Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Segen.

der neben dem Mittelfinger ist, wodurchdann der gerade Finger, der Zeigefingergenannt wird, und die Biegung des Mittel-fingers den Namen IC andeuten, weil derZeigefinger das I bezeichnet, der krummeaber, der neben ihm ist, das C; der Dau-men aber und der Ringfinger, welche quer(kreuzweise) miteinander verbunden sind,und die Biegung des kleinen Fingers,der daneben ist, den Namen XC an-deuten. Denn die Querstellung des Dau-mens mit dem Ringfinger zeigt den Buch-staben X; der kleine Finger, der diekrumme Gestalt hat, deutet das C an,wodurch der Name XC gebildet wird.Darum wurden durch göttliche Fürsichtvon dem Weltenschöpfer die Finger dermenschlichen Hand in solcher Weise ge-formt und deren nicht mehr oder weniger,als nothwendig ist, um diesen Namen kundzu thun.‘ Auch Ciampini (De sacr. aedif.c. IY, sect. 2) sieht in dem griechischenS. die Symbolisirung des Namens 1H XC,während Andere die Sigla A(0 ( MacriIlierol.) darin wiedergegeben glauben. DieBollandisten (YII lun. 135) sehen in dendrei aufgestreckten Fingern eine Auffor-derung an die Seele, sich zur hl. Drei-faltigkeit zu erheben; Polidori (Amico catt.VII 60) erklärt diese drei aufgerichtetenFinger als ein Bekenntniss unseres Glau-bens an die Trinität, die zwei zusammen-gelegten als Bekenntniss der zwei Naturen;Mariigny möchte in der kreuzförmigenUebereinanderfügung der Finger eine An-spielung auf die Geheimnisse der Trinitätund Incarnation erblicken. Es unterliegtkeinem Zweifel, dass alle diese Andeutun-gen spät und in die Monumente hinein-getragen sind. Es ist ebenso unzweifel-haft , dass die ältere Kunst die Un-terscheidung eines griechischenund lateinischen Segens nichtkannte. Noch Innocenz 111, welcher Desacro altari lib. II 44 den Gegenstandex professo behandelte, weiss davon nichtsund schreibt für die Benedictio nur dieElevation dreier Finger vor, ohne anzu-geben, welcher. Lateinische Denkmälerzeigen zuweilen den griechischen, grie-chische den lateinischen S. So segnet derErlöser auf dem Mosaik der Confessio deralten Peterskirche griechisch ( Borgia Va-tic. conf. b. Petri, Frontispiz). In S. Marcosegnet der Christus des Triumphbogenslateinisch, der der Tribuna griechisch;das Apsidialmosaik der alten Peterskirche(Ciampini De sacr. aedif. tab. XIII) zeigtübrigens auch Petrus, gleich dem Heiland,griechisch segnend, während Paulus dievolle Hand ausstreckt. Martigny 2 101glaubt auf einem von Foggini (De rom.ltin. b. Petri 471) besprochenen Diptychon

| bereits den Beweis zu finden, dass beidej Darstellungen des Segens für die zwei Kir-j eben geradezu charakteristisch geworden| seien, indem hier Petrus nach lateinischer,Andreas als Gründer der constantinopoli-tanischen Kirche nach griechischer Weisesegnet. Indessen hat diese Unterscheidungjedenfalls erst spät — vielleicht erst seitder definitiven Trennung beider Kirchen —angefangen, als geradezu charakteristischPlatz zu greifen. Auf den Mosaiken er-scheinen noch beide Riten promiscue so-wol in Rom als in Ravenna: so Garruccitav. CCVII 1 (lat., S. Costanza). CCXVIIP(S. Maria Magg., griech.). CCXIX 3 (ebd.,griech.). CCXX 2 (ebd , griech.). 3 (ebd.,lat.). CCXXYIII 3 (Baptisterium in Ra-venna, lat.). CCXL 1 (S. Agata in Suburra,lat.). CCXLII 2 (S. Apollinare nuovo inRavenna, lat.). CCXLIV 3 (ebd., griech.und lat. nebeneinander). CCXLVI 1 (ebd.,lat.). CCXLVII 1 (ebd., lat.). CCXLYIII 1 - 5(ebd., griech.). CCXLIX 2 (ebd., lat.).4 . 5 .6 griech.). CCLII 2i 3 (S. Teodoroin Rom, lat.). CCLXII 1 (S. Vitale in Ra-venna, Hand Gottes mit gekrümmtem Mit-tel- und Ringfinger!). CCLXIII 3 (ebd.,griech.). CCLXY ’ (S. Apollinare in Classein Ravenna, griech.). CCLXXI (S. Lorenzoin Agro Verano, lat.). CCLXXXII 2 (röm.Mus., lat.). 3 (Aachen, lat.). CCLXXXXII(S. Cecilia in Rom, griech.). CCLXXXXIV(S. Marco in Rom, griech.). In vielenFällen lassendie Abbildungennicht hinreichenderkennen, wel-cher Ritus be-folgt ist, wie aufdem Fig. 451 ab-gebildeten Fres-co aus S. Cal-listo. Aber eben-so schwankendist das Verhält-niss auch in denMiniaturen: Gar-rucci tav. CXIII 2(Wiener Genes.,griech.). CXX 1(ebend., griech.).

CXXIX 1 (Cod.syr. der Laurent.,griech.). CXXX»

(ebend., latein.).

CXXXI 2 (ebd., lat.). CXXXIV 2 (ebd.,lat.). CXLVIII 2 (Cod. vatic. Indicopl.,griech.). Didron hat in den Zusätzen zudem Malerbuch (deutsche Ausg. 419, A.)darauf hingewiesen, dass auf einer Mauerder Kathedrale zu Puy eine Hand Gottesi gemalt sei, die griechisch segne, und eri will daraus den Schluss ziehen, dass un-

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Fig. 451. Fresco aus S. Callistu(de Roesi R. S. I, tav. VI).