Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Schiff.

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sagt Minucius Felix, ,entspricht die Grösseder Wuth dem Uebermass der Schmach.Denn bald beschreibt oder zeigt der Mimeden Ehebruch, bald impft der entnervteSchauspieler die Liebe ein, während ersie erdichtet 1 (Octav. c. 37). Diese undähnliche Schilderungen sind keineswegsübertrieben, da gerade zu Anfang desChristenthums das Uebel seinen Höhepunkterreicht hatte und damals unter allen Thea-terspielen der Pantomime die allgemeinsteund leidenschaftlichste Theilnahme fand.Schon der Umstand allein, dass das WortHistrio, welches früher die Schauspieleraller Gattungen bezeichnet hatte, in derKaiserzeit den Pantomimen schlechthinbedeutete, beweist dessen Verbreitung inallen Schichten der Gesellschaft (vgl. Ael.Spart. Hadr. c. 19; Vopisc. Car. c. 19).

Dass unter solchen Umständen ein Schau-spieler , bevor er die Taufe empfing, sei-ner Kunst entsagen musste, war eine For-derung, die sich von selbst verstand (vgl.Const. apost. VIII 32; Conc. Elib. c. 62;Conc. Arelat. c. 5). Aber auch die andereFrage, ob ein Christ, der selbst nichtmehr auf der Bühne erschien, aber zumLebensunterhalt in dieser Kunst AndernUnterricht ertheilte, in der Kirchengemein-schaft verbleiben könnte, wurde von Cy-prian entschieden verneint. Denn es wider-spreche, sagt er, der göttlichen Majestätund der evangelischen Zucht, durch eineso schändliche und ehrlose Gemeinschaftdie Achtung und die Ehre der Kirche zuverunstalten. Verbiete schon, fährt erfort, das Gesetz (Deut. 22, 5) den Män-nern , weibliche Kleider zu tragen, sowerde dies weit mehr untersagt, wenndazu noch schändliche, weichliche undweibische Geberden nach den Kegeln einerschamlosen Kunst zum Ausdruck gelangen.Zudem dürfe ein solcher nicht meinen,von der Bühne abgetreten zu sein, da erStellvertreter schicke und statt seiner, deseinen, mehrere Nachfolger sende, indemer sie unterrichte, wie der Mann zumWeibe herabgewürdigt, das Geschlechtdurch Kunst gewechselt werde. Sollte dieNotli ihn wirklich zu einem solchen Er-werbe zwingen, so könne er, was er zurNahrung und Kleidung bedürfe, auf Ko-sten der Gemeinde empfangen, ,damit ernicht Andere ausserhalb der Kirche inverderblichen Dingen unterrichte, sondernselbst in der Kirche lerne, was ihm zumHeil gereicht 1 . Damit er aber nicht meine,man wolle ihn mittelst Besoldung von sei-nem Sündengeworbe loskaufen, so müsseihm bemerkt werden, das Nichtsündigen/p Inn « e ul1 ^ keinem Andern zu gute\ !j l ) ' ed. Hartei). Die Kirche hatte in-( ess nicht bloss unter heidnischen , son-

dern auch unter christlichen Kaisern ge-gen die Unsitte auf der Bühne zu käm-pfen und konnte nur allmälig den Ernstder evangelischen Strenge zur Anerken-nung bringen. Wie im 3. Jahrh., so blie-ben auch noch zufolge der zweiten Synodevon Arles vom J. 452 Schauspieler, solange sie ihr Geschäft betrieben, von derKirchengemeinschaft ausgeschlossen (c. 20,Ilardouin II 774). [Man vgl. für den Ge-genstand Friedländer Sittengesch. II 255 f.Das Grabmonument einer jüdischenSchauspielerin (EN0AAE KEI || TAIÜ’AYCTINA) im Mus. Kircher. zeigt dreiMasken, unter der Inschrift Horn, Cande-laber, Palmzweig, rechts mi. Lupi Ep.Sever. 177; V. Schultze Archäolog. Stud.271. K.] PETEltS.

SCHIFF (als Symbol). Die wechselvolleGestaltung und das flüchtige Vorübereilendes menschlichen Lebens, die vielen Wider-wärtigkeiten, Kämpfe und Stürme, mitdenen es verbunden ist, die Kulie desGrabes, welche auf den Tod folgt, legtenes nahe, das Leben mit einer Fahrt durchdas unbeständige Meer, und den Tod mitdem Landen im sichern, ruhigen Hafenzu vergleichen. Daher kein Wunder, dassuns das Schiff als Symbol des mensch-lichen Lebens schon auf vorchristlichenMonumenten, insbesondere der Aegypter,Griechen und Körner, entweder allein odervon ,menschenfreundlichen 1 Delphinen be-gleitet oder in Verbindung mit dem durcheinen Leuchtthurm angedeuteten Hafen,dem Symbole des Grabes, begegnet ( PiperMythol. d. christl. Kunst I, 1, 218 f., womehrere Beispiele angegeben sind; GarrucciMuseo lat. p. 51, tav. XXXI; F. BeckerAusgew. Inschr. p. 14; Becker Gallus III383; Nork Realwörterb. IV 225 f.).

Verwandt mit dieser Vorstellung istoffenbar eine zweite, die indess schonfrühe in das Gewand der Mythe sich klei-dete, und nach welcher die Alten den Ein-tritt in das Leben jenseits des Grabes 1als eine Ueberfahrt in das für die Schattender Verstorbenen bestimmte Reich sichdachten. Hiermit hängt der auf griechi-schen und römischen Inschriften nicht sel-ten beigefügte Nachruf: EVHAOI = Fahrewohl! zusammen ( Piper a. a. 0.).

Eine weit tiefere und mannigfaltigereBedeutung erhielt das S. in der christ-lichen Symbolik. Die erhaltenen Monu-mente bezeugen, dass es eines der ver-breitetsten Symbole war: wir finden esin den Katakomben als Fresco, auf Grab-schriften und Sarkophagen, Ringsteinenund Goldgläsern, und die meisten altchrist-lichen Lampen haben die Form des S.es.Die Kirchenväter wendeten es mit Vor-