Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Stab.

Christus in der alten Kunst nicht abge-bildet worden.

Indem der Herr dem Petrus die Weideder Lämmer und der Schafe übertrug,Hess er auf ihn die Herrschaft übergehen,welche der Vater ihm ertheilt hatte, da-mit der Apostel als neuer Moses das christ-liche Volk leite und regiere. Daher dieinteressante Darstellung auf den Sarko-phagen, dass Petrus allein durch einen S.ausgezeichnet ist, während von den übri-gen Aposteln keiner je mit einem solchenabgebildet erscheint. Und es ist zu be-achten, dass es meist drei zusammengehö-rige Scenen sind, in welchen Petrus den

5. trägt: die Vorhersagung der Verleug-nung, die Gefangennehmung des Apostelsund Petrus unter dem Bilde des Moses,welcher das Wasser aus dem Felsen schlägt.Denn weder die persönliche Sünde, nochdie ihm angethane Gewalt beraubten ihnder Würde, die ihm übertragen worden.Auf einer Reihe anderer Darstellungenläuft der S., den der Apostel dann aufder Schulter trägt, in das MonogrammChristi aus; so sehen wir es z. B. auf derbekannten Petrus-Statuette, auf einemGrabstein zu Anagni, auf der Elfenbein-pvxis im Berliner Museum, auf dem Mo-saik von S. Lorenzo vom J. 578 und an-derwärts. Der S., den der Apostel aufdem Fragment eines Goldglases trägt, wirdin derselben Weise zu ergänzen sein. Wenndaher auf den Sarkophagen der hl. Petrusmit der Crux gammata abgebildet wird,so ist darin nicht sowol eine Erinnerungan seinen Kreuzestod, als vielmehr dasSymbol seiner Regierungsgewalt zu er-kennen, wie sich aus der Vergleichungmit den Worten Tertullians (Contra lud.)ergiebt: quis omnino regum insigne po-testatis suae humero pröfert, et non autin capite diadema aut in manu seeptrum?Sed solus rex novus novorum saeculorumChristus Iesus novam gloriae potestatemet sublimitatem in humero extulit, crucemscilicet etc. In ähnlicher Weise deutetder hl. Augustinus den S. des Moses aufdas Kreuz: petra virgapercussa est. QuareIigno, nisi quia crux ad Christum accessit.Daher auch die Bezeichnung Petri als,signifer et dux‘ bei den Dichtern, wieauf der Inschrift, welche Constantin aufder Faqade der neuen Peterskirche an-bringen Hess.

Der S. als Abzeichen des Boten kommtauf den älteren christlichen Denkmälernnicht vor; dahingegen treten etwa seit dem

6. Jahrh. auf: der Engel Gabriel hei derVerkündigung Mariae, die Engel, welchedie Weisen zum Christkindlein nach Beth-lehem führen; die Engel, welche nach derAuferstehung den frommen Frauen, nach

der Himmelfahrt Christi den Aposteln er-scheinen u. s. w., mit einem S. in derHand, welcher oben entweder in eine Ku-gel oder in ein Kreuz ausläuft. Auf einemElfenbein zu Venedig trägt der Engel,welcher den drei Jünglingen im Feuer-ofen erscheint und die Flammen aus-löscht , ebenfalls einen solchen S.; über-haupt werden in der byzantinischen Kunstdie Engel, ihrem Namen entsprechend, wiemit Flügeln, so auch mit einem S. abge-bildet, selbst wo sie nicht in Functionsind, sondern z. B. bloss das Gefolge desHerrn bilden, wie auf dem ravennatischenMosaik der Anbetung der Magier; jaChristus selber erscheint mit einem sol-chen Boten-S., wo er den Vätern in derVorhölle ihre Erlösung verkündigt. Aufden Mosaiken im Baptisterium zu Ravenna,in der Apsis des Lateran und in S. Pras-sede trägt Johannes der Täufer ein Kreuz;auch hier dürfte wol an den Herold-S.des grossen Vorläufers zu denken sein.Wenn aber der hl. Laurentius in den Ka-takomben von Albano, im Mausoleum derGalla Placidia zu Ravenna, auf dem Tri-umphbogen in Agro Verano und ander-wärts mit einem S.-Kreuz auf der Schulterabgebildet ist, so ist das allerdings dasAbzeichen seiner Diakonatswürde, aberes war doch zunächst Sache des Diakons,das Evangelium zu verkündigen, und insofern ist auch hier in dem Kreuze derBoten-S. zu erkennen.

Was die Liturgie betrifft, so hat manaus einer Stelle bei Honorius Augustod.(Gern, anirn. I 24): ,dum Evangelium le-gitur, baculi de manibus deponuntur 1 , denSchluss gezogen, alle Gläubigen hättenmit Stäben in den Händen dem hl. Opferbeigewohnt; Martigny führt die mystischeund praktische Deutung dieser vermeint-lichen Sitte eingehend aus. Allein abge-sehen davon, dass ausser an jener Stellevon einer solchen Sitto bei keinem derVäter Rede ist, auch die Gemälde derfrüheren wie der späteren Jahrhundertedafür keinerlei Anhalt bieten, so liegt inden angeführten Worten selber doch nichtmehr ausgesprochen, als dass diejenigen,welche etwa während des übrigen Gottes-dienstes sich der Krücken oder Stöcke zumStützen bedienten, während des Evange-liums dieselben ablegen sollten, de waal.

II. Der Bischofs-S. (pdßSoc, ßay.TTj-pia, vapllr,;; pedum, wegen seiner Aelin-iichkeit mit dem gekrümmten S. des Hir-ten; ferula, von ferire, als Bezeichnungder jurisdictioneilen Gewalt; virga, Pa-storale, baculns; sonst kommen im MA.noch die Ausdrücke cambuta [= baculusretortus in der Vita s. Galli etMagnoaldi;vgl. die argentea cambuta ßgurata im Te-