Sarkophage.
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■dem 4. und 5. Jahrhundert an. DerMassenübertritt zur Kirche führte ihr aucheine entsprechende Anzahl von Bildhauernzu, und die Gläubigen hatten nun nichtmehr nöthig, sich ihre letzte Ruhestättebei heidnischen Meistern zu kaufen undsich in heidnische Darstellungen auf denSarkophagen zu fügen; die christlichenBildhauer aber konnten fortan ungescheutin ihren offenen Werkstätten Gegenständeihres Glaubens in den Marmor meissein.So eröffnet sich denn nun für die Kirche einneues Feld ihrer kunstpflegenden Thätig-keit. Bisher darauf beschränkt, den Malerndie Gedanken und Gesetze für ihre Schö-pfungen zu geben, hatte sie jetzt auchdie Hand des Sculptors zu leiten. DieserEinfluss der Kirche ergiebt sich unzwei-deutig aus dem Umstande, dass wir wesent-lich dieselben Scenen und symbolischenDarstellungen auch in Stein ausgeführtsehen, welche uns in den Decken- undWandgemälden der Katakomben begegnenoder welche den Schmuck der Wände undApsiden der ältesten Basiliken bildeten.Dass daneben aber auch der Einfluss derAntike sich geltend machte, zeigen unsnicht nur die accidentellen Ornamente,sondern auch die Auffassung ganzer Sce-nen in durchaus antikem Geiste. Dasmt, um nur einige eclatante Beispiele zuerwähnen, unter anderen der Fall bei derDarstellung der Himmelfahrt des Elias,der auf einer vierspännigen Biga zumHimmel fährt; bei der Darstellung desEirmaments in Form eines ausgespanntonSchleiers, den eine männliche oder weib-liche Figur über ihren Kopf gebreitetHält, und bei dem Bilde des Herrn selber,das uns wiederholt an die jugendlicheSchönheit eines Apollo erinnert.
Gregor von Tours (De gloria conf. 33)oharakterisirt kurz den Inhalt der bild-lichen Darstellungen auf den christlichenSarkophagen, indem es nach seinem Be-richte in der Basilika des hl. Yenerandusmne unterirdische gewölbte Grabkapellegab mit Sarkophagen, auf welchen ,histo-nae de virtutibus Domini et Apostolorummus expositae sunt“. Um nun im Nähernaul diese Darstellungen einzugehen, so be-hauptet Schnaase in seiner Geschichte derbildenden Künste (III 89), dass die ver-schiedenen Scenen auf den christlichenoteinsärgen ,ohne innern Zusammenhanggeordnet und die correspondiremlen Grup-pen nicht durch ihren Inhalt, der vielmehrgar nicht berücksichtigt worden zu seinscheint, sondern durch ihre Form miteinander verbunden seien“. Was nun diese• nsic m betrifft, so springt allerdings nichtimmer die Idee sofort der Art klar in dieu gen, dass es nur eines flüchtigen An-
schauens bedürfte, sie aus der Compositionherauszufinden. Allein es ist doch ebensovon vorneherein unwahrscheinlich, dass einin sich abgeschlossenes plastisches Werknur nach der oberflächlichsten Formrück-sicht zusammengestellt worden sei. Zu-dem ist es in der altchristlichen Malereinachgewiesener Grundsatz, dass die bib-lischen Scenen nicht ihrer selbst willenzur Darstellung kommen, sondern nurTräger und Hülle, gleichsam Symboleeines tiefern Gedankens sind; ist das aberbei der Malerei der Fall, so gewiss auchbei den Sculpturen. In der That habendenn auch de Rossi, Garrucci u. A. füreinzelne S. die tiefere einheitliche Idee,welche der Wahl und Anordnung derBilder zu Grunde liegt, nachgewiesen;wir glauben, dass sie sich durchgängigwenigstens bei den besseren Arbeitennacliweisen lasse, und es liegt ein ganzbesonderer Reiz darin, dieser Idee nach-zuspüren und sie sich dem suchendenAuge enthüllen zu sehen.
Unter dem Charakter der Compositionwird sich der Leser am besten eine Dar-stellung machen, wenn wir ihm einigeBeispiele vor Augen führen. Selten ist dieganze Fläche durch eine einzige biblischeScene ausgefüllt; als Beispiel nennen wirden Durchgang durchs rothe Meer aufeinem lateranensischen Sarkophag, alsVorbild sowol der Taufe, als der durchsie verheissenen Erlösung aus der irdischenKnechtschaft zur himmlischen Freiheit derAuserwählten. Häufiger finden sich zweiScenen, und da ist es am liebsten dieRettung der drei Jünglinge aus dem Feuer-ofen und in Gegenüberstellung dazu dieAnbetung der drei Magier (Bull. 1866, 64).Jene Bekenner des Alten Bundes, die in-mitten des Heidenthums den wahren Gottverehrten, waren die Vorbilder all derVielen, die aus dem Ileidenthume zumChristenthum kommen würden und derenErstlinge wir in jenen Weisen von Beth-lehem dargostellt finden. Vier biblischeScenen finden wir auf dem nebenstehendenSarkophag aus dem Coemeterium Callisti.Er ist die Ruhestätte eines Mädchens,dessen Bild wir in der Mitte als Oranteerblicken, wie sie in die Gemeinschaftder Heiligen aufgenommen wird. ZurLinken ist das Wunder zu Kana, rechtsder Prophet Daniel in der Löwengrubedargestcllt, dem llabakuk das Brod bringt.Beide Scenen sind gewählt mit dem Hin-! weis auf die Worte des Herrn: ,wer mein: Fleisch isst und mein Blut trinkt, derI hat das ewige Leben, und ich werde ihnj auferwecken am jüngsten Tage 1 . DieseI Auferstehung ist durch die dritte biblische! Scene, die Auferweckung des Lazarus,