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Sta'jpotpuXotS — Steine.
Anfang des 5. Jahrli. In Rom war dafürDraeonarius gebräuchlich, ein aus derMilitärsprache herübergenommener Ter-minus (s. d. Art. I 378). künstle.
STAYPOOTAAS. Wie es in den Kir-chen, welche kostbare Reliquien besassen,sog. Custodes martyrum oder Martyrariigab, so hatte man in Jerusalem zu einemähnlichen Zweck einen 2., dem es oblag,das hl. Kreuzesholz in der Auferstehungs-kirche Anastasis zu bewachen. Der älteste2., dessen die Geschichte gedenkt, ist derhl. Porphyrius, der um das J. 421 als Bi-schof von Gaza starb (vgl. Borgia De cruceYatic. 54, not. und die Vita s. Porphyr,bei den Bollandisten zum 26. Febr.). Der-selbe Terminus in der Ueberschrift einerim Manuscript erhaltenen Rede aus derBibliothek Barberini: Chrysippi presbyteriHierosolymorum et staurophylacis sanctaeresurrectionis; und Ducange citirt einen 2.,der, nachdem der Bischof Elias von Jeru-salem in die Verbannung geschickt war,zu seinem Nachfolger ordinirt wurde: Eliasepiscopus Hierosolymitanus . . . exilio tra-ditur, et pro eo Ioannes cracis custos epi-scopus ordinatur. künstle.
STEHEN, s. I 557.
STEINBOCK, s. d. Art. Mythologie derchristlichen Kunst II 462.
STEINE, geschnittene. Das Gravi-ren edler S. ( caelatura, smlptura, Glyp-tik von yX6?sw, aushöhlen —• daher dieWissenschaft dieser Dinge Gemmoglyp-tik, Lithoglyptik, Daktyliogra-phie, von SoxtuXoj, der Finger, wegender gewöhnlichen Verwendung dieser S.als Ringschmuck) war seit den ältestenZeiten in Uebung und lange vor Griechenund Römern von den asiatischen Cultur-völkern geübt. Die Gemmen (Edelsteine,gewöhnlich von 7 e|xsiv [?], voll sein, abgelei-tet) wurden entweder vertieft ( getnmaeinscalptae, diaglyphicae, vom ital. intagliareauch Intaglien genannt) oder erha-ben (gemmae caelatae, exscalptae, ectiypae,anaglyphicae, C am een, wol von der von■den Alten chama genannten Gienmuschelso bezeichnet) gearbeitet. Für die Tech-nik des Verfahrens muss hier auf dieeinschlägige Litteratur verwiesen werden.Der Gemmenschnitt bewährte sich sowolan dem eigentlichen Edelstein (seltendem schon ohne Schnitt so schön wirken-den Rubin, öfter dem Smaragd, dem sog.Plasma de smeraldo, Beryll oder Aqua-marin, dem Saphir, d. i. unserm Lapislazuli, dem Chalcedon, Topas, Amethyst,Hyacinth), als in den sog. Halbedel-steinen oder edleren Ilorn st einen I
(so am Carneol, in welchem die bestenWerke des Tiefschnitts ausgeführt sind;weiter dem Onyx, in welchem namentlichdie vortrefflichsten Erzeugnisse des Hoch-schnitts gelangen, dem Sardonyx, Jaspis,Achat, Sarder; weiter am Obsidian, Gra-nat, Türkis, Nephrit, Heliotrop, Quarz,Präs, Bergkrystall, zuweilen auch amFeldspath-Opal oder dem Mondstein u. s. f).Auch Korallen, Speckstein, Tuff und Lava•wurden im Alterthum schon wie jetzt ver-werthet. Man vgl. über die Verarbeitungder Edelsteine und diese ganze technischeSeite der Sache jetzt besonders die ver-dienstvolle Arbeit Hugo Blümners Techno-logie und Terminologie der Gewerbe undKünste bei Griechen u. Römern, Leipzig1884, III 227—322. Ferner C. W. KingThe Natural Ilistory of Gems, or semi-precious stones, London 1870.
Der Gebrauch edler S. bei den altenChristen ist durch die Schriftsteller derersten Jahrhunderte hinlänglich bestätigt;man vgl. d. Art. Ringe II 694, wo dieZeugnisse vorgelegt sind. Die Verwendungzur Ausfüllung der Fingerringe kam zwei-felsohne am meisten in Betracht; aberdaneben dienten sie auch zum Schmuckanderer Gegenstände. Vermuthlich bedien-ten sich auch reiche Christen der vonPlinius (XXXVII 6) erwähnten, mit Ca-meen besetzten Trinkgefässe (gemmatapotoria), obgleich uns deren nicht erhal-ten sind. Seit den Tagen Constantins oderTheodosius’ aber wird allmälig das Kreuzimmer häufiger mit Edelsteinen geziert:so sehen wir die Crux gammata öfter ab-gebildet (vgl. die S. 234 f. aufgeführtenDenkmäler), und einzelne Exemplare sol-cher Kreuze aus der spätrömischen, bez.byzantinischen Zeit haben sich noch er-halten , so im Museo cristianc zu Rom.Auch die Sitte, Gräber der Heiligen mitEdelsteinen zu schmücken, geht wol nochin den Ausgang unserer Periode zurück,wenigstens darf man das aus der Analogiedes Schmuckes von Sarkophagen mit kost-baren Metallen scliliessen (vgl. den Trieri-schen Fund des Paulinusgrabes). Im MA.ist diese Ausschmückung von Gräbern (vgl.Fr. Creuzer Zur Gemmenkunde. Antike ge-schnittene S. vom Grabmal der hl. Elisa-beth, Lpz. u. Darmst. 1834) und Roliquia-rien sehr üblich: so des Dreikönig-Schreinszu Köln (vgl. I Vogel / Samml. der prächti-gen Edelgesteinen, womit der Kasten derdreyen heiligen Königen in der Erzdom-kirche zu Köln ausgezieret ist. (Mit Ab-bildung des Kastens und 226 der darinbefindlichen geschnittenen S.| Bonn 1781),dann heiliger Gefässe und Reliquiarien desalten Domschatzes zu Troyes (Gaylus Re-cueil d’antiq. V, pl. LII), von Bildern und