Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Psalterium.

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losophie, Rhetorik und in den schönenWissenschaften kundigen Mann, verfasstworden waren. Sozomenus berichtet weiter,dass Apollinaris durch dieses Reizmittelviele Anhänger gewann und es so weitkam, dass die Männer bei Gastmählcrnund bei der Arbeit, die Frauen an denWebstühlen die Lieder des Apolli-

naris sangen; denn für die Arbeit wiefür die Erholungszeit, für die Festtagewie für alle übrigen Tage hatte er kurzeGesänge (siSoUta) gedichtet, welche alleauf das Lob Gottes abzielten. Unter denreligiösen Dichtungen des Apollinaris oderbeider Apollinaris nahm ein dem Davidi-sclien Psalter nachgebildetes ^aXxrjpiov einehervorragende Stelle ein. Seit Gregor vonNazianz ist dasselbe unter dem Namenn. x. (vsov) bekannt. Die betreffende Stellein den Werken des genannten Kirchen-lehrers findet sich in Orat. 51, welcheRede jedoch in der neuesten Ausgabe vonMigne (Par. 1862) unter die Epistolae ver-wiesen ist und hier als Ep. 101 ad Cle-donium presb. contra Apollin. ep. 1 ihreStelle einnimmt. Am Schluss dieses Brie-fes heisst es u. A. von den apollinaristi-schen Bestrebungen: ,wenn nun auch dieweitschichtigen Bücher und die neuen unddem David (Davidischen Psalter) in fal-schem Geiste entgegentönenden Psalterien■— xai vea <J> a X x Vj p i a zocl trm'cpfioffa xipAaßfS — U nd das Gefällige des Versbauesfür ein drittes Testament gehalten wer-den — f) xpi: t 7) SiaHijxr] vopu'£exai (satirischim Sinne Gregors) —, so werden auch wirPsalmen (Lieder) dichten, Vieles schreibenund in Verse bringen 1 unter dem Bei-stände des göttlichen Geistes, dem gegen-über das Werk des Apollinaris nur als,avfiptu7:tvT) xouvoTopua (humana novatio) 1 er-scheine. Die apollinaristische Umände-rung des Davidischen Psalters scheint for-mell darin bestanden zu haben, dass diePsalmen in eine epische Paraphrase ein-gekleidet wurden, gleichwie Apollinarisauch die Bücher Mosis poetisch behan-delte und sie theils in die Weise dakty-lischer Verse, theils in die Form einerTragödie einkleidete ( Socrat . II. e. III 16;Niceph. H. e. XI 12). Ob dieses U.bemerkt Augitsti Denkw. V 273, Anm.,dasselbe Werk sei, welches unter demlitel Metaphrasis psalmorum seit 1552 oftedirt worden ist, kann mit Gewissheitweder bejaht noch verneint werden. Dieverschiedenen Urteile der Gelehrten fin-det man in Fahricii Biblioth. graec. VIIZf . s< Uh gesammelt. Das Gefährliche des‘ bestand übrigens in der Textesfäl-schung, wodurch die apollinaristischen Irr-humer unter dem Volke verbreitet wer-den sollten. icitüi.Xi.

Eoal-Encyklopäaie. II.

PSALTERIUM, vom griech. <]^Xxr'piov;dieses letztere selbst ist von P ab-geleitet und bedeutet ursprünglich einSaiteninstrument, besonders die p-GC/dSic,ein dreieckiges, harfenähnlich gebautesTonzeug mit 20 Saiten, die doppelt undim Tonverhältniss der Octave zu einandergestimmt waren. Die p.oqaöic ward mitbeiden Händen gegriffen und diente beiden Griechen zum Vortrage der Antipho-nieen. Auch der jüdische Gottesdienstkannte Saiteninstrumente zur Begleitungdes Psalmengesanges. Der Name P. wurdesodann auf ,Lieder 1 , die unter Begleitungvon Saiteninstrumenten gesungen wurden,übertragen. Im christlichen Sprachgebrauchaber verlor sich bei P. schon früh die Rück-sichtnahme auf das musikalische Elementund P. bezeichnete einfachhin die Samm-lung der hl. Gesänge Israels in dem alt-testamentlichen Kanon: die 150 PsalmenDavids und seiner Nachfolger und Nach-ahmer in der heiligen, gottbegeistertenPoesie. Vgl. d. Artt. Psalmen und Psal-ter. P. Davidicum ist sonach = HarfeDavids, offenbar eine tropische Ausdrucks-weise für ,Lieder Davids 1 , ähnlich wiewenn wir eine Sammlung religiöser Lie-der als ,Himmelsharfe 1 oder ,Harfentöne 1u. dgl. bezeichnen wollten ( Thalhofer Erkl.d.’Psalmen, 2 S. VII). Das P. als ßfßXotxiuv 'j/aljMuv hatte schon früh im christ-lichen Alterthum die ausgedehnteste Be-nützung im öffentlichen und im Privat-Cultus gefunden (s. d. Artt. Liturgie undPsalmen). Wir müssen hier die zahlrei-chen Lobreden übergehen, welche von denVätern der alten Kirche den Psalmen ge-widmet wurden, und begnügen uns, Atha-nasius anzuführen, der Ep. ad Marcell. deinterpret. neben dem Lobe der Psalmenauch einen psychologischen Grund angiebt,warum sich die Gläubigen so mächtig vonden Psalmen angezogen fühlten. DieserGrund liegt nach Athanasius darin, dassdiese göttlichen Gesänge vollkommen mitunseren Empfindungen übereinstimmen.In den anderen hl. Büchern lese man dieErzählungen von anderen Frommen, inden Psalmen aber hörten wir nicht An-dere, sondern uns selbst reden, und fän-den wir nicht fremde, sondern unsere eige-nen Schicksale geschildert; der Psaltersei ein Spiegel, worin der Mensch sichmit seinem ganzen Gemüthszustande wie-derfinde ; kurz im Psalter drücke der hei-lige Geist unsere Empfindungen, Neigun-gen und Leidenschaften aus, es seien un-sere Vorbilder (toitoi) und unsere Cha-raktere u. s. w. Anderseits betrachteteman das P. als ein Compendium der hei-ligen Schrift und nannte es eine ,kleineBibel 1 , denn ,psalmorum liber, quaecun-

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