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sum et stans psallere et genu flexo orare.‘Während der mit dem Psalmengesang ab-wechselnden Lesungen durften die Sängerzu ihrer Erholung sitzen; ebenso durftedas Yolk, wenn es nicht beim Gesängebetheiligt war, sitzen oder knieen. Da-rauf bezieht Binterim a. a. 0. 312 die Verse49—52 in Hymn. matutin.:
Te (Christe) mente pura et simplici,te voce, te cantu pio,rogare curvato genuflendo et canendo discimus.
Da der Psalmengesang nicht selten sehrlange dauerte und dadurch eine Ermüdungder Stehenden hervorgerufen wurde, sowar es wenigstens in späteren Jahrhun-derten üblich, dass ältere und schwäch-liche Personen sich auf einen Stab (bacu-lum s. sustentaculum) stützen durften.
Schliesslich machen wir darauf aufmerk-sam , dass schon frühe in der Kirche dieverschiedenen Singweisen der Psalmen,um das Yolk den Nachtheilen der Mono-tonie zu entziehen, abwechselnd mit ein-ander verbunden wurden. So schreibtz. B. Basilius Ep. leg. ad Neocaesar, (nachder lat. Version): ,et nunc quidem, induas partes divisi alternis succinentes, acsimul et meditationem scripturarum indecorroborant, et animum attentum et corevagationis expers sibi ipsi comparant.Postea rursus uni committentes, ut priorcanat, reliqui succinunt. Et sic posteaquam in psalmodiae varietate noctem tra-duxere intermixtis precibus, die jam illuce-scente, omnes simul velut ex uno ore etuno corde psalmum confessionis Dominoofferunt . 1 Dass an den sog. nicht litur-gischen Tagen die Psalmen sehr oft nurrecitirt und nicht gesungen wurden, wäh-rend das Singen an den liturgischen Tagendie Regel war, ist schon unter dem Art.Psalmista bemerkt worden. Den Psalmuslectus erwähnen Ambros. De off. I 3 undZeno Tract. NY, lib. I und tract. XXVII,üb. II. KRÜLL.
Ü'AATAI bedeutete ursprünglich ,dieSpieler auf einem Saiteninstrumente 1 ; wieaber <j/aXp.oc später auch das zum Saiten-spiel gesungene Lied (Psalm) bezeichnete,so nahm auch im kirchlichen Sprachge-brauche ^dXTT)c die Bedeutung von län-ger, Chorsänger 1 an. Das griechische Wortist zwar als Psaltes und Psalta auch indie Sprache der lateinischen Kirche über-gegangen, doch wird mit Vorliebe dafürPsalmista oder (seltener) Psalmistanus undCantor gebraucht. In der Sprache deraltchristlichen Liturgie sind die oderCantores geradehin die kirchlich bestelltenund zum Klerus im weiteren Sinne ge-
hörigen Sänger ('!". xavovtxot, Concil. Lao-dic. c. 15) im Gegensätze zu den beimGottesdienste mitsingenden Laien. Aller-dings hat das lateinische Cantor an undfür sich einen weitern Begriff als dasgriechische ^dXxr]i, allein in der Kirchen-sprache gelten beide Worte als synonym.Ueber die Sache selbst s. d. Artt. Can-tores, Praecentor, Psalmodia. krüll.
PSALTER. Das griechische Wort <JwcX-n;p(^aXXu>) bedeutet ursprünglich, wie ^aXrqj,den Spieler eines Saiteninstrumentes, dannin zweiter Linie ,das Saiteninstrument 1 .Der christliche Sprachgebrauch bezog aberden Namen 4 ,a ^ T7 lP schon früh nicht mehrauf den musikalischen Vortrag der heili-gen Gesänge (Melodie und Saitenspiel),sondern auf die Dichtung, so dass manunter P. die 150 Lieder Davids und sei-ner Nachahmer oder Nachfolger verstand.Dieser Davidische P. erscheint nicht sel-ten geradehin unter dem Namen ,David 1 ,wie z. B. in der Ausgabe der abessinischenKirche (s. Haneberg Gesch. d. bibl. Offenb.3. Auf!. 350). Eine dem MA. angehörigeNachbildung des Davidischen Psalters istder ,Marianische P. 1 , d. i. das grosse Ro-sarium, welches den erstem Namen führt,weil es aus ebensovielen ,Ave Maria 1 be-steht, als die Davidische LiedersammlungPsalmen zählt. Nicht zu verwechseln da-mit ist der sog. ,Marien-P.‘ des hl. Bona-ventura. Dieses Gebetsformular hat mitdem alttestamentlichen P. gleichfalls dieZahl 150 gemein, nämlich 150 Gebete zuMaria. In der deutschen Sprache hat sichdas Wort P. in der Bedeutung sowol von,Psalmensammlung 1 als auch von ,Psalmen-buch 1 , rein materiell genommen, vollstän-dig eingebürgert. S. das Weitere unterd. Art. Psalterium. krüll.
'I’AATUPION KAINON. Dieser Termi-nus technicus hat eine traurige Berühmt-heit zur Zeit des apollinaristischen Secten-wesens erlangt. Schon die syrischen Gno-stiker Bardesanes und Harmonius (2. und3. Jahrh.) dichteten 150 Lieder, welchesie gleichsam als einen gnostischen Psalteran Stelle des Davidischen setzten. Die-selbe Erscheinung wiederholte sich zurZeit der Apollinaristen (4. und 5. Jahrh.).Sozom. Hist. eccl. VI 25 berichtet, dassApollinaris (Vater und Sohn) und der ihmgleichgesinnte Presbyter Vitalis von An-tiochien Separatgottesdienste hielten undsich dabei eines der katholischen Kirchefremden Ritus bedienten, indem sie ausserden kirchlich anerkannten hl. Gesängen(lepdtc ( 06 «) gewisse metrische Lieder (sp.-(jLstpa Ttva ixeXuSpta) einführten, die vonApollinaris (dem Sohn), einem in der Pin-