Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Secretaria — Sedes.

barung in der Kirche der Eudoxia, d. h.in S. Pietro in Yincoli, dem hl. S. einenAltar geweiht hatte. In diese Zeit fälltdann auch wol das von Papst Agathonhierher überbrachte Mosaik auf dem Al-tar (im linken Seitenschiff gegenüber dersiebenten Säule), welches Ciampini Vet.mon. II, tab. XXIII zuerst herausgegebenhat und welcheswir hier in Pig. 445reprodueiren (vgl,Botlari III 168).Das Werk einesLateiners, zeigt esdie byzantinischenEinflüsse der spät-ravennatischenMosaikmalerei.Der Heilige istnicht, wie ihn dieKunst der Renais-sance darzustellenbeliebt, nackt undjung, sondern alsbärtiger, reiferMann vorgestellt,mit langem Man-tel, geschmückterHoftracht, Nim-Fig. 445. Der hl. Sebastian, bus, in der Recll-Jiosaik in s. Pietro in vincoii. ten ein Diadem

tragend.

Ein von Bottari (tav. LXXXIX) publi-cirtes Relief in Terracotta wurde nochvor Bosio’s Zeiten in S. Priscilla gefun-den, wo es als Altaraufsatz gedient hatte.Ein Blick auf die Darstellung reicht hin,um in ihm ein Werk der Renaissance zuerkennen. Darstellungen des Sujet ausden ersten sechs Jahrhunderten sind nichtbekannt. kraus.

SECRETARIA. Der Ausdruck findet sichzunächst für Cnjptae subterraneae, Erd-höhlen, bei Apuleius. Dann begegnet unsim selben Sinne Secretalia (Yita s. Lupiac Lugd. in Maur. Insul, barbar.; vgl.Cancellieri Secr. 248). Im christlichen Kir-chenbau bezeichnet es Räume, die im All-gemeinen mit dem Diaconicum (s. d. Art.

I 358) und den Pastophorien (s. d. Art. II588) identisch gewesen sein werden undin denen sowol die Eucharistie als die jhl. Bücher bewahrt wurden. Beide Zwecke jsind durch Paulinus Nol. in seiner Be- jSchreibung der Basilika des hl. Felix an-gegeben. Marchi glaubte ein Secretarium 'in der Katakombe unter der Salita del Co- ,comero (tav. XXXVIII N ) zu erkennen, Bot- jtari sah eine Anspielung auf ein Secreta-rium in einer Darstellung (I 68) eines Sar-1kophags (ebd. tav. XIX) , wo zu Füsseneiner Orans ein Gefäss mit einer Taube |

— Symbol der Eucharistie —, anderseitsein Pack Bücherrollen liegt.

Der Ordo rom. bestimmt: cum vero ec-clesiam introiverit Pontifex, non ascenditcontinuo ad altare, sed prius intrat insecretarium sustentatus a diaconibus. Zu-weilen fanden Synoden in solchen Se-cretarien statt, wie die von Karthago imJ. 525 (in secretario basilicae s. martyrisAgilei) und eine von Arles; andere Bei-spiele aus dem MA. stellte Ducange i. v.zusammen. Zuweilen müssen diese S. um-fangreich gewesen sein; so wird gemeldet,dass dem hl. Martin von Tours ,mansio... ecclesiae Domini qua secretaria pollent 1gewesen sei ( Ven. Fortunat. Yit. s. Mart. III227; vgl. Sidp. Sev. Yit. c. 10). Auch dasConc. Chalc. act. I, p. 48, wie Araus. I, c. 27gedenken der S. Den Bau eines solchenberichtet eine von Ducange verzeichnete,jetzt verlorene Inschrift von Vienne (LeBlant n. 405): EX YOTO FLAVIYS LA-CANIVS YIR CONSVLARIS CYM SYISFECIT DE PROPRIO BASILICAM SE-CRETARIA ATQYE PORTICVM (vgl. da-zu Marini Coli. Yat. Y 82, n. 1). kraus.

SEDES, Sitz (llpovo?), heisst im römi-schen Recht (vgl. Cod. Theod. und lustin.)die Dignität eines Praefectus praetoriound Praefectus urbi (S. magnifica, inlustris,eminentissima, excelsa, magnificentissima).Schon seit dem 4. Jahrli. gilt die näm-liche Bezeichnung auch für die bischöf-liche Würde und die bischöfliche Katlie-dra; Ammiamis Marcellinus sagt: sedemexstrui martyrum reliquiis, und der Cod.Theodos. De sep. viol. IX 17 von aposto-lorum seu martyrum sedes. Kar’ e£<jyrjvheissen S. die fünf Patriarchalsitze, undS. prima der römische ( Gelas. 1 in Conc.Itom.; Epist. Conc. Rom. a. 378, n. 10).Dem entsprechend spricht Gelas. Ep. 4 adFaust, von einem secundae und tertiae se-dis antistes. Primae S. heissen aber auchdie Primaten in Africa u. s. f. (Conc. Tllib.c. 58: prima cathedra; Conc. Carth. III,c. 26). Die Bedeutung von S. als Eccle-sia cathedralis ist mittelalterlich (s. Du-cange i. v.). Ausserdem begegnen uns beiAug. De (loctr. Christ, c. 8 S. apostolicae.Einmal gebraucht der Cod. Theod. 1. XYI,tit. 5 de haer. den Ausdruck für Kirchen(der Arianer). Chrysost. Horn. 2 in Ioan.nennt das Gotteshaus einen Sitz derLehre.

In einer Inschrift bei de Rossi (Bull.1878, 17) wird eine Kirche PETRI PAV-LIQVE SEDES genannt, und im selbenSinne hat eine andere Inschrift (ebd. 22)(h)lC SEDES SANCTI . . . (der Namefehlt), also im Sinne von Ecclesia oderMemoria. kraus.