Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Psalmodia.

Psalmen die Eede ist, wie z. B. Ambros.De offic. I 3, n. 13: audistis hodielectum: irascimini, nolite peccare. Aberdie obige Unterscheidung zwischen Psal-mist und Lector selbst entbehrt einessicheren historischen Grundes. Etwas er-weitert erscheint das Amt des Psalmisten(psalmistatus nach Durand. Rat. div. offic.II 1) bei Isidor. Hispal. Ep. ad Ludefr.:pertinet ad psalmistam officium canendi,dicere benedictiones, laudes, sacrificium,responsoria et quidquid pertinet ad can-tandi peritiam. Nach Baisamon In c. IYConcil. Trull. wurden in der orientalischenKirche Eunuchi wegen ihrer feinen Stimmenzum Gesänge verwendet, waren aber vomklerikalen Stande ganz ausgeschlossen.In Spanien dagegen enthielten sich diePsalmisten vor dem Gesänge von jederSpeise, um ihre Stimme rein zu erhalten;nur den Genuss von Legumina gestattetensie sich, weshalb sie auch den Namen,fabarii‘ erhielten ( Isidor. Hisp. De oft', div.II 12). Das Weitere sehe man unter denArtt. Cantor und Praecentor. krüll.

PSALMODIA (tjcxXpuoSux, von ^aXp.o? undtporj = Gesang) kann in weiterer oderengerer Bedeutung genommen werden.In ersterer versteht man unter P. denganzen Organismus des Psalmengebetesund Psalmengesanges in Verbindung mitanderen Theilen des christlichen Gottes-dienstes. Hierüber ist bereits in den Artt.Liturgie (1. psalmodica) und Psalmen dasNöthigste bemerkt worden. Die engereBedeutung des Wortes P. hält an derEtymologie desselben fest, und danachist P. die Art und Weise, die Psalmen zusingen. In diesem engern Wortsinne wirdin dem Folgenden die christliche ,Psal-modie 1 aufgefasst und erörtert werden. Eineder ältesten Weisen, die Psalmen zu singen,wenn nicht geradezu die älteste, war diesymphonische Singweise, von Tho-masius als Modus directaneus bezeichnet.Dieselbe bestand darin, dass die Psalmengemeinschaftlich, gleichsam in einer Stimme,von der ganzen Gemeinde gesungen wur-den. Ihrem ganzen Charakter nach em-pfahl sich diese Gesangsweise überhauptund namentlich den ersten kleinen juden-christlichen Kirchengemeinden. Ihr hohesAlter bezeugt Chrysostomus Horn. 36 inI Kor., giebt aber zugleich zu verstehen,dass zu seiner Zeit in Constantinopeldiese Singweise nur noch an besonderenFesttagen gebräuchlich war. Symphonischwurden nach Basilius Ep. 69 ad Neocaes.der 50. Psalm (Ps. confessionis) bei derMorgenandacht, und nach Augustin. Serm.10 de verb. apost. der 94. Psalm (Ps.invitatorius) bei Beginn der Nocturnen

oder der Matutin gesungen. Wenn Chry-sost. Hom. in Ps. 145 einerseits die sym-phonische Singweise rühmt, denn ,indemder Geist die Stimme eines Jeden regiert,macht er aus allen Eine Melodie*, so klagter anderseits Hom. I in c. 8 Isaiae über dieDisharmonieen, welche sich so leicht in diegenannte Gesangsweise einschlichen. Einezweite Weise der Psalmodie war die re-sponsorisclie, Cantus responsorius, wobeiein Theil (Vorsänger oder Chor) anstimmteund das Volk, bez. der andere Theil desChores, antwortete. Dieses Responsoriuinwurde aber in zweifacher Weise gegeben.Die erste Weise bestand darin, dass derVorsänger (s. d. Art. Praecentor) einenVers des Psalmes vorsang und die Ge-meinde (oder der Gesammtchor) denselbenVers wiederholend respondirte ( Augustin.Enarrat. in Ps. 138 u. 18). Wir könnendiese Singweise bis in die Zeiten des Moseshinauf verfolgen, denn dieselbe wurdeschon bei dem Lobgesange des Moses nachdem Durchgang durch das rotlie Meerangewendet. Dieser Modus canendi fanddenn auch sehr frühe in der christlichenKirche Aufnahme, weil er gerade vonvortheilhaftem Einflüsse auf die Volks-massen war, unter welche der Inhalt derGesänge auf dem Wege der Schrift nichtso schnell verbreitet werden konnte. Bisin das 9. u. 10. Jahrh. erhielt sich dieseArt des responsorischen Gesanges. Diezweite Weise, den letzteren vorzutragen,war selbst wieder eine doppelte. Die ersteUnterart bestand darin, dass die Gemeindenur am Schluss der Verse einfiel, was manoirrp/sTv und oiray-oustv, succinere, populisuccentus , hypopsalma nannte ( Chrysost.In Ps. 67; Euseb. Hist. eccl. II 17; Con-stit. apost. II 57). An letzterer Stelle heisstes: Sxep^c Ti? (sc. dtvoqivuxmuv) xob« xoüAajllö '{jxXXeko u]j.vauc, xat 6 Xa6? xd dtxpo-<jxt-/ia ,uTroj;aXXex(o, wo die falsche mit initia.versuum gegebene alte lateinische Ueber-setzung von äxpocrayia durch extrema ver-suum verbessert werden muss. Vgl. Co-teler. SS. Patrum, qui temp. apostol. flor.Opp. I 264. Zu dieser Singweise führteschon im Judenthume der Bau einzelnerPsalmen, und um so leichter konnte jenefrühe in den christlichen Cult übergehen.Nach der zweiten Unterart wurde nurein gewisser Vers oder Verstheil von be-sonderem Nachdrucke wiederholt ( Basil.Ep. 63). Als Athanasius von den Aria-nern verfolgt wurde, Hess er in der Kircheeinen Psalm anstimmen, dem das Volkbei jedem Verse mit ,quoniam in saecu-lum misericordia eius* respondirte ( Athan.Apol. I). Bei der Uebertragung der Re-liquien des hl. Bischofs und Märtyrers Ba-bylas von Daphne nach Antiochien (zur