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Zweiter Band. I - Z.
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Spirifcus — Spofctcrucifix.

Fig. 458. Pyrgos zum Anf-bewahren der Würfel (Bol-det ti).

eines Kindes drei Würfel befestigt gesehenhabe, welche alle drei die Zahl sechs zeig-ten. Es ist anzunehmen, dass diese Wür-fel, welche vielleicht dem Kinde einst zuunschuldiger Freu-de gedient hatten,als Erinnerungszei-chen dort ange-bracht wurden, undwenn man in derArt, wie sie ange-bracht wurden, einebesondere Bedeu-tung zu suchen hat,so kann man sieals ein Sinnbild desGlückes ansehen.Denn das dreifacheSechs ist die wahreGlückszahl, weil siebeim Spiel den Siegverschaffte und deneingesetzten Preis gewann, und es deutetso auf jenes Glück hin, das der Gläu-bige am Ende des irdischen Lebens er-langt , auf den Siegespreis der ewigenSeligkeit. Im fiebrigen fand man in denKatakomben keine andern derartigen Spiel-geräthe, und der von Boldeiti 447 her-ausgegebene Würfelbecher stammt nichtaus denselben. Wir treffen demnach nichtdas geringste Merkmal von heidnischenGebräuchen bei der Anwendung von Spiel-tischen und Würfeln in den Katakomben,und indem man keinen Unterschied machtezwischen den Gegenständen, welche an derAussenseite den Loculus kennbar machensollten, und jenen, welche innerhalb heid-nischer Gräber sich fanden, vermengteman zwei ganz verschiedene Dinge undkam dazu, die Christen eines abergläubi-schen, heidnischen Gebrauches zu beschul-digen, von dem sich keine Spur zeigt.Wenn man früher, verleitet durch diescheinbare Uebereinstimmung mit den Er-gebnissen der profanen Archäologie, inden obigen Irrthum fallen konnte, so istjetzt nach den Studien und der eingehen-den Untersuchung, welche de Rossi überdie in den Katakomben befindlichen Ge-genstände angestellt hat, über ihren Ge-brauch und ihre christliche Bedeutung keinZweifel mehr möglich. brdzza.

SPIRITUS. Die Form SPIRIT A SANCTAkommt einigemal auf christlichen Inschrif-ten im Sinne von animae ßdelium, sc.defunctorum, vor (Bull. 1873, 54—56;1875, 19; 1877, 27. 29—31). S. als no-men propr. hat eine Inschrift aus Thar-ros (Bull. 1873, 129 f., tav. XI 1 : SPI-RITO REQVIESCENTICARISSIMI AMI-CORYM etc.). SPIRITVM REDDERE ge-

ben Inschriften ebend. 1873, 134. 149.150. S. SANCTYS, der hl. Geist, ist in-schriftlich erwähnt Bull. 1864, 29; 1873,129. 130; 1877, 27; 1878, 9; 1881, 66.67. Ygl. d. Art. Geist, hl., I 592.

SPONGIA SACRA, (oqiof airoyyoc), einSchwamm, ward bei den Griechen zumAbwisehen des Altartisches und des Kel-ches gebraucht. Er hiess auch p-ouaa. Ygl.Ducange Gloss. med. Graec. et Lat. i. v.,auch unter Purificatorium (s. o. II 676).

SPOXSALIA, s. Ehe I 389.

SPOJfSORES, Taufpathen, s. Taufe.

SPORTULAE, s. Klerus II 218.

SPORTULANTES FRATRES heissen dieKleriker bei Gypr. Ep. 66, al. 1 = tam-quam decimas ex fructibus accipientes.Ygl. d. Art. Klerus II 218; Bingham II 264.

SPOTTCRUCIFIX, das, des Palatin.Bei den Ausgrabungen, welche im Spät-herbst 1856 am südwestlichen Abhang desMonte Palatino, in der ehemaligen YignaNusiner, vorgenommen wurden, legte manu. A. ein Gebäude bloss, welches nebeneiner halbkreisförmigen Exedra drei kleineGemächer aufwies, deren Wände mit Graf-fitis bedeckt waren. In dem mittlern derZimmer stiess man auf die mit starkemeisernen Instrument in den Stucco ein-gegrabene Darstellung eines mit der Inte-rula (xoXoßiov, kurzer, kaum die Oberarmebedeckenden Tunica) bekleideten Men-schen, der einen Eselskopf trug und anein T-förmiges Kreuz befestigt erschien;die Beine waren mit den Fasciae cruralesbekleidet, die Hände an den Querbalkender Crux befestigt, die Füsse standen auf

Fig. 459. Spottcruciflx vom Palatin.

dem Suppedaneum. Zur Linken dos De-linquenten steht in anbetender Stellung(Plin . Nat. hist. XYIII2) ein Mensch, wel-