schüler deshl. Apostels Johannes, der ihn zum Bischofvon Smyrna machte (Iren. Adv. haer. III 3).Zu seinen Schülern gehörten der hl. Ire-naeus und der spätere Gnostiker Florinus-(Euseb. II. e. Y 20). Um 106 erhielt erden Besuch des hl. Ignatius, der etwasspäter von Troas aus einen Brief an ihnund einen an seine Gemeinde schrieb.Um die Mitte des 2. Jahrli. reiste er inSachen des Osterstreites nach Rom zumPapste Anieet, der ihn beim Abschiededadurch ehrte, dass er ihn statt seinerden Gottesdienst halten liess. Zu Rombekehrte er viele Häretiker, insbesondereMarcioniten und Valentinianer, und gabMarcion, der ihn frug: ,kennst du mich?die Antwort: ,ja, ich kenne den Erst-geborenen Satans 1 (Euseb. II. e. IV 14).Von den verschiedenen Briefen, die ertheils an benachbarte Kirchen, um sie zustärken, theils an einzelne Brüder, um siezu ermahnen, schrieb (Euseb. IV 20), istnur der an die Philippenser erhalten.