Taufe.
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Firmung vermittelst Handauflegung undSalbung (s. d. Art. Firmung I 511).
15) Sobald die Ne op hy t en, so Messensie jetzt, oder auch, besonders in der afri-canischen Kirche, Infantes, aus dem Was-ser stiegen, und natürlich noch vor derFirmung, wurden sie mit weissen Klei-dern angethan. Diese galten als dasVorrecht der mit der T. Begnadigten, alsSymbol der erlangten Reinheit und derFreilassung aus der Knechtschaft des Sa-tans, wie denn Petrus Chrysol. (Serm. 137)darauf hinweist, dass auch die Freigelas-senen ein weisses Kleid erhielten. Wiefrüh diese Sitte bereits bestand, kann nichtgesagt werden. Or^e««s(Exod.XI 7) dürfteschwerlich hiervon sprechen ( Weiss Päda-gogik 143). Doch findet sich die Sittebereits in den Martyreracten des hl. 6e-nesius. Constantin rührte nach seinerT. den Purpur nicht mehr an, sondernstarb in seiner Taufkleidung. Der Todinnerhalb der Octave der T. (in albisobire) — denn so lange trug man dasTaufkleid (woher die ganze OsterwocheAlbae liiess) — galt als grosses Glück.Seitdem das Christenthum öffentliche Re-ligion geworden, trugen die Neophytendieses Kleid die ganze Woche ( Pallad.Vita Chrys. XIII 34; Gregor. Tur. Hist.Franc. V 11). Sah man deshalb Jemandöffentlich im weissen Kleide, so frug mansofort: wer hat dich getauft? ( MoschusPrat. spir. 207.) S. über diesen Ritus dasumfassende Material bei VicecomesY 6—15.
16) Während die genannte Sitte in derganzen Kirche, im Orient wie im Occi-dent, üblich war, finden sich viele andereCeremonien nur in einzelnen Kirchen.Vielfach trugen dieNeophyten eine Stirn-binde, um den Theil des Hauptes, dermit dem lil. Chrisam gesalbt war, vor Be-rührung mit der profanen Welt und vorVerunreinigung zu bewahren. Sehr altist dies nicht und scheint auch nur imAbendlande gebräuchlich gewesen zu sein.Vielleicht ist nämlich Pseudo-Athanasius(Basilius von Seleucia?) In paseha n. 5(II 457) nicht hierher zu beziehen. Derdem hl. Augustin zugelegte Serm. 376, 2,welcher die Abnahme der Binde als Frei-erklärung auslegt, ist wol unecht. Somitmöchte Joh. Diacmus der Aelteste sein,aus dem der Gebrauch des Linteum, undzwar gerade zu Rom, nachweisbar ist. BeiGregor d. Gr. (V, ep. 7) heisst die BindeBirrus albus. Später (im MA.) wurde aufdas Velamen, meist Chrismale (so übri-gens wurde auch das Gefäss zur Aufbe-wahrung der Eucharistie genannt und wol?? unterscheiden von Chrismarium, dasHefäss für das Chrisma oder auch fürReliquien, s. Ruinart zu Greg. Tur. Mirac.
s. Mart. IV 32), auch Cappa, Galla ge-nannt ( Chardon 1. I, s. 1, p. 2, chap. 10),grosses Gewicht gelegt. Vgl. z. B. überdie T. des Normannenkönigs GuthormWeiss Alfred d. Gr. 251.
17) Im Orient finden wir dafür, wenig-stens später, die Umgürtung der Len-den. Die Symbolik hievon ist selbstver-ständlich (s. Assemani II 149; III 68. 91.157. 189 u. ö.) Indes reden auch Hiero-nymus (Ep. ad Fabiolam) und Isidor (Lev.c. 19) in ähnlichen Ausdrücken, die immer-hin nicht deutlich genug davon sprechen.Nur das Pontificale des Egbert von York(Martern I 2, a. 4, ordo 1) aus dem8. Jahrh. weist diesen Ritus sicher auf.
18) Wieder bloss orientalische Sitte sinddie Kränze oder anderer Schmuck desHauptes, welche nach Chrysostomus (Illum.
I 1; I Kor. 12, 7; Act. ap. I 8 de Joseph)zum Zeichen der Freude, zur Erinnerungan die erlangte Würde eines Getauften,zur Ermunterung, nichts dieses erhabenenStandes Unwürdiges zu begehen, den Neo-phyten aufgesetzt wurden. Die orienta-lischen Ordines haben diese Sitte allgemein(Assemani III 90. 112. 120. 157. 173. 180.231). Später scheint sie, aber vereinzelt,auch im Abendlande vorgekommen zu sein.So auf einem Taufbilde in Neapel (beiMahillon Iter), nach Durand (Rat. VI 82)in Narbonne.
19) In manchen abendländischen Kirchenfinden wir die FussWaschung (s. d.Art. Waschungen n. 6). In Verona, undwie es scheint nur hier, gab man den Neo-pliyten ein Geldstück ( Zeno I 14, 4;
II 35), worüber sehr verschiedene Aus-legungen versucht worden sind ( VicecomesBapt. V 19; Casalius Vet. rit. 44; AugustiArchäol. VI 387; Siegel Handb. d. Alterth.IV 515).
20) In Africa wurde schon seit Ter-tullians Zeit (Cor. 3; Marc. I 14) den In-fantes Milch und Honig dargereicht, zumZeichen, dass sie nun in das von Milchund Honig fliessende Land der Verheissung(Ex. 3, 8. 17) eingegangen seien, und umihnen zu sagen ( Aug. In Ps. 130, 13), dasssie noch keineswegs vollendet seien, son-dern noch wahre Kindlein im Geiste. InRavenna ( Chrysol . Serm. 73) und Verona(Zeno II 43) ist diese Sitte nicht nach-weislich, wie Manche glaubten, wohl aberin Rom (Sacram. Gelas. I 318; Gregor.II 505; Acta s. Agnetis). Schwerlich kannman sie auch aus Clem. Alex, für denOrient in Anspruch nehmen. Auch derCan. apost. 3 darf nach Can. arab. 36s. Ilippolyti nicht hierher bezogen werden.Es war vielmehr eine ausschliesslich imAbendlande übliche Sitte (Ilieron. In Ies.
155, 1), obwol zu andern Zwecken auch