738
Scholae — Schuhe.
bestimmten Stellen werden vertieft, sodass die Umrisse stehen bleiben. Ausser-dem unterscheidet man noch Relief-S.(email translucide sur ciselure en relief), wodie Zeichnung mit dem Grabstichel schwachreliefirt ausgeführt und mit durchsichtigemS. colorirt wird, und S. auf erhabenerArbeit {email de ronde bosse oder de hautrelief), reliefirte Metallgegenstände, dieeinen Ueberzug aus S.-Glas erhalten (vglBücher Geschichte der technischen KünsteI 4 f.).
Die altchristliche Zeit hat von demEmail nur einen sehr untergeordneten Ge-brauch gemacht. Kleine Gefässe aus S.werden von Boldetti 166 als in den Kata-komben vermerkt und abgebildet; ebensoeine Platte p. 496, n. 10; ein eleganterFlacon (guttus) ebd. p. 500, n. II. Buo-narruoti p. XYI spricht von zahlreichen an-dern Fragmenten, wie kleinen Fischen, ausS., die in den Coemeterien zu Tage treten.De Rossi R. S. III 601 ist der Ansicht,dass die in der etruskischen und italo-griechischen Kunst so beliebten Productedieser Emailkunst schon im 3. Jahrli.unserer Zeitrechnung in Rom in Abnahmekamen und den reliefirten und ornamen-tirten Gläsern Platz machten; doch weissauch er von kleinen Fischen, welche, ausEmail, Krystall, Perlmutter, Elfenbeinu. s. f. gebildet und an der Stelle derAugen durchbohrt, als eine Art Erken-nungszeichen unter den Christen getragenwurden (Bull. 1863, 38).
Es ist nicht meine Absicht, hier aufdie Geschichte des byzantinischen Emailseinzugehen, welche ausser dom Rahmendieses Werkes liegt. Doch sei erwähnt,dass als ältestes Zeugniss für die Existenzder Emailkunst in Byzanz die Gabataelectrina citirt wird, welche Kaiser Iusti-nus I dem Papst Ilormisdas (514—523)sandte. Labarte sieht in dem Electrinaeine S.-Arbeit, was Bücher a. a. 0. nichtohne "Weiteres zugestehen will. Auch lu-stinian d. Gr. soll für die Hagia Sophiaumfangreichen Gebrauch von dem Emailgemacht haben; wenigstens versteht La-barte (Hist, des arts industr. 2 III 67) dieAngabe des Cedrenus also.
Eines der ältesten Denkmäler der S.-Kunst dürfte ein Email- und Gold-Tri-ptychon des Museo nazionale in Palermosein, welches Scenen aus dem Lehenund Leiden des Herrn mit lateinischerDedicationsinschrift und griechischen Bei-schriften zeigt; wol eine byzantinischeArbeit des frühesten MA.s, aber mit latei-nischen Einflüssen, die sich in der dra-matischen Belebung der Gestalten docu-mentiren. Ein Schlussplättchen trägt dieInschrift: HANTA || LEONSTRA || TVS
VENIAH (veniam) Ml£Hi POS || S£ OR£A-TYS (posce reatus). kraus.
SCHOLAE hiessen die Triclinien, welchezur Abhaltung der Todtenmahle von Col-legien bei den Gräbern errichtet waren.Eine solche Schola des Collegium Silvani,welche an das Coemeterium des Calliststiess, war rund. Eine andere, der SodalesSerrenses an der Yia Nomentana, wo mannoch Broneegefässe zur Yertheilung desWeines (einen Sestarius und eine Hemina )fand, beschreibt Visconti (Annal. dell ’ Istit.di corrisp. arcli. 1867, 387); sie hatteringsum eine Sitzbank, in der Mitte eineAra mit der Weihinschrift und war rothangemalt (vgl. de Rossi Ii. sott. III 475).
SCHOLASTICI. Bezeichnung der Ad-vocaten und Defensores (vgl. Bingham YII479). Ihre Ordination wird verboten beiInnoc. Ep. 23, c. 6 (vgl. Bingham II 151).
2X0AAZ0NTE2 EIII2K0110I hiessen Bi-schöfe, denen das Yolk die Aufnahme ver-weigerte. Ygl. Conc. Antioch. c. 16; Bing-ham II 111.
SCHRIFT, HEILIGE, s. d. Art. Testa-mente.
SCHÜSSELN, s. d. Art. Patena II 595.
SCHUHE. Man trug in Italien sehrverschiedene Fussbekleidung — S., San-dalen , Stiefel; die römische Tracht wareigentlich die der S. ( calces, uTroo^paxa),und unterschied den Mulleus, den Schuhder vornehmen Stände, aus rothem Leder,mit hoher Sohle, links am Fusse hinauf-gehend und mit Häkchen (mulleoli) be-festigt — den Calceus senatorius, derschwarz war und mit Riemchen geschnürtwurde (auch patricius) — die S. des Ordoequester und der Bürger, beide schwarzund oben an den Knöcheln zugebunden(pero), endlich die Bauern- oder Skla-venschuhe (sculponeae), d. h. Holz-schuhe {Marquardt Privatalterth. II193).Der feine Schuh der Frauenwelt ward inder Kaiserzeit auch von Männern getragen.Stiefel, die bis zum Knie hinaufgingen,wurden in der spätem Kaiserzeit statt desMulleus mehr und mehr Sitte (baxeae,zancae), dann kamen auch schwere Jägor-und Soldatenstiefel auf (caligae mili-fares), die auch Fuhrleute, Bauern undWeiber trugen, und deren schwere Nägel(clavi caligares) öfter erwähnt worden.
Im älteren Rom trug man nur zu HauseSandalen (sandalia, soleae) mit Bändernund Pantoffel ohne Bänder (socci), dochwar es zu Hadrians Zeit schon Sitte, mitSandalen öffentlich einhorzugohen.