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Zweiter Band. I - Z.
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Taube.

über den Namen der beiden Dahingeschie-denen BENERIA • SABBATIA befinden(de Rossi Inser. Christ. I 421; Bull. 1864,11). Hierher gehören auch Darstellungender T., wie sie aus einem Gefässe trinktoder an Weintrauben pickt, oder, wie aufeiner Lyoner Inschrift, zwei Tauben, Ge-treidekörner im Schnabel haltend ( Bois-sieu Inscr. de Lyon 581), um die Seeledarzustellen, wie sie sich an den Früch-ten des ewigen Lebens nährt. Aug. Conf.IX 3, von seinem verstorbenen FreundeNebridius sprechend: iam ponit spiritualeos ad fontem tuum, Domine, et bibitquantum potest. Ygl. d. Art. EucharistieI 438, Fig. 144.

Die T. mit dem Oelzweig sinnbildet denewigen Frieden der Seele ( Bottari II 42;

Fig. 478. Tauben mit Oelzweig (vgl. Bottari II 42;Muratori 1890, 7; de Kossi Ichthys 17).

Muratori Thesaur. p. 1890, n. 7; de Rossi’h/iluj 17), so oft in den Katakomben,offenbar gleichbedeutend mit der sehr

bol gebraucht, wie folgende Stelle ausPrudentius Cathem. liymn. III 166 an-deutet :

tu mihi, Christe, columba potens,sanguine pasta, cui cedit avis.

Auf einer Lampe aus dem Coemeteriumder hl. Katharina in Chiusi ( Cavedoni Ci-mit. Chius.) sieht man eine T. mit demOelzweig, darüber ein Kreuz. Diese Dar-stellung mit den doppelten Attributen desFriedens und der Erlösung kann sich nurauf Christus beziehen, von dem es Kol.1, 20 heisst: pacificans per sanguinemcrucis eius, sive quae in terris sive quaein coelis sunt.

Wie uns Paulinus von Nola (Ep. 12 adSever.) ausdrücklich berichtet, stellte manunter diesem Sinnbild auch die Aposteldar, besonders in der Weise, dass manzwölf Tauben um ein Kreuz herum grup-pirte. So, allerdings aus späterer Zeit,auf einem Mosaik in S. Clemente zu Rom(Bottari I 118). Nach Paulinus Nol. 1. c.besagt die T. mit dem Kreuz auch, dassdas Reich Gottes den Einfältigen offenstehe:

quaeque super signum resident coeleste co-lumbae,

simplicibus produnt regna patere Dei.

s

Fig. 479. Gemälde in einem Arcosolinm des Praetextat (Perret X, pl. LXIV).

häufig vorkommenden epigraphischen For-mel: IN PACE, oder SPIRITVS • TVVS• IN • PACE. Und damit an dieser Deu-tung ja kein Zweifel bleibt, steht aufeiner Inschrift im vaticanischen Museumneben der T. mit dem Oelzweig das WortPAX (Marini Arvali 266). Vgl. dazu Aug.De doetr. Christ. II 17.

Eine ähnliche, auf die dahingeschiedeneSeele des Gerechten sich beziehende Sym-bolik liegt dem Gebrauch zu Grunde, anden Gräbern der Gläubigen und Märtyrerzu gewissen Zeiten Lampen in Gestalteiner T. zu brennen (Buonarruoti Vetri125); eine solche bei Fori. Liceti De ant.lucern. VI, c. 30. Auch auf Lampen vongewöhnlicher Form finden sich oft Taubenauf der obern Scheibe offenbar in der-selben symbolischen Bedeutung (s. d. Art.Lampen II 267 und Fig. 149. 167; vgl.Beilori Antiche lucerne III, tav. XXVIund Ällegranza Mon. di Mil. tav. I).

Auch für Christus wird die T. als Sym-

Derselbe Sinn liegt einem Fresco aus demCoemeterium von Praetextat zu Grunde(Perret I, pl. LXIV; s. uns. Fig. 479).

Die Gläubigen überhaupt sollen mahnenentweder an die Taufe, durch die sie wie-dergeboren wurden, Darstellungen wie einMosaik zu Ravenna (5. Jahrh.), wo Tau-ben aus einem Wasserbecken ihren Durststillen (Ciampini Vet. mon. I, tab. LXV),oder an den göttlichen Trank der hl. Eu-charistie, an dem sie theilnehmen, so aufdem berühmten Sarkophag des hl. Am-brosius zu Mailand, wo zwei Tauben auseinem Kelch trinken (Ällegranza, tav. VI 2 )-Aehnlich vielleicht auf einem africanischenEpitaph, wo zwei Tauben auf einer Urnesitzen (Corp. Inscr. lat. VIII, n. 9271).

Als Symbol des Martyriums ist die T.anzusehen, wenn sie auf Bildern von Mär-tyrern erscheint, indem sie zugleich aus-drückt, dass der Mensch nur durch denhl. Geist die Kraft erhält, für den Glau-ben zu sterben. So auf einem Goldglas