Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Steine.

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Reliquiarien in St. Denis (vgl. Tresor des. Denys 102), in St. Albans {Matth. Paris.Vit. abbat. p. 26, wo die Ausschmückungdes Feretrum des Mönches Anketil mitGemmen ausführlich erzählt wird), derPala d’ oro in Mailand (um 850, wo VOTVRIADE, also ex voto eines LombardenRiada [?], unter anderen kostbaren Stei-nen auch einer mit der Widmung 0YPA-N1A HPA AMMCüNIOC ANE9HK6N £11 AIA-6C0 angebracht ist; vgl. de Rossi Bull.1864, 7. 19. 20), einer ähnlichen Pala zuVenedig, der Phylakterien in dem be-rühmten , Tresor de Conques 1 (Didron Ann.arch. 1860), der Gemälde in der ,Vezellede chapelle 1 Ludwigs, Herzogs von Anjou(1365), des Schreins König Eduards desBekenners (Patent Roll 51 of Henry III)und andere Beispiele, über welche KingHist, of the Glyptic Art 156 zu verglei-chen ist; ferner de Rossi Bull. 1870, 49.

Die Christianisirung heidnischer bez.profaner Gemmen, d. h. die bewusste odermissverständliche Bezeichnung derselbenals christlicher, ist durch eine Reihe vonBeispielen festgestellt, welche King a. a. O.139 f. erwähnt. So constatirt er die Exi-stenz einer Caracalla-Gemme mit der Bei-schrift I1£TP0C (Bosanquet - Collection).Die Mönche von Durham verwendeteneinen Stein mit dem Kopf des IuppiterFulgurator als Siegel ihrer Abtei, indemsie ihr die Bezeichnung CAPVT SANCTIOSWALDI beisetzten. Serapisbilder wer-den öfter für Christusbilder angesehen■worden sein — schon vor Rossmann undStoltzmann hat King a. a. 0. 141 den Satzausgesprochen, aller Wahrscheinlichkeitnach habe sich aus diesem Serapis-Typdas Christusbild der byzantinischen Kunstentwickelt (vgl. dagegen den Art. JesusChristus II 28). So wurde auch der wun-dervollste Cameo zu Paris, die Apotheoseder Augusteischen Familie (Gemma Tibe-riana) in der Ste. Chapelle, lange Zeit alseine alte Darstellung der Herrlichkeit Jo-sephs in Aegypten angesehen, währendein anderer Stein mit dem Zwiste Neptunsund Minerva’s Ludwig XIV noch 1685 alseine Darstellung Adams und Eva’s imParadies vorgestellt wurde. Der jetzt imk. Cabinet zu Petersburg befindliche, 1795aus der Abtei St. Germain des Pres ent-schwundene Cameo mit Alpheus und Are-tho galt als der Trauring Maria’s und alsmit ihrem und Josephs Bild geschmückt.Man vgl. dazu noch das Kapitel Estima-Hon of Camei in the Middle Ages beiKing Antique Gems and Rings II 9.

Die wichtigsten Gemmensainmlun-gen (vgl. King The Handbook of engravedGems 218 f.; ders. Ant. Gems and Rings11 38) sind: das British Museum, na-

mentlich reich an gnostischen Steinen (ca.200), aber auch an altchristlichen vielleichtreicher als irgend eine andere Sammlung;ein grosser Theil der S. ist von King inseinen verschiedenen Publicationen (s. u.)veröffentlicht worden; Sammlung des Hrn.Drury-Fortnum (s. d. Art. Ringe II700); das Cabinet der Uffizien zu Flo-renz; das Museo cristiano im Vati-can — ob die zum Theil eingegangeuenbez. zerstreuten Sammlungen Ludovisi,Strozzi, Azara christliche Steine be-sassen, ist mir unbekannt —; die Samm-lung der Propaganda (enthält aus derColi, des Cardinais Borgia eine Anzahlguter, christlicher S., Abraxen etc.); dasCabinet des Museo nazionale (ehern.Burbonico) zu Neapel; die Bibliothekzu Ravenna (Le Blant Une collection depierres gravees de la bibl. de Ravenne, Rev.archeol. 1883, 299); das Cabinet desmedailles et antiques an der Bi-bliotheque nationale zu Paris, — haupt-sächlich durch seine Cameen, wenigerdurch Intaglien bedeutend (vgl. ChabouilletCatalogue gen. et raisonne des camees etpierres gravees de la bibl. imp. etc., Paris1858 u. ö.); der Catalog Chabouillets ver-zeichnet nur drei altchristliche Stücke(n. 2165—2167), dazu eine grosse Anzahlgnostischer S. (n. 2168—2255). Die Samm-lung des Herzogs de Luynes ist seitherin das Cabinet des antiques aufgenommen.Das kaiserliche Cabinet zu Wienbesitzt 262 Cameen und 949 Intaglien,von denen eine grosse Anzahl durch Eckhel(Choix de pierres gravees du cabinet imp.des antiques etc., Vienne 1788) und Ar-neth bekannt gemacht wurden. Bei Wienbesitzt Herr Tobias Biehler eine be-rühmte Sammlung von Gemmen (Catalog1871), unter welchen der von Wieselet■ be-arbeitete Cameo mit dem Triumph Con-stantins hervorzuheben ist (Wieseler Uebereinige bedeut, geschn. S. des 4. Jalirh., inAbh. der k. Ges. der Wissensch. zu Göt-tingen XXX, 1883). Das k. Cabinet imHaag hat gleichfalls eine grosse Gemmen-sammlung; ob christliche, ist mir unbe-kannt. Sehr bedeutend ist dann diejenigezu Berlin, welche schon vor Jahrendurch Tölken catalogisirt wurde (Erklär.Verzeichniss der ant. vertieften S. der k.preuss. Gemmensamml., Berlin 1835) unddamals 4490 Gemmen nebst 848 Pastenbesass; darunter befanden sich eine An-zahl christliche und gnostische. Endlichist die kaiserl. Sammlung in St. Peters-burg zu erwähnen, über deren christ-lichen Bestand nichts mitgetheilt ist.

Eine Gesammtpublication christlicherGemmen liegt nicht vor; sie sind entwe-der nur gelegentlich, wie in den Werken

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