Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Schmelz.

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ist auf seiner Brust oder neben ihm an-gebracht, wie auf einer bei Borgia (Yat.Conf., Titelblatt) abgedruckten und ineinem schönen Exemplar jüngst für dasMuseum des deutschen Campo Santo er-worbenen Bleimedaille und auf einer Ma-trize zum Giessen solcher Medaillen indemselben Museum.

Losgelöst von der Person Petri, alsSymbol der dem Apostel und seinen Nach-folgern übertragenen Gewalt an sich, er-scheinen dann die Schlüssel auf dem Mo-saik im Triclinium Leo’s III (Garruccitav. CCLXXXIII), wo Christus demPapste Sylvester dieselben überreicht, undauf dem ehemaligen Mosaik der Apsis vonS. Peter, wo die Ecclesia eine Fahne trägt,in welcher die Schlüssel stehen. Damitmag dann die seit Gregor d. Gr. nach-weisbare Sitte Zusammenhängen, Schlüsselvon der Confessio Petri an Fürsten, Bi-schöfe und Kirchen zum Geschenk zu sen-den (vgl. Borgia 1. c. 184).

Die Zahl der Schlüssel variirt in deraltern wie in der spätem Zeit zwischeneinem und zweien, ohne dass dieser Ver-schiedenheit eine Bedeutung beizulegenwäre. So sagt Maximus von Turin (Hom. 1in Nat. Ap.): haec illi Confessio dedit,ut ante claves regni coelorum aeciperet,quam coeli ianuas introiret . . . Claveseoeli lingna est Petri, quia singuloruminerita censendo Apostolus unicuique re-gnum coelorum aut claudit aut aperit.Non est ergo clavfs ist« mortalis artificis

aptata manu,sed dataChristo po-testas est iudi-candi. Einigewenige Dar-stellungenzei-gen den Apo-stel mit dreiSchlüsseln.Als ältestesBeispiel die-ser Art nenntAlemanni (DeLater, pariet.85; s. unsereFig. 437) einBild in einergriechischen

Fiu « Ar, , . Handschrift

^Uniatur aus einer grie- , rr , ■chischen Hs. aus <lor Zeit Kaiser 1 ' aticana,

Iustins I (Alemanni De Lateran, angeblich auspariet. tab. VII r>S). der / e it lu-

. . stins I (518

üis 527). Es ist der Bibel-Cod. Yat. Gr. 699(Blatt 81), dev jedoch dem SchriftcharakterS* 1 !, 1 .. ^ em j ft h r h- angehört. Die dreichlüssel, welche der Apostel an einem gol-

Heal-Encyklopüdle. II.

denen Reifen hängend trägt, sind sämmt-lich von Gold. Ebenso sind es drei Schlüs-sel, welche auf dem Mosaik im TricliniumLeo’s III der Apostel auf dem Schoosseliegen hat; das Gleiche sehen wir auf demMosaik am Grabmal des deutschen KaisersOtto II in der Grotte von S. Peter vomJahre 983, wo sie alle drei von Gold sind,und auf einem Mosaik im Museum desLateran, wo zwei derselben von Silber,der dritte von Gold ist. Diese Dreizahlist verschieden gedeutet worden: auf dieGewalt über Himmel, Erde und Hölle(oder Purgatorium; Ivo Camotens. De di-vin. off. 419, ed. Ilittorp ), oder auf dieGewalt, zu lehren, zu binden und zu lösen,und zu regieren (Magist. sent. III. dist. 18);Alemanni deutet den dritten Schlüssel(1. c. 139) auf die Facultas, saecularia adreligionis amussim dirigendi rerumquepublicarum statum temperandi, legt ihmalso eine politische Bedeutung bei, wasdann aber für jene angeblich älteste Dar-stellung aus der ersten Hälfte des 6. Jahrh.schwerlich passt. Am zutreffendsten wirdwol die Deutung auf die Plenitudo pote-statis sein (omne trinum perfectum); dochmag immerhin wenigstens auf dem Mosaikdes leoninischen Tricliniums der kirchen-politische Nebengedanke nicht auszu-schliessen sein, indem der hl. Petrus demPapste Leo das Pallium, dem Kaiser Karl(D • N • CARYLO • REGI) die Fahne über-reicht, während er halb auf dem Schoossedie drei Schlüssel liegen hat. de waal.

SCHMELZ (smaltmn, esmuletum, smalto,email, deutsch smalte, sehmalte), ursprüng-lich Geschmelze von Gold und Silber,dann metallisches Glas (nicht mit Ducangevon maltum, Mörtel, herzuleiten). Inder Kunstsprache bezeichnet heute S.1) den Glasfluss, d. h. eine leicht-flüssige, durch lösbare Oxyde gefärbteGlasmasse; 2) die eigentliche S.-M a 1 e r e i,d. h. Malerei mit Glasfluss, der auf Me-tall aufgeschmolzen wird; 3) Metall-arbeiten, die mit Schmelzmalerei ver-sehen sind.

Das Alterthum kannte hauptsächlich dieHerstellung des Glasflusses, der beiRingen Verwendung fand, denn das Gold-schmiede-Email (email incruste) , dasbald Zellen-S. (email cloisonne), baldGruben-S. (email en taille d’epargne oderchamplevS). Bei ersterm wird die Zeich-nung durch feine Metalldrähte (Stege)dargestellt, welche man auf den Exeipien-ten, d. h. den Metallgrund, auflötliet; dieso entstehenden Zellen werden durch Glas-fluss gefüllt. Beim Gruben-S. wird derContour in den Excipienten eingegrabenund die für die Aufnahme des Schmelzes

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