Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Stellionatus — Stephanus.

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eine sehr merkwürdige Stele mit dem Na-men zweier Märtyrer von Yieenza ca. 300(BAEATI MART || YRES || FELIX ET ||FORTVNA || TYS) zu, welche bereits Giov.da Schio (Le antiche iscrizioni di Yieenza91. 92) veröffentlicht hatte und wozu erdie Bemerkung macht, dass der t.t. BAEATIauch in einer Mailänder Inschrift, welcheder Zeit Diocletians nahe stehe, vorkommt(Bull. 1864, 31; 1874, 103 f.).

In Rom musste der Gebrauch von Ste-len in den Katakomben völlig überflüssigerscheinen und er hat sich auch auf denAreen unter freiem Himmel hier nichtrecht eingebürgert. De Eossi (R. S. III436)bemerkt, dass er auf dem unter freiemHimmel liegenden Coemeterium von S. Cal-listo keine Stele gefunden habe; an derYia Appia und auf anderen Coemeterienbei Rom fand er einige wenige Beispiele,die in ein sehr hohes Alterthum hinaufzu reichen scheinen (I. c. und Bull. 1872,98—100; 1873, 52. 74). Auch in Ravennalieferte die Nekropolis beim Hafen Bei-spiele, wie die mit dem guten Hirten ge-zierte Stele, welche MEMORIAE ANTI-FONTI gewidmet ist (Bull. 1879,102—106,tav. VII). Eine andere, welche vordemeinem heidnischen Begräbnisse gedient,s. ebd. 109.

STELLIONATUS hiess jede Art des Be-trugs oder der Verfälschung, nach derschillernden Sterneidechse ( stellio, d. i. La-certa gecko L.). Vgl. TJlpian. Dig. XLVII,20, 3. Ueber die Bestrafung desselben s.Cod. Theodos. IX, 21, 1; IX, 22, 1; dazuBingham VII 482 f.

STEMPEL, s. Ringe II 694 f.

STEPHANUS, der erste Märtyrer.

I. Feste, s. d. Art. Feste I 498 f.

II. Bildliche Darstellungen. Dasälteste Bild von ihm findet sich auf einemGoldglase (Buonarruoti Vetri, tav. XVII 1 ,besser bei Garrucci Vetri, tav. XX 3 ), woer mit einem gegenüber sitzenden Heili-gen, wahrscheinlich dem hl. Laurentius,von Christus mit Nimbus einen Kranz er-hält. Die Inschrift, welche nach der AnsichtGarrucci’s (Vetri 124) bei der gegenüber-sitzenden Figur stehen müsste, lautet: ISTEFANVS. Ein Sarkophag aus der Kryptavon S. Victor, jetzt im Museum zu Mar-seille (Millin Midi de la France, pl. LVII 3 ),zeigt den Heiligen, wie er predigend vordrei Personen steht, von denen die nächst-stehende in der Rechten einen Stein, inder Linken ein Schwert hält. Bei Gori(Thes. vet. diptych. III, tab. XV) findetsich eine vergoldete Broncetafel, welcheeinen andern Zug aus seinem Martyriumzeigt: der hl. S. blickt gegen Himmel, von

dem herab Christus, durch eine Hand inden Wolken versinnbildet, die Strahlenzu ihm hinabsendet (ecce video coelos aper-tos et filium hominis stantem a dextris Dei,Act. 7, 55). Hinter dem Haupte des Hei-ligen erblickt man das Werkzeug seinesMartyrerthums, sieben Steine (durch dreiSteine ist auch in den alten Runenkalen-dern sein Fest bezeichnet; Abbild, beiCahier Caracterist, des Saints 159, i. v.Calendrier). Die beistehende Inschriftlautet: CTEOANOC AI0OBOAE1TA: derhl. S., der gesteinigte (s. uns. Fig. 467). BeiGori (III 136) findet sich eine Elfenbein-tafel, welche als Deckel für eine Reliquiedes heiligen Kreuzes zu Cortona gedienthat. Gegenüber dem hl. Johannes Evang.

Fig. 4C7. Broncetafel (Gori Thes. vet. Dipt. III,tab. XV).

steht hier der hl. S., die gefalteten Händeehrerbietig nach der heiligen Reliquie hin-gerichtet. Eine musivische Darstellungstellt ihn als Diakon, aber nicht in Dal-matica, sondern in Tunica und Pallium,mit dem Evangelienbuch als dem entspre-chenden Attribut dar. Es ist die in S. Lo-renzo in agro Verano aus dem Jahre 578.Das Buch, welches er offen mit der Linkengegen die Brust hält, trägt die Worte:adhaesit anima mea (Ps. 72, 9), wol nicht,wie Martigny i. v. annimmt, als Ausdruckseiner Anhänglichkeit an das Evangelium,sondern als Anspielung auf die Antiphonj seines Officiums: adhaesit anima post te,| quia caro mea lapidata est pro te, Deusmeus, und also zugleich als Hinweisungauf sein Martyrium und dessen Art und