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Schisma, Schismatiker.
sentanten der Kirche, die rettende Handdarreicht.
Eine interessante Darstellung desSchiff-leins der Kirche im Sturme bietetdas bekannte Fresco in einer der sog.Sacramentskapellen. Das S. befindet sichauf hoher, erregter See, von allen Seitenstürmen die Wellen wider das Fahrzeugund drohen es zu verschlingen. Im Innerndesselben stehen zwei Männer, der eineim Yordertheil, der andere am Steuerruder,beide in der ruhigen Stellung der Oranten.Heber dem ersteren erscheint ein Jüng-ling, der, zur Hälfte in den Wolken sicht-bar, von einem ovalen Nimbus umstrahltist und seine Rechte schützend auf dasHaupt des Betenden gelegt hat. Ausser-halb des Schiffes sieht man einen mit denWellen ringenden Mann, welcher allem.Anschein nach dem erregten Elemente zumOpfer fallen wird. In der Erklärung desGemäldes sind fast alle katholischen Ar-chäologen einer Meinung: sie sehen darindas Bild der unter dem BeiständeGottes (hier durch den vom Nimbus um-
Studien 62): eine Deutung, welche demüber allen Zweifel erhabenen symboli-schen (nicht historischen) Charakter derKatakombengemälde widerspricht.
Zwei Schiffe sind es namentlich, mit denendie lihl. Väter die Kirche vergleichen: dasSchiff Petri und die Arche Noe’s.,Mystice autem navis Petri,“ sagt der hl. Am-brosius (In Luc., bei Aleand. 1. c. 16), ,se-cundum Matthaeum fluctuat, secundumLucam repletur piscibus, ut et principiaEcclesiae fluctuantis et posteriora exube-rantis cognoscas,“ und bezüglich der ArcheNoe’s schreibt der hl. Hieronymus (Adv.Iovinian. 1. 1) mit Hinweis auf I Petr. III20, 3): ,arca illa iuxta apostolum Petrumtypus ecclesiae fuit.“ Weitere Stellengiebt Kreuser (Christi. Kirchenbau I 227 ff.)an; vgl. auch die 94. Homilia des hl. Ma-ximus von Turin (ed. Migne 719 ff.).
Dass auch das Schiff des Odysseus,welches auf zwei in S. Callisto gefundenenSarkophagen dargestellt ist, von den altenChristen als Symbol der Kirche betrachtetwurde, mag befremdend erscheinen, ist
Fig. 482. Fresco ans einer Sacramentskapelle von S. Callisto (de Rossi).
strahlten Jüngling, wie anderwärts durchdie aus den Wolken ragende Hand dar-gestellt) durch die Stürme der Weltsich hindurchringenden Kirche(de Rossi II 347, tav. XV; Martigny 268,dessen Copie ungenau) und in dem mit denWellen Ringenden zugleich einen Hinweisauf das Axiom : extra ecclesiam nulla salus(Kraus 1. c. 323). l)e Rossi verweist hier-bei auf die zutreffenden Worte des hl. Hip-polytus (De Antichristo c. 59, bei Galland.Bibi. patr. II 438): ,wir, die wir auf denSohn Gottes hoffen, werden von den Un-gläubigen verfolgt . . . Die Welt ist ein5leer, in welchem die Kirche gleich einemSchiffe im Ocean von den Wogen hin undher geworfen, aber nimmer verschlungenwird.“ Hierzu bietet die von den Väternauf die Kirche bezogene Stelle Marc. 4, 37,wo der Evangelist von einem S. spricht, inwelches ,ein heftiger Sturmwind die Wellenwarf, so dass es sich füllte“, eine will-kommene Ergänzung. Dieser Erklärunggegenüber sieht V. Schultze in dem be-sprochenen Fresco den Schiffbruchdes hl. Paulus vor Malta (Arehäol.
aber durch Philos. VII 1, ed. Oxf. I 267,ed. Cnäce 335 und durch die 1. Homiliedes hl. Maximus auf dem Kreuz (ed. Migne339 f.) hinreichend gesichert (vgl. KrausR. sott. 352 f. und de Rossi Bull. 1863,35 f.). WILPERT.
SCHISMA, SCHISMATIKER. Seiner ety-mologischen Ableitung gemäss bezeichnetdas Wort a-/i<jp.a (von jyi'Csiv, trennen,spalten, zertheilen) eine Spaltung oderTrennung, also eine Losreissung irgendeines Theiles von einem Ganzen, mit demer früher verbunden oder vereinigt war.Diesen Begriff der Spaltung und Trennungverbinden wir auch hier mit dem Worte,wo wir es auf Zerreissung der religiösenund kirchlichen Einheit anwenden unddamit die Absonderung einer gewissenAnzahl der Kirchenmitgliedor von demEinen mystischen Leitsterne bezeichnen.
Dass solche Trennungen in der Kircheeintreten würden, hat Christus selbst vor-ausgesagt (Matth. 24, 5 u. 24 ff.), unddass wirklich schon frühzeitig Spaltungeneinrissen, sehen wir I Kor. 11, 18, wo