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Zweiter Band. I - Z.
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Senex — Sibyllinische Bücher.

Rom. Medallions, in The Brit. Mus. 1874,pl. LYII) als mit der Toga bekleidetemännliche Gestalt; sie trägt über der Togadie Laena senatoria, weiter ein mit einergrossen Gemme geschmücktes Diadem,mit Perlen gezierte Stiefel. In der Linkenhält sie ein Scepter, in der Rechten einenGlobus. Garrucci I 269 macht die Be-merkung, dass die durch ihre BeischriftSENATVS sicher gestellte Personificationsich von der Darstellung des Kaisersunterscheidet, indem letzterer eine ver-schieden geschmückte Toga, auf dem Haupteine förmliche Krone, vorzüglich aber aufihrem Globus einen Adler trägt. Auchdas Scepter ist verschieden, beim Senatoben und unten von gleicher Dicke, heimKaiser oben stärker und zur Aufnahmedes kaiserlichen Bildes geschickt.

Das Yolk ist auf einer dem constan-tinisclien Zeitalter angehörenden Münze(Cohen YI, pl. IV') als kräftiger, lorbeer-gekrönter Jüngling charakterisirt, der alsEmblem ein Füllhorn trägt.

Auf der von mir (Wandgemälde derSt. Georgskirche in Oberzell 18) und Gar-rucci (tav. CCCCLXV 6 ) publicirten ältestenDarstellung des Weltgerichts ist das Yolkvor den Cancelli, hinter welchen derKaiser steht, in Gestalt flehender Männer,Weiber und Kinder vorgestellt, kraus.

SENEX. Bezeichnung des Primas inder afrieanisehen Kirche, wo diese Würdean das Alter gebunden war ( Cod. eccl.Afric. c. 90. 100; Aug. Ep. 149. 152. 235.261; vgl. Bingham I 210 f. und Gestaapud Xenophilum hei Deutsch Drei Acten-stücke zur Gesch. des Donatism. 33.

SENIORES. Den Ausdruck gebrauchtschon Tertull. Apol. c. 39 (praesident pro-bati quique senior es) , vielleicht im Sinnevon Episcopi und Presbyteri. In einemdavon wol verschiedenen Sinne begegnetuns der Ausdruck bei Optat. (I 41;Gest. Purg. Caecil. et Fel. 268) und Aug.(Ep. 137: dilectissimis fratribus, clero,senioribus et universae plebi eccl. Hippo-nensis; Contr. Crescon. III 29: episcopi,presbyteri et diacones et seniores. AndereStellen hat Bingham I 295 gesammelt).Diese Aeltesten des Volkes sind wol ineiner gewissen Weise unsern heutigenSchöffen zu vergleichen, wie das auchBingham 1. c. 296 annimmt, indem er sieden Aldermen gleichstellt.

Beachtenswerth ist der Terminus inKunstvorstellungen des frühem MA., wolauch schon des Alterthums, wo die demHerrn überall feindlich gegenübertretendenVorsteher der Judenschaft im Anschlussan den biblischen Text regelmässig als

SENIORES charakterisirt sind; so im Cod.Egberti.

SEPULCRUM, s. Grab I 630.

SEPULTURA, s. Todtenbestattung.

SERAPHIM. Die Is. 6, 1. 2 geschilderteVision des Propheten, wo die S. beschrie-ben werden, ist dargestellt bei CosmasIndicopl. (Garrucci tav. CXLVIII 2 ), woim Anschluss an Hieron. Ep. 18 ad Da-mas. 4 die Zweizahl derselben festgehaltenist (vgl. Orig, bei Hieron. Ep. 84 ad Pam-mach. et Ocean. 3). Ygl. den Art. EngelI 419 und Garrucci Storia I 295.

SERMO, s. Predigt II 633.

SESCUPLUM (rjjAtoXiat), eine eigene Artvon Wucher, vielleicht diejenige, welcheHieron. In Ezech. c. 18 verurteilt (. . . uthiemis tempore demus decem modios etin messe recipiamus quindecim). Ygl. d.Art. Wucher und Bingham II 321 f.

SEXT, s. Officium divinum II 531.

SIBYLLINISCHE BÜCHER, -/p wol atßuX-Xtaxoi, eine Sammlung von griechischenGedichten angeblich prophetischen Inhalts,die für die christliche Archäologie vonBedeutung sind wegen ihrer Beziehungzur altchristlichen Litteratur. Den NamenSibyllen tragen weissagende Frauen, welcheverschiedenen Zeiten und Völkern zu-getheilt werden. X'ßuXXai leitet man ge-wöhnlich ab vom äolischen oder dorischencnoü ßoXvj, d. i. fleoü ßouXr' (Lactant. Instit.I 6; Stephan. Thes. graecae linguae adh. v.); es ist aber zweifelhaft, ob das Wortgriechisch ist, da die Griechen selbst denbarbarischen Sibyllen höheres Alter bei-legen als den ihrigen. Ueber Zahl, Na-men und Vaterland der Sibyllen stimmendie Alten nicht überein; je jünger dieZeugnisse, von desto mehreren reden sie.Der erste, der sie erwähnt, ist Ileraklü;Herodot nennt sie nicht, citirt aber sibyl-lische Verse; Plato (im Phaedrus und Thea-ges) weiss nur von einer, Aristoteles, Ari-stophanes kennen mehrere, zur Zeit Varro’szählte man zehn (Lactant. 1. c.), von ebensovielen weiss Aelian (Var. Hist. XII 35).Für ihr umfangreiches Sagengebiet ist hiernicht Raum, so interessant dasselbe cultur-geschichtlich wäre.

Zuerst treten sie auf in der LandschaftTroas und dann an der ganzen Westküstevon Kleinasien. Die vornehmste, gewöhn-lich .die Sibylle* (noch bei Flavius Josephus1, 4, 3 und Schriftstellern des 2. Jahrh.n. Chr.) geheissen, ist die erythräisclie.Sie wandert von Troas nach Klaros beiKolophon und Delphi (Verbindung desklarischen Orakels mit dem delphischen)