Band 
Zweiter Band. I - Z.
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781
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Städte.

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Comte de, Etudes de symbolique ehret.,Paris 1861, bes. p. 79. 108. 425 f. Krausa. a. 0. L. v. Wolfskron Der Bischofs-S.in seiner Bedeutung u. allmäl. Entw., inMitth. der k. k. Oentralcomm. II 256—262.C. Lind Ueber d. Krumm-S., 1863. F. BockGeseh. der lit. Gew. II 218 f. Essenweinim Anz. des German. Mus. 1866, 432 f.Weiss Costümkunde II 679, 4; 2 II 452.Kirchenschmuck 1869, XXY 26 f.; 1874,n. 10. 12; 1875, n. 1. 3—5. 7. Otte 5 I278. Cahier Caracteristiques des saintsI 294. KRAUS.

STÄDTE. Auf einer grossen Anzahlvon christlichen Monumenten aus der nach-constantinischen Zeit, insbesondere auf denMosaikgemälden der alten Basiliken undauf Sarkophagen begegnen uns Darstel-lungen von Städten, die anfänglich vonganz primitiver Gestalt sind (vgl. GarrucciVetri tav. X 8 ; Storia IY, tav. CCVII 1 ;Perret Catac. Y, pl. III), in der Folge aberzu einer reichern, bald stereotyp gewor-denen Form sich entfalten.

Auch der Platz, den ihnen die Künstlerzugedacht haben, ist gewöhnlich der gleiche:auf den Mosaiken finden wir sie an denäussersten Enden der Zonen, auf den Sar-kophagen, wo sie oft nur durch thurm-artige Bauten angedeutet sind, bilden siemit geringen Ausnahmen zu den Scenenden Hintergrund. Die meisten dieser S.führen keinenNamen (s. ausser den schonangeführten Garrucci Storia IV, tav.CCIX. CCLXV. CCLXXII. CCLXXXV.CCLXXXVI. CCVIIIC; Y, tav. CCCIII.CCCXXIY. CCCXXVI. CCCXXVII.

cccxxviii. cecxxix. cccxxxi.

CCCXXXIII. CCCXXXIY 2 u. 5 . CCCL),da ist also ihr Sinn entweder aus der Ge-

sammtdarstellung oder aus analogen Bspielen, in denen sie ausdrücklich genarsind, zu entnehmen. In etwa sieben Fäll(Ciampini Aedif. Const. tab. XIII, p. zGarrucci 1. c. IV, tav. CCXI. CCLICCLVIII. CCLXXI. CCLXXXXIV; Ye1. c. und unsere Abbildungen II 172, F78 u. 79) sind ihnen die Namen HIEBSALEM (IERVSALE) und BETIILEI(BECLE) beigegeben und zwar nicht ,arbitrium profecto pictoris vel musivarwie Ciampini (Vet. mon. I 189) behauptsondern stets in der Ordnung, dass Jerulern auf der linken und Bethlehem auf (rechten Seite sich findet. Auf zwei äsaiken von S. Apollinaro in Ravenna (GaIV, tav. CCXXXXIII. CCXXXXY) leswir über den Eingangsthoren: PALTIVM — CIVITAS RAYENN und (CiviCla)SBIS ; in ähnlicherWeise waren ardie S. des schon längst untergegangorMosaiks benannt, welches eine vom Pa

Johannes YII der heiligsten Jungfrau ge-weihte Kapelle schmückte und Begeben-heiten aus dem Wirken Petri in Jeru-salem, Antiochia und Rom enthielt (ibid.tav. CCLXXXII).

Ueber die symbolische Bedeutungder erstem S.-Darstellungen •— denn dieletztem, welche nur geographischen Zweckhaben, kommen hier selbstverständlichnicht in Betracht — sind die Archäologenaller Zeiten einer Meinung: sie sehen, ge-stützt auf die heiligen Schriften und Väter,in Jerusalem und Bethlehem die vonChristus gestiftete Kirche (vgl. August.Enarr. in Ps. 98. ed. Maur. IY 1062 undPascas. Radb., Migne CXX 134). Beth-lehem, wo mit der Anbetung der dreiWeisen aus dem Morgenlande der Glaubeder Heiden an Christum seinen Anfangnahm (Maxim. ILom. 18; Migne LYII 261),galt insbesondere von jeher als der Typusder Ecclesia ex gentibus (Aug. Serm. 202;Migne XXXVIII 1033), während Jeru-salem stets die Ecclesia ex circumcisionerepräsentirte. Hierbei ist an das Mosaikvon S. Sabina in Aventino zu erinnern,wo zu beiden Seiten einer langen, histo-rischen Inschrift des Papstes Coelestin Idie Personificationen jener beiden Kirchenabgebildet sind; unter der auf der linkenSeite ist geschrieben: ECLESIA EX CIR-CVMCISIONE, auf der rechten: ECLE-SIA EX GENTIBVS; sie stehen also inderselben Ordnung, wie auf den erwähntenMosaiken Jerusalem und Bethlehem. —Häufig schreiten aus beiden Städten jesechs Lämmer auf das Agnus Dei zu,welches auf dem Berge, dem die vierEvangelienflüsse entströmen, steht: siesind bekanntlich Symbole der Gläubigen,die noch hier .auf Erden ihrer geistigenNahrung nachgehen, der,Ecclesia ex parte,qua peregrinatur in hoc saeculo 1 . DieserDarstellung, die gewöhnlich den Fries derApsiden einnimmt, entspricht in der Conchaselbst oft eine Scene aus der Ecclesiatriumphans.

Auf den meisten obiger Sarkophage undzwei Mosaiken (ibid. IV, tav. CCVIII undCCLXXXV) begegnet uns nur Jeru-salem. Diese Stadt war in ganz vorzüg-licher Weise der Typus der Kirche, derCivitas Dei, welche auf den Gerechtensich aufbaut, deren Fundament Christusist und die Apostel (s. Enarr. in Ps. 121,ed. Maur. IY, 1385; coli. I Cor. 3, 11;Apoc. 21, 14). Einem Pilger, der im5. Jalirli. die Katakombe von S. Callistobesuchte, schien diese Nekropole ein Vor-bild des himmlischen Jerusalem und infrommer Begeisterung schrieb er hart amEingänge zur Hauptkrypta die Worte:GERVSALE CIVITAS ET • ORNAMEN-