Schuldner — Schulen.
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Auf unsern altchristlichen Denkmälernbemerkt man grosse Verschiedenheit inder Behandlung der Fussbekleidung. Mankann im Allgemeinen festhalten, dass inden biblischen Scenen, den Wundern JesuChristi auf Wandgemälden und Sarko-phagen durchweg die Füsse entweder nacktoder mit Sandalen bekleidet sind. Oft
Fig. 438. Sandalen.
sieht man den Herrn mit Sandalen zwischenden Jüngern, deren Füsse unbekleidet sind.Der gute Hirt hat zuweilen nackte Füsse,meist sind Füsse und Unterschenkel mitgrossen bis an dieKniee reichenden Jäger-stiefeln oder Strümpfen bekleidet. DieMagier haben fast immer grosse, zuweilenreichbesetzte orientalische Hosen, Soldaten
Fig. 439. Schuh des hl. Silvester in S. Martinoin Monti.
treten durchweg mit grossen Soldaten-stiefeln, die Hirten mit Bauernstiefeln auf.Frauen haben fast immer S. an, dochbegegnen uns auch weibliche Oranten oftmit nackten Füssen. Heilige, namentlichin der spätem Zeit, treten zuweilen inmit Schnüren hinaufgezogenen bischöf-lichen Prachtschuhen auf. Je mehr sich
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■Fig. 4«. Kreuz -von der Fig. 441. Kreuz von denHnrmorstatne Papst Inno- Scliulien Papst Pauls IIcenz’ VII (erw. 1404). (1464).
die Kunst dem MA. nähert, desto mehrverschwindet die der alten Symbolik be-sonders eigene Tracht der nackten odernur mit Sandalen bekleideten Füsse, undes nehmen die historisch aufgefassten Per-sonen meist S. an. Doch lässt sich hiereine fixe Regel nicht aufstellen. In demCod. Egberti z. B. sind die heiligen Personen,Christus und die Apostel, durchaus barfuss,
die Hirten, jüdischen Seniores u. s. f. meistmit Schuhen bekleidet.
Die Frage, wann das Kreuz als Ver-zierung des päpstlichen Schuhes, bez. Pan-toffels , zum erstenmal auftritt, geht daschristliche Alterthum nichts an. Sovielsei erwähnt, dass, wie auch Martigny 644feststellt, weder bei den liturgischen Quel-lenschriftstellern, noch auf den Bildwer-ken des frühem MA.s das Kreuz auf dempäpstlichen Schuhwerk erscheint; der erstenachgewiesene Fall scheint Innocenz VII(1404—1406) zu betreffen, dessen Marmor-statue in den vaticanischen Grotten in derThat das Kreuz bietet (s. Fig. 440), wieauch bald darauf das Broncerelief Mar-tins V (t 1431) am Altar der Confessiovon S. Giovanni im Lateran. Etwas ver-schieden ist die Form des Kreuzes beiPaul II (1464); später treten reichereFormen auf, als deren letzte wir nach
Fig. 442. Pantoffel Pius’ VII.
Martigny diejenige auf dem PantoffelPius’ VII hier wiedergeben (s. unsereFig. 442). kraus.
SCHULDNER (debitores) wurden an denOsterfeiertagen freigelassen (Cod. Theod.üb. 9 , c. 38 de indulg. crim. 1. 3, n. 4;Ambros. Ep. 33; vgl. Bingham IX 232).Dagegen war ihnen das Privileg des Asylsverweigert (Cod. Theod. lib. 9 , c. 45 dehis qui ad eccl. conf. 1. 1). Augustinusveranstaltete für einen an der Kirche Asylsuchenden Schuldner eineCollecte (Ep. 215;vgl. Bingham III 360 f.). Auch wurdenMassregeln von Arcadius getroffen, dassnicht Schuldner, welche Neigung zumChristenthum simulirten, vor Regelungihrer Schulden aufgenommen wurden (Cod.Theod. lib. 9, c. 45, 1. 2; vgl. BinghamVII 470 f.).
SCHULEN. Das charakteristische Merk-mal , welches das christliche Schulwesenin allen seinen Formen und zu allen Zei-ten vom nichtchristlichen Unterricht schei-det, ist die enge Verbindung desselbenmit Religion und Cultus. Wie der gött-liche Stifter sich selbst ,die Wahrheit 1(Job. 14, 6) nennt und sein Amt darinbesteht, ,der Wahrheit Zeugniss zu geben 1(Job. 18, 37), so ist auch ,Gnade undWahrheit’ (Job. 1, 17) der Inbegriff desChristenthums und desswegen die Ueber-
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