Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Satan — Schauspiel, Schauspieler.

vielleicht die Gläubigen ,ex circumcisione 1und ,e gentibus* (Gal. 2, 7). Die fliegendenTauben bedeuten wol die aus der Kirchezum Himmel gelangenden Seelen der Ge-rechten (vgl. Münz Arch. Bemerk. 110).Eine zu Lyon gefundene Lampe zeigt aufdem Säulenschaft eine Taube, das Sym-bol des hl. Geistes ( Cypr. De unit. eccl.c. 9: in columba venit Spiritus sanctus),um jedenfalls hinzuweisen auf die Ver-heissung Joh. 16, 13 (Le Blant Inscript,ehret. I 167).

Auf Sarkophagen von Arles ist derDurchgang durch das rothe Meer darge-stellt; die den Israeliten voranleuchtendeFeuer-S. ist vorstellig gemacht durch eineS., deren Capitell von Flammenbüschelnumgeben ist (Le Blant 1. c. I 177). Eineähnliche Darstellung sah Martigny (Dict. 2190) auf einem Sarkophag zu Aix.

[Als zu weit gehend möchte ich da-gegen ansehen, wenn Martigny die Kirche,Andere Jesus Christus in den Säulen ge-sinnbildet finden, welche man bei AringhiII 95 in den Ecken eines Deckengemäldesdargestellt sieht und an deren Fusse zweiTäubchen emporblicken; freilich findensich Täubchen in derselben Attitüde ne-ben einer S. auf der erwähnten Garrucci’-sclien Gemme, und mit einer Krone zwi-schen zwei Eheleuten auf einem Goldglas(Buonarruoti Yetri, tav. XXIII 3 ). Buo-narruoti will da die Kinder als die Fruchtder Ehe in der Krone veranschaulicht se-hen , während Martigny darauf aufmerk-sam macht, dass nach Artemidor. II 10 (beiBuonarruoti citirt) die der Ehe entsprin-gende männliche Descendenz ihre Kraftausmacht und darum unter dem Bilde derS. vorgestellt sein dürfte. K.j münz.

SATAN, s. Teufel.

SAUCHES (al. Sausen) Messen nach Ifie-ron. Ep. 22 ad Eustoch. c. 15 die Coeno-biten bei den Aegyptern, d. h. diejenigenMönche, welche ,in communi viventes*waren, wie der Kirchenlehrer sich aus-drückt, und von denen er die An ach o-reten, ,quod soli habitant per desertum*,unterscheidet. Ygl. Bingham III 15.

SCHAF, s. Lamm II 264.

SCHAUSPIEL, SCHAUSPIELER. Da dieSpiele in der Arena und im Circus mitgrossen Kosten verbunden waren und selbst-verständlich nicht die tägliche Nahrungdes verwöhnten römischen Yolkes bildenkonnten, so erschien für die Zwischenzeitein Genuss anderer Art unerlässlich. Die-sen fand man auf der Bühne. Diese konntejedoch neben den gewaltigen Aufregun-gen, welche Arena und Circus hervor-

riefen , ihre Anziehungskraft nur durchunedle Mittel behaupten, durch rohe Be-lustigung, raffinirten Sinnenkitzel und son-stige Ausschreitungen, die den Christenden Zutritt unmöglich machten. Selbstvon der Tragödie, dem unschuldigstenaller Schauspiele, entwirft der hl. Cyprianfolgende Schilderung: ,alte Frevelthatenin Yersen erneuern, das heisst tragischerKothurn. Der alte Greuel des Yatermordsund der Blutschande wird aufs getreuestewieder dargestellt, damit die alte Schand-that im Laufe der Zeit nicht aus demGedächtniss schwinde. Allen Geschlech-tern wird hier die Lehre gegeben, es könnegeschehen, was einmal geschehen ist. Sosterben die Laster nicht durch Alter, nieversinkt das Verbrechen im Strome derZeit, nie wird die Schandthat in Verges-senheit geratlien. Zum Exempel dient,was ehedem eine Frevelthat war* (AdDonat. c. 8).

Doch ungleich mehr als die Tragödiewaren die mimischen und pantomi-mischen Spiele ,eine Schule des Schänd-lichen*. Wurden bei dem Mimus die weib-lichen ßollen allenfalls noch von Frauengespielt, so überstieg bei dem Pantomi-mus die Schamlosigkeit allen Begriff, in-dem der vorzugsweise aus Liebesgeschich-ten bestehende Gegenstand durch blossenTanz und rhythmische Gesticulationen voneinem einzigen Tänzer aufgoführt wurde,der mithin mehrere Rollen und zwar so-wol männliche als weibliche hintereinan-der geben musste. Dazu kam, dass dieDarstellungen meistens der mythologi-schen Göttergeschichte entlehnt waren,,die schamlose Venus, den ehebrecheri-schen Mars, jenen Iuppiter, der nicht we-niger durch Laster als durch Ilerrscher-macht den ersten Rang unter den Göttern*einnahm (Cypr. 1. c.), zum Gegenständehatten. Bedenkt man weiter, dass die Pan-tomimentänzer vorzugsweise schöne jungeMänner waren, die nach Tertullian vonKindheit an Unzucht am Körper erlitten,um Künstler zu werden (De spectac. c. 17),die mithin durch ihre Kunst die höchsteverführerische Anmutli und Gewandtheiterwarben, so enthält folgende, von Cy-prian an Donatus gestellte Frage zugleichauch die Antwort: ,frage nun, ob da einZuschauer unverdorben und züchtig bleibenkann! Ihre Götter, die sie verehren, ahmensie nach; so erhalten bei diesen Unglück-lichen selbst die Verbrechen eine religiöseWeihe* (Cypr. 1. c.; vgl. Aug. De civ. DeiVI 8). In ähnlichem Sinne äussern sichandere Schriftsteller. Tertullian nennt dasTheater ,ein Heiligthum der Venus, eineabgesonderte Stätte der Unzucht* (1. c-c. 10). ,In den scenischen Darstellungon,