Spottcrucifix.
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eher dem Gekreuzigten eine Kusshand zu-wirft ; zwischen den beiden Gestalten liestman: AAE || SAMENOC || CEBETE || 0EON— Alexamenos betet (seinen) Gottan. Garrucci, welcher das Denkmal zu-erst in der Civ. catt. 1857 und in einerdaraus separat abgedruckten Broschüre(II Crocifisso graffito in casa dei Cesari etc.,Roma 1857) erklärte und dessen Ueber-führung in das Museo Kircheriano, wo esnoch jetzt aufbewahrt wird, veranlasste,erkannte in demselben sofort eine Illu-stration zu der von Tertull. Apol. c. 16u. A. bezeugten Thatsache, dass man dieChristen der Verehrung eines Gottes mitEselsohren beschuldigte. Die Erklärung
fand allgemeinen Beifall (s. u. A. Piper
Ev. Kal. 1864, 78; Ausland 1865, 435;
Reber Ruinen Roms, 1863; Ferd. BeckerDas Spottcrucifix der röm. Kaiserpaläste,Breslau 1866), während die von Jos. Hauptaufgestellte Deutung auf den Typhon der
Aegypter (Mitth.der k. k. Cen-tralcomm. 1868,150—168; vgl.dagegen F. X.Kraus in derOesterr. Viertel-jahrsschrift fürTheologie VIII,1869, übers, vonCh. de Linas Lecrucifix blasphe-matoire du Pala-tin, Rev. de l’artehret. 1870) sichkeine Anhängererwarb. In einerzweiten Schriftüber den Gegenstand (Das S. vom Palatinund ein neu entdecktes Graffito, Freib. i. B.1872) stellte ich das Monument mit der vonStefanoni (Gemm. antiq., Venet. 1646, tab.30) publicirten (seither allerdings in Be-zug auf ihre Echtheit bezweifelten) Gemmezusammen, welche einen mit dem Palliumbekleideten Esel vor andächtig lauschen-den Zuhörern darstellt, und verwies auchauf andere merkwürdige Bezeugungen an-tiker Onolatrie: so auf das von deRossi(Bull. 1864, 72) herausgegebene Graffitovon Pompei: MVLVS HIC MVSCIILLASDOCVIT), so auf die Monumente vonEselscult, welche uns in Medaillen des5. Jahrli. begegnen ( Eckhel D. N.
173 174; Vettori Diss. apolog. de
quibusdam Alex. Sev. num., Rom. 1749;raciaudi Osserv. sopra alcune singolari estrane medaglie, Nap. 1748). Es sind dasDevotionsmedaillen oder vielmehr Amu-lette, welche einem jener aus Judenthum,tinosticismus, Ileidenthum und verdorbe-
ne. 460. Gemme (nach Stefa-noni).
nem Christenthum zusammengeschweisstenMischculte ihre Entstehung verdankten,die uns im ausgehenden Römerreich ent-gegentreten. Einige dieser Medaillen hatCavedoni (Rer. numism., 1857) wieder ab-gebildet. Es sind zu nennen:
1) ALEXSARI — bartloser Kopf mitder Löwenhaut. Rev.: DN IHV XPS DEIFILIVS. Eselin mit einem Füllen, welchesan ihr saugt, über dem Bilde ein Skorpion(s. meine Fig. II und hier Fig. 461).
2) ALEXANDER = 1. Rev. wie 1.
3) IOVIS FILIVS. Büste eines bart-losen lorbeergekrönten Imperators im Pa-ludamentum. Rev. wie 1 und 2.
4) D N HONORIVS P F AVG. Büstedes lorbeerbekränzten Honorius mit demPaludamentum (Fig. III — hier Fig. 462).Rev.: ASINA, über einer weidenden, ihrFüllen nährenden Eselin. Vgl. dazu Ta-nini Numism. imp. rom., tab. VIII.
Fig. 461.
Fig. 462.
Medaillen, Denkmäler der Onolatrie.
5) ALEXANDER. Büste des jugend-lichen Alexander mit der Löwenhaut; ne-ben dem Kinn des Königs ein von einemelliptischen Kreis umschlossenes astrolo-gisches Zeichen Von dem Umkreis derEllipse gehen acht Strahlen aus, welche
T-förmig auslaufen. Rev.:
in einem
von zwei concentrischen Kreisen umgebe-nen Zirkel. Dass manche Christen eherneMünzen mit dem Bilde Alexanders amKopf oder an den Füssen trugen, meldetuns Chrysost. (Ad ill. catech. hom. 2, n. 5).Ich beziehe auf diese Eselsanbeter dasvon den Kaisern Honorius und Theodo-sius II im J. 409 gegen die Coelicolae ge-gebene Gesetz, indem ich für CoelicolaeCillicolae zu lesen vorschlage (y.t'XXoj, Esel;vgl. dazu Petron. Fragm. XXXV: Iudaeuslicet et porcinum numen adoret |) et cillisummas advocet auriculas). Für alles Wei-tere muss ich auf meine erwähnte Ab-handlung S. 25 f. verweisen.