Schlangenbild.
733
der Apostel sagt: cbcouui, ayysgjcna. ev up.ivu-apyeiv. Wie aus der Vergleichung diesesmit dem folgenden Verse 19 erhellt, be-trachtet der hl. Paulus das Wort aywp.aals gleichbedeutend mit aipeatc, da er sagt:det -fap xa'i aipeast? Iv upiv stvai. Diese Spal-tungen seien nämlich nöthig als Mittelder Prüfung und Läuterung und zur Aus-scheidung der nicht Probehaltigen. DerApostel gebraucht hier das von den philo-sophischen Schulen der Griechen her-genommene Wort ,Häresieen‘, das seitdemin die kirchliche Sprache übergegangenist, um Parteien, welche sich auf Grundabweichender Lehren von der Kirchesondern, oder von ihr ausgestossen wer-den , zu bezeichnen (Döllinger Christen-thum u. Kirche 126). Da hier xyicrpa alsSynonymum mit oupscns gebraucht wird,so könnten wir uns versucht fühlen, unterden aytapara eben solche verschiedeneLehrsysteme zu verstehen, wodurch wiraber mit dem jetzt üblichen Sprachge-brauch der Kirche in AViderspruch kämen
AVir müssen nämlich ins Auge fassen,dass die Aufhebung der kirchlichen Ein-heit oder die Spaltung eine doppelte seinkann, nämlich entweder eine mehr äusser-liche oder aber eine innere. Ist eineinnere Entzweiung und eine völlige Dif-ferenzirung in Bezug auf wesentliche Lehr-punkte eingetreten, so kann eine äussereGemeinschaft und Verbindung selbstver-ständlich nicht mehr bestehen und dieLösung der äussern Einheit ist die noth-wendige Folge der innern Trennung. Istaber anderseits vollständige Einheit derUeberzeugung und Uebereinstimmung derwesentlichsten Glaubenslehren vorhanden,so ist damit doch die äussere Einheit nichtvon selbst schon gegeben, sondern es könnendie Träger gleicher Gesinnung und Ueber-zeugung recht gut allen äusseren Verkehrvermeiden und sich getrennt von einanderbefinden. In letzterm Falle würden wirdie bestehende Trennung als Schisma be-zeichnen müssen, während sie im ersterenals Haeresis betrachtet wird.
Das Schisma ist sonach seinem Begriffegemäss auf die äusserliche Aufhebungder kirchlichen Einheit gerichtet, es ver-stösst gegen die äussere Einheit und Ver-bindung der Glieder der Kirche untereinander und kann eintreten, ohne dassdie innere Einheit im Glauben und inder Lehre verletzt wird: geschieht aberdas Letztere zugleich, so heisst die Auf-hebung der Einheit Haeresis und bewirkteine vollkommene Trennung der Kircheund der Häretiker. Und da die äussereEinheit der Kirche durch ihre Vorsteher,durch die Bischöfe und den Papst ver-mittelt und vorgestellt wird, so bezieht
sich das Schisma zunächst auf die Auf-hebung der äussern Einheit und Gemein-schaft mit den Vorstehern der Kirche.AVer eine solche Aufhebung der kirch-lichen Einheit oder eine Spaltung ver-anlasst und vollzieht, oder wer einer sol-chen sich anschliesst und anhängt, derheisst und ist ein Schismatiker. AVirmeinen, dies sei deutlich genug. Solltenwir aber, um allen Missverständnissenvorzubeugen, uns noch genauer ausdriicken,so dürften wir vielleicht sagen, das Schismainvolvire eine Verkennung der in derKirche aufgestellten Verfassung oderDisciplin. Ueber den Unterschied vonHaeresis und Schisma handelt Aug. ContraCrescon. grammat. Donat. 1. II, c. 3 ff.;vgl. Möhler Einheit d. Kirche, dippel.
SCHLAXLEXIilLI) findet sich I. in denDarstellungen des Sündenfalls (s. d. Art.Adam und Eva I 15) und der Tödtungder zu Babylon als Gottheit verehrtenSchlange durch Daniel (s. d. Art. Daniel);
Fig. 433. Goklglas mit der Schlange des Moses(Garrucci Vetri, tav. I 3 ).
ob bei der Form dieser Composition denchristlichen Künstlern heidnische Kunst-typen aus dem Ilerculesmythus vorge-schwebt haben, wie Piper Mythol. I 66bis 75 nachzuweisen versucht, dürfte beider Einfachheit der Scenen schwer zuentscheiden sein (vgl. auch Menzel Christi.Symbolik, i. v.). AVenn die Erklärungvon Garrucci (Vetri 11) richtig ist, sofindet sich auf einem Goldglase (ib. tav.1 3 ) die von Moses errichtete Schlange,die hier allerdings nicht auf einer Stangeerhöht ist, sondern sich vom Boden empor-ringelt, dargestellt. Mit Rücksicht aufdie Haltung der Schlange und auf dasGoldglasfragment in der Sammlung Dischzu Köln, wo der Erlöser bei Daniel inder Löwengrube erscheint (s. den Art.Daniel I 342), möchte ich hier eher diein der Kraft des Erlösers von Daniel voll-brachte Tödtung der Schlange zu Babylondargestellt sehen und in der unbärtigenGestalt mit dem Stabe nicht Moses, sondernwie auf dem Goldglase bei Garrucci (tav.III ls ) Christus erkennen.