Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Statio.

TVM • MARTYRV DI ■ CVIVS (de RossiR. S. II 18, tav. XXX 8-11 und KrausR. S. 2 151). Er vollendete zwar den Satznicht, aber offenbar schwebte ihm derAnfang des 121. Psalms und vor Allemdie Worte Jerusalem, quae aedificaturut civitas 1 vor. Aehnlich ruft auch Ter-tullian (De spect. c. 30) aus: quae gloria,resurgentium sanctorum . . . qualis civi-tas nova Hierusalem!‘ Der EvangelistJohannes schaute ,die Stadt Gottes 1 imGeiste und beschrieb sie in der GeheimenOffenbarung. Der Einfluss seiner Schilde-rung lässt sich fast auf allen erwähntenDenkmälern bald mehr bald weniger nacli-weisen: wir finden auf Sarkophagen diezwölf Thore (Apoc. 21, 12), auf Mo-saiken den Sedens super sedem (4, 2),den grossen herrlichen Thron (20, 11) unddas versiegelte Buch (5, 1), die siebenLeuchter (1, 11 f.) und vier geheimniss-vollen Wesen (4, 6 f.), die 24 Aeltesten(4, 4), das Lamm auf dem Berge (14, 1),die aus reinem Gold erbauten und mitfunkelnden Edelsteinen gezierten Mauernund Thürme (21, 18 f.), die zahllose Schaarder Auserwälilten mit Palmzweigen undKronen, angethan in weisse, im Blutedes Lammes rein gewaschene Gewänder(7, 9. 14) etc., und für geradezu inspirirtvon Apoc. 7, 9 und 21, 2 f. gilt das Mo-saik des Triumphbogens in S. Prassede(vgl. de Rossi Musaici crist. und MüntzRevue arch. 1874, XXVII 172—177). Wasnoch die Darstellung des ,himmlischenJerusalem* auf dem classischen Mosaikder Tribuna von S. Pudenziana betrifft,so ist de Rossi der Behauptung Bianchini’snicht abgeneigt, nach welcher der Künstlerdabei die wirklichen Gebäude des VicusPatricius, in dem, wie bekannt, die Fa-milie Pudens wohnte, zum Muster ge-nommen hat (Bull. 1867, 58 ff. und seineletzte Publication in den Musaici crist.,wo er die hinsichtlich des Darstellungs-objectes noch bis in die neueste Zeitverbreiteten Irrthümer endgültig wider-legt hat).

Schliesslich mag noch erwähnt werden,dass nach Müntz (Rev. archeol. 1875, 274,Anm. 3) Barbet (Les Mosa'iques ehret. 3)auf dem Mosaik von S. Costanza ( GarrucciIV, tav. CCVII *) das erste Beispield e r S. sieht, indem er auf die grosse Ein-fachheit derselben und das hohe Alterdes Mosaiks hinweist. Beides ist wahr:die Gebäude, welche die S. repräsentiren,sind einfachen Schafställen nachgebildet,ähnlich denen, welche man beispielsweiseauf einem lateranensischen Sarkophage(Garrucci TV, CCCCI 10 ) sieht; und gegendas hohe, ja höchste Alter des Mosaiks(aus der Zeit Constantins) kann heute

Niemand mehr einen Widerspruch erheben;dessenungeachtet wird man sich aber inBetreff der Priorität der S.-Darstellungenzu der Ansicht des P. Garrucci bekennenmüssen, welcher das schon oben heran-gezogene Goldglas für das älteste dies-bezügliche Monument hält; hier hat wederder Heiland noch die beiden Apostelfürstenden Nimbus, und die S. lassen an Einfach-heit auch nichts zu wünschen übrig (vgl.Garr. Vetri 84 und Bull. 1. c.) wilpert.

STATIO. Das Wort kommt in der christ-lichen Litteratur zuerst im Pastor Hermae(Sim. V 1) vor, und es bezeichnet daselbstFasten, bez. Fasttag. Wie wir durchTertullian (De ieiun. c. 2. 14) weiter er-fahren , galten als Stationsfasttage derMittwoch und der Freitag, und war dasFasten an diesen Tagen oin Semiieiunium(ib. c. 13), dauernd bis zur neunten Stundeoder bis drei Uhr Nachmittags (ib. c. 2.10; Epiph. Expos, fid. c. 21; Prud. Clem.Peristeph. II. VI; Catliem. II. VIII). DieseDauer war wenigstens in der Kirche üb-lich. Bei den Montanisten dagegen er-streckte sich das Stationsfasten bis zumAbend oder auf den ganzen Tag (Tertull.De ieiun. c. 1). Ebenso machten diese dieUebung Allen zur strengen Pflicht, wäh-rend die Kirche jedenfalls in der frühemZeit ihre Beobachtung nicht erzwingenwollte, wenn sie auch später gegen dieZuwiderhandelnden mit Censuren ein-schritt (Can. apost. c. 69). In der abend-ländischen Kirche hatte es übrigens beiden zwei genannten Tagen nicht sein Be-wenden. Seit dem 3. Jahrh. wurde den-selben hier als Fasttag auch der Samstagheigesellt. Nach Hieronymus (Ep. 71 adLucian. c. 6) schrieb bereits Hippolyt überbez. für die Praxis. Etwas später er-wähnt sie Victorin von Pettau (De fabricamundi). Papst Innocenz I vertheidigt siein seinem Schreiben an Decentius vonEugubium (c. 4). Augustinus (Ep. 36 adCasul.) aber bestritt ihren obligatorischenCharakter, als ein römischer Schriftstellereinen solchen geltend machen wollte. Diegriechische Kirche ging noch weiter, in-dem sie das Fasten am Samstag geradezuverbot, den Charsamstag allein ausgenom-men ( Const. apost. V 15. 20).

Was den Grund anlangt, aus dem anden angeführten Tagen gefastet wurde,so führen die Väter an, dass der Herram Mittwoch verratlien wurde und amFreitag starb (Const. apost. V 15; Petr.Alex. Ep. can. c. 15; Epiph. Expos, fideic. 21; Rufin. Hist, monach. c. 7). Zur Be-gründung des Samstagfastens bildete sichnach Augustinus (Ep. 36, c. 9, n. 21) dieSage: der Apostel Petrus habe, als er an