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Psalmi idiotici — Psalmi poenitentiales.
weise die auch in den Cultus der christ-lichen Kirche übergegangenen 15 Psalmen(Ps. 119—133), welche imHebr. die Ueber-schrift nissan tw und in der Vulg., ent-sprechend dem tpär; rtüv dvaßaö|j.(iüv derSept., den Titel ,Canticum graduum“ füh-ren. Auf die vielfachen Erklärungen desNamens und Zweckes dieser Psalmen kannhier nicht eingegangen werden und ver-weisen wir auf die Dissertatio in quin-decim psalmos graduales, welche CalmetComment. litteral. in omnes libr. V. Test.VI 2 dem 119. Psalm vorausgeschickt hat.Am meisten empfiehlt sich die Ansicht,dass diese 15 Psalmen Lieder waren, wel-che die zu den Hauptfesten nach Jeru-salem karawanenweise wallfahrenden (genJerusalem hinaufsteigenden) Juden dernachexilischen Zeit sangen (s. ThalhoferErkl. der Psalmen, Anm. 1 zu Ps. li9).Noch bis heute haben die in Karawanenreisenden Orientalen ihre besonderen, bis-weilen mit Musik begleideten Reiselieder.Vgl. Gen. 31, 27. Der Name P. g. kannaber auch auf jene Psalmen oder Psalm-theile bezogen werden, welche in dereucharistischen Liturgie der Kirche seitältester Zeit zwischen Epistel und Evan-gelium gesungen werden und gewöhnlicheinfachhin unter dem Namen Gradualeangeführt sind, während sie in älterer Zeitmit Rücksicht auf die Art und Weise desVortrags unter den Namen Responsum,Responsorium, Cantus oder Psalmus re-sponsorius erscheinen. Die BenennungGraduale und P. g. ist auf die Vorschriftzurückzuführen, dass sich bei diesem Ge-sang der Vorsänger auf die Stufen (gra-dus) des Ambon stellen musste. Ursprüng-lich bestand das Graduale aus einem gan-zen Psalm, später nur noch aus einemoder dem andern Psalmvers, mit Anti-phonen abwechselnd. Der hl. Augustinus(Serm. 10 de verb. apost.) nennt noch dasGraduale geradehin Psalmus, wenn erschreibt: lectionem audivimus apostoli,dein cantavimus psalmum, posthaec evan-gelica lectio decem leprosos mundatos no-bis ostendit. Auch Const. apost,. II 57 wirddas Graduale einfach als Davidischer Hym-nus bezeichnet. Mit Rücksicht auf diespäter eingetretene Verkürzung des Gra-dualpsalmes heisst dieser in der mailän-dischen Liturgie ,kleiner Psalm, psal-mellas 1 . krüll.
jaoi wuoTty.rn speziell alle nicht kirchlichapprobirten Psalmen, Hymnen u. s. w. Indieser Bedeutung findet sich der NametpaXp.ol iSuo-ixot (psalmi privati et vulgares)schon im c. 59 des Conc. Laodic. (zwischen343—381). Dieser Canon lautet: ,oti oöSet lättuxixoui <jjaXp.obc Xr/Ecbcu rrj ExxXr,-aia, ouSs dxavovijta ßißXia, aXXa pova -o. xa-vovixä xatvrjc xat TtaXaia» 8tafhjxY|{.‘ DieSynode konnte nicht, wie Bingham Orig,antiq. eccl. VI 26 nach dem Vorgang vonBaisamon und Zonaras meint, unter den4<aXp.oi iSiumxoi apokryphische Gesänge,wie z. B. die Lieder unter dem NamenSalomons, verstehen, denn Schriften dieserKategorie fielen ja unter die unmittelbardarauf erwähnten axavoviira ßtßXt'a. Ebensowenig konnte die Absicht bestehen, mitdem c. 59 ein allgemeines Verbot gegenalle von Privaten verfassten Kirchenliederim Gegensätze zu den biblischen Psal-men und Liedern zu erlassen, da wie vor,so nach der Synode von Laodicea derar-tige Hymnen (Prudentius, Ambrosius etc.)im kirchlichen Gebrauch waren und un-gehindert blieben. Das Verbot der Sy-node hatte die von den kirchlichen Obe-ren nicht approbirten, von Privatleutenherrührenden Psalmen und Hymnen imAuge, und dazu mahnte die grösste Vor-sicht, denn gerade zu jener Zeit warenhäretische Gesänge vielfach verbreitet,welche nicht deshalb als anstössig erklärtwerden mussten, weil sie ,hymni humanoingenio compositi 1 waren, sondern weil siedogmatische Irrthümer der Häretiker mehroder weniger offen in sich aufgenommenhatten und geradezu an die Stelle derbisher üblichen katholischen Gesänge ge-setzt werden sollten. Eine ähnliche Be-stimmung wie in c. 59 der Synode vonLaodicea findet sich im c. 12 der erstenSynode von Braga (561) gegen die Pris-cillianisten ( Hefele Conc.-Gesch. I 748;Liift Liturgik II 138). Gleichbedeutendmit P. i. pflegt man Psalmi plebeies zuhalten. Augusti aber (Denkw. VI 195)versteht den letztem Ausdruck vom Vor-lesen oder Absingen der Psalmen durchNichtgeistliche, indem es bekannt sei, dass,plebeius‘ oft soviel als ,saecularis‘ oder,laicalis‘ ist und dass schon im 4. Jalirli.Fälle Vorkommen, wo die Psalmodie vonLaien, Weibern und Kindern gefeiertwurde. krüll.
PSALMI IDIOTICI, 4-«X(iol Jökuti-! PSALMI POENITENTIALES (Busspsal-*ot, sind nach der Etymologie von i6tu>-! men). Unter diesem Namen sind folgendetixoi (— W as zum iäuuTrjt, Privatmann, { sieben Psalmen bekannt (nach der Vulg.):gehört) Psalmen, Lieder u. dgl., welche! Ps. 6. 31. 37. 50. 101. 129. 142. Manvon Privatpersonen gedichtet werden. Im ! wollte diese sieben Psalmen bis auf Orige-kirchlichen Sprachgebrauch des christlichen , nes Hom. 2 in Levit. zurückführen; allemAlterthums aber verstand man unter ^aX -1 derselbe redet 1. c. nur von sieben Arten