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Schlüssel Petri.
burra, sowie das im Grabmal der GallaPlacidia zu Ravenna von 450, und kaumälter sind die Darstellungen auf den Sar-kophagen. Gehört die Broncestatue desApostels in S. Peter noch, wie von nam-haften Archäologen angenommen wird,dem Ende des 4. oder den Anfängen des5. Jahrh. an, so dürfte dies die erste undälteste Darstellung des Apostelfürsten mitden Schlüsseln sein. (Der Gestus derrechten Hand ist, nebenbei bemerkt, nichtder des Segnens, sondern des Redens.)
Die historisch-symbolische Scene derUebergabe der Schlüsse] durch den Herrnan Petrus (Matth. 16,19) kommt ausser aufeinem silbernen Krüglein des vaticanischenMuseums nur sechsmal und zwar aus-schliesslich auf Sarkophagen vor (Garruccitav. CCCXIII 2 . CCCXXX 5 . CCCXL 5 .CCCLII 2 . CCCC 1 - 2 ), denen aus dem9. Jahrh. noch zwei Basreliefs aus Ve-rona und Mailand hinzuzufügen sind(i d’Ayincourt Stör. tav. XXVI i3, - 15 ). Petrus
Fig. 436, Von einem reliefirten Gelasse bei BotturiI 185 (vgl. Biancliini Not. in Anastas. Vit.s. Urbani n. 18).
empfängt die Schlüssel als etwas Heiligesauf verhüllten Händen (s. uns. Fig. 436),wie er in der gleichen Weise sonst die LexDomini entgegennimmt. Christus ist in allenScenen bartlos (in statu viatoris) aufge- jfasst, während er bei der Uebergabe der ;Bücherrolle an den Apostel durchgeliends jden Bart trägt: eine Verschiedenheit,die besonders auf einem Sarkophag ausden Grotten von S. Peter auffällt, wo insämmtlichen historischen Scenen Christus \bartlos erscheint. Auf dem Sarkophag in !S. Pietro in Vincoli hält der Apostel einenSchlüssel auf den Falten seines Gewandes,und empfängt einen zweiten aus der Handdes Herrn. Hier, wie auf dem Sarkophag jin den Grotten von S. Peter und auf einem jSarkophag zu Arles, bildet die Vorher-sagung der Verleugnung den Pendant zuunserer Scene; die Uebergabe der Schlüssel!ist also an die Stelle des sonst der Ver-ileugnung gewöhnlich gegenübergestellten 'Mosesbildes mit der Virga am Felsen in I
der Wüste getreten. Die Bedeutung dieserParallele ergiebt sich aus dem zu ArtikelMoses (II 431) Gesagten, wie sie hin-wiederum das dort Gesagte neu bestätigt.Christus, ,welcher den Schlüssel Davidshat, der öffnet und Xiemand schliesst,der schliesst und Niemand öffnet* (Apoc.3, 7), verheisst die ihm vom Vater ver-liehene Gewalt nach seiner Himmelfahrtdem Apostelfürsten als seinem Stellvertreterauf Erden. Die Schlüssel, die Virga unddie Lex sind daher synonyme Symboledes petrinischen Primats. Es sei dazu aufdie Stelle bei Optatus von Mileve (Lib. VIIcontr. Parmen.) verwiesen: bono unitatisb. Petrus praeferri Omnibus Apostolis me-ruit, et claves regni coelorum communi-candas ceteris solus accepit . . . Stanttot innocentes, et peccator accipit claves;ut unitatis negotium formaretur, provisumest, ut peccator aperiret innocentibus, neinnocentes clauderent contra peccatores,et quae necessaria est unitas, esse nonposset.
An die historische Darstellung schliesstsich eine Reihe von Scenen, wo Petrusdie Schlüssel, ähnlich wie andere Heiligeihre Kränze, dem Herrn darbringt: so aufeinem Sarkophag zu Ravenna ( Garruccitav. CCCXLVI 2 ) und auf den Mosaikenin S. Agata in Suburra, S. M. in Dominicaund S. M. in Cosmedin zu Ravenna ( Gar-| rucci tav. CCXL 2 . CCXLI. CCLXXXXIII).
Die dritte weitaus reichste Klasse vonDarstellungen zeigt die Schlüssel als Epi-i theton distinctivum des Apostels (daherclaviger regni coelorum, primogenitus cla-vigerorum; s. die Stellen bei Borgia Vat.Conf. 118), sei es, dass er sie allein, sei es,dass er nebst denselben noch die Crux ha-stata trägt. Letzteres ist u. A. der Fall aufeinem Sarkophag zu Ravenna ( Garr. tav.CCCXLIV 2 ), im Codex Syriacus der Lau-renziana zu Florenz vom Jahre 586 bei derHimmelfahrt Christi und auf den Mosaikenvon S. Lorenzo von 585, in der Kapelle deshl. Venantius beim Lateran aus der ZeitJohannes’ IV (640) und in der Apsis desTricliniums Leo’s III um 800. LetzteresMonument zeigt auf der Stirnwand, woPetrus dem Papste Leo das Pallium über-reicht, die Schlüssel auf dem Schoosse desApostels. (Mit Unrecht hat Alemanni DeLat. pariet. 88 auch auf dem Mosaik vomGrabmal Otto’s II in den vaticanischenGrotten dem Apostel eine Crux hastatagegeben; dagegen hat er richtig die vonAndern übersehene Besonderheit repro-ducirt, wonach der auf einem Thronesitzende Christus den linken Arm um dieSchulter des Apostels gelegt hat.) Aufden späteren Bleimedaillen steht die Cruxneben dem Apostel und Ein Schlüsse!