Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Stelen und Cippen.

donna mit Kind, davor eine vielleicht einender Magier repräsentirende Figur, und einerbärtigen Greisengestalt, vor der eine kleineweibliche Figur in flehender Stellung —Christus und die Kananäerin?

Einige Gemmen publicirte AllegranzaOpusc.; so p. 11, ausser dem oben er-wähnten: Sardonyx bei Grassi in Mailand,mit dem Pastor bonus, ACO und IX8YC;p. 166: Ringstein aus Cremona; p. 177:Lapis lazuli in Venedig, mit dem gutenHirten zwischen den Aposteln, oben C0A1,unten nicht erklärte Charaktere.

Von den meist unedirten Steinen desBritish Museum hebe ich nach den imJ. 1878 von mir genommenen Abdrückennachfolgende Darstellungen kurz hervor:

Sehr rohe Kreuzigung: Christus ohneKreuz, mit Nimbus, zwischen Maria und

Johannes. — Monogramm — Adam

und Eva im Paradies. — Fisch, danebenein Oelzweig und ein Stab. — Drei figu-renreiche Pastoralscenen: der gute Hirtinmitten seiner Heerde; zweimal mit Jo-nas, der aus dem Schiff ausgeworfen ist.

— Kreuzförmiger Anker über einem Fisch,auf einem Arme des Ankers sitzt eine

Taube; Inschrift: IIICOY(c) j ^ || —

Anker, um den sich der Delphin windet;Inschrift: 61HTYNXAN0Y. — Anker mitzwei Fischen und Oelzweigen, zwei Täub-chen sitzen auf dem Querbalken. — GuterHirte mit zwei Lämmern neben sich, einemauf der Schulter; Stern und Mondsichel.Inschrift: IAI1N (?). — Guter Hirt mitLamm auf der Schulter, eines zu Füssen,unter einem Baume mit zwei Vögeln. —Anker mit zwei Fischen. — Anker mitkleinem, das Monogramm imitirendemQuerbalken, zwei Delphine zur Seite;ringsum die Buchstaben P L A. — Taubemit Oelzweig auf einem Fisch, neben ihr

das^)\^und die Beischrift RVFI (Name

des Besitzers). — Heiliger mit Nimbus inlanger Tunica, auf einem Krokodil stehend,einen Fisch über seinem Kopf haltend. —Hand, welche einen Palmzweig hält, dar-über das^>(^, unten MNI1M || NCVC || 0.

— Schöner Olivenkranz, in welchem das1X0 || VC eingeschrieben.

Selbstverständlich haben auch die christ-lichen Kaiser und Fürsten gleich ihrenheidnischen Vorgängern fortgefahren, mitgeschnittenen Steinen einen namhaften Lu-xus zu treiben. Ein berühmtes Beispiel

dieser Liebhaberei bietet der schöne, einstdem Marchese Rinuccini gehörende, 53 Ka-rat wiegende Saphir mit der Jagd desConstantius (337—361) und dem Namendes von ihm erlegten Ebers SI<I>IAC. Diegermanischen Könige übernahmen die Sitte,wie die Ringsteine mit den Namen Ala-richs ( Rollet Taf. 1 2a ) und Attila’s (ebd.S. 326) beweisen. Die Verwendung an-tiker Gemmen als Siegelringsteine im MA.ist bereits erwähnt worden: es mag nochdaran erinnert sein, dass König Pipin miteinem Ring siegelte,, der den indischenBacchus, Karl d. Gr. mit einem solchen,der den Kopf des Iuppiter Serapis bot.Zu den in dem frühem MA. geschnittenen,höchst seltenen Steinen zählt die Gemmemit dem Kopf der K. Richildis, der Ge-mahlin Karls des Kahlen.

Zur Litteratur vgl. ausser den imText angeführten Werken: Millin Intro-duction ä l’etude de l’archeol. des pierresgravees et des medailles, nouv. ed. parDatier etc., Paris 1826; ders. Pierres gra-vees inedit., Paris 1817. King Handbookof engraved Stones, London 1866; ders.Antique Gems and Rings, 2 vols., London1872; ders. The Gnostics and their Ite-mains, London 1864; ders. Early ChristianNumismatics and otlier antiquarian Tracts,London 1873. Kluge Hdb. der Edelstein-kunde, Leipzig 1860. Besonders RolletGlyptik, in Buchers Gesell, d. techn. Künste,I 273 ff., Stuttg. 1873, welch Letztererauch eine grössere Gemmenkunde in Aus-sicht stellt. M. A. Levy Siegel u. Gemmenmit aram., phönic., althebr., himjat., na-batäischen und altsyr. Inschriften, Bres-lau 1869. KRAUS.

STELEN und CIPPEN, mit an der Haupt-seite oder an mehreren Seiten angebrach-ten Inschriften, sollten die Stelle bezeich-nen, wo Todte ruhten. In Africa undvielen Theilen des Orients, wo auf Areenunter freiem Himmel begraben wurde, ha-ben die Christen diese bei den Heidenso gebräuchlichen Denkmäler gleichfallsadoptirt. Eusebius II. e. II 23 spricht vonder zu Jerusalem auf dem Grab des Apo-stels Jacobus errichteten Stele. De Rossi(Bull. 1875, 167 f., tav. XII 2 - 3 ) hat zweiafricanische Stelen publicirt, auf denen NO-| MINA MARTYRVM, und auf dem einendas Natale der Märtyrer, auf dem andernder Name dessen, der den Stein errichtet,verzeichnet sind. In Ansehung der denChristen in Africa bei ihrer Begräbniss-weiso sub dio auforlegten Vorsicht ist deRossi der Ansicht, dass diese Stelen, oderwenigstens deren Inschriften, erst nachdem Frieden von 312 angebracht wurden.Derselben Zeit weist er (R. S. III 436)