Sonnabendfeier.
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gens ist hiebei, wie Binterim Denkw. Y 1,134 gut bemerkt, nicht zu übersehen, dassdie alten Christen den Sonntag von derersten Yesper, mithin in der Hälfte desSonnabends anfingen; sie kamen also anletzterm Tage zusammen und feierten ihnnicht als Sabbath, sondern als den An-fang des Sonntags und um, wie Athanas.(1. c.) will, Jesum als den Herrn desSabbaths anzubeten. Also keine Feiernach jüdischer Weise. Dieser letztereGrundsatz wurde überhaupt von denYätern der Kirche strenge festgehaltenund darum die Sitte der Ebioniten, welchenach jüdischer Art den Sabbath, nachchristlicher Weise den Sonntag zugleichfeierten ( Eiiseb. Hist. eccl. III 27), alshäretisch verworfen ( Theodor. De fabul.haer. II 1). So weisen can. 16 u. 49 desConc. Laodic. auf die Duldung einer Sab-bathsfeier in christlichem Sinne hin, wäh-rend Can. 29 gegen eine judaisirende Feierdes Sonnabends bestimmt, dass die Christennicht judaisiren und am Sabbath nichtmüssig sein, sondern arbeiten, den Tagdes Herrn aber (Sonntag) besonders ehrenund an demselben nicht arbeiten sollten;judaisirende Christen sollten von Christusausgeschlossen sein. Auch die Ermahnungdes Ignat. Mart. Ep. ad Magnes. n. 9,dass die Christen nicht mehr den Sabbathfeiern sollten, ist der Praxis der Kirchegegenüber in dem gedachten Sinne zu er-klären, wie nicht minder die AeusserungGregor. 21. (Epp. XI 3), wonach der Anti-christ die Beobachtung des Sabbaths (seil,more iudaico) erneuern werde. Als Fest desDankes für die Schöpfung konnte der Sonn-abend gefeiert werden, aber er musstenicht gefeiert werden, am allerwenigstenauf der formellen Basis des mosaischenRitualgesetzes. — In den Kirchen des 0 c-cidentswar die Praxis bezüglich der S.eine verschiedene; einige Kirchen feiertengleich den Orientalen den Sabbath alsDies festus ohne Fasten, mit gottesdienst-lichen Zusammenkünften, wie z. B. Ang.Ep. 86 (al. 36) ad Casulan. n. 31 aus-urücklich bemerkt: ,ad sabbatum maximehi solent convenire, qui esuriunt verbumDei‘; in andern Kirchen wurde gefastet,wie namentlich constant in der römischenKirche und wenigstens seit der Synodevon Elvira (305 oder 306) auch in derspanischen Kirche, denn Can. 26 mit derÜberschrift: ,ut omni sabbato ieiunetur 1 ,wird bestimmt: ,errorem placuit corrigi,ut omni sabbati die superpositiones (strengesFasten, nicht Ilalbfasten) cclebremus 1 ,wobei mit ,ut‘ nicht der Inhalt des Error,sondern das angeführt wird, was von nunan allgemein gelten soll (liefeie Conc.-Gesch. I 138). Zur Zeit des hl. Augu-
stinus noch befolgten viele Kirchen inund ausserhalb Nordafrica die orienta-lische Praxis der S., so die Rom nahe-gelegene Kirche von Mailand, über derenSitte nach Aug. (1. c. n. 32) der hl. Am-brosius selbst die Erklärung abgab: ,quandohic sum, non ieiuno sabbato, quando Ro-mae sum, ieiuno sabbato, et ad quam-cunque ecclesiam veneritis, eius moremservate.“ Die Frage, ob die Feier desSonnabends als Freudentages ohne Fasten,oder die S. mit Fasten im Occident dieursprüngliche gewesen sei, scheint mitAlbaspinaeus (Observat. I 13) zu Gunstender erstem Meinung entschieden werdenzu müssen. Jedoch hat die römische Ob-servanz Anspruch auf ein sehr hohes Alter.Augustmus (1. c.) und später Cassianus(Instit. III 10), die von diesem Gegen-stände reden, kennen das Alter dieserSitte, den Sabbath mit Fasten zu feiern,nicht, und erwähnen nur der von einemgrossen Theile der Römer selbst angefoch-tenen Sage, wonach man am Sabbath faste,weil der Apostel Petrus, der an einemSonntag mit Simon Magus streiten wollte,am Tage vorher mit den römischen Chri-sten gefastet habe, um einen glücklichenErfolg von Gott zu erbitten. Innocenz I(Ep. 1 ad Decent. c. 4), welcher dem Sab-bathfasten apostolischen Ursprung vindi-cirt, bezeichnet als Grund dieses Fastensden Umstand, dass Jesus an einem Sab-bath im Grabe gelegen sei, die Apostelaber darüber getrauert und aus Furchtvor den Juden sich verborgen hätten (vgl.Bingham Orig. eccl. col. IX 60 sqq. undBinterim Denkw. Y 2, 124 ff.). Der rich-tigste, schon von Tertull. De ieiun. c. 14angedeutete Grund der Einführung desSabbathfastens mochte in dem gewolltenGegensätze zu dem Judaismus liegen, wo-von im 3. Jahrh. der pannonische BischofViclorinus in fragm. De fabrica mundi (ap.Bouth Reliq. sacr. III 237) schreibt: ,hocdie (septimo) solemus superponere (strengzu fasten) idcirco, ut die dominico cumgratiarum actione ad panem exeamus 1 ,mit dem Beisatze: ,ne quid cum Iudaeissabbatum observare videamur 1 (s. o. dieSynodalbeschlüsse von Elvira und Laodi-caea). Die orientalische und die abwei-chende römisch-occidentalische Art undWeise der S. bestanden, ohne Streitpunktzu werden, neben einander, bis in Folgeder erwachten feindseligen Stimmung dergriechischen Kirche gegen die römischedas Conc. Trull. Quinisext. (692) c. 55 (al.56) der letztem unter Berufung auf Can.apost. c. 66 (al. 65) einen offenen Tadelüber ihre Sabbathfeier entgegenbrachte.Ergänzend wollen wir hier noch bemer-ken, wie es sehr wahrscheinlich sei, dass