Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Taufe.

Ravenna sehr ähnlich ist; nur ist dergöttliche Heiland von bärtigem Typus.Neben dem Engel, der aus den Wolkenhervorragt, steht ein Hirsch am Wasser,aus dem er trinkt: ein sicherer Beweisfür die Beziehung der Scene auf die T. derGläubigen (s. d. Art. Hirsch I 666). Aufdem Bilde im Coemeterium des hl. Ia-nuarius in Neapel ( Garrucci tav. XCIV,p. 109 u. 110; 2. Hälfte des 8. Jahrh.)stehen zwei Engel mit den Kleidern amUfer des Flusses. Bemerkenswerth istnoch, dass vom Himmel selbst Strahlen-büschel auf Christus, der wie in einemGraben steht, fallen, in denen die Taubeniederfliegt, und dass der hl. Johannesnicht den Taufact vornimmt, sondern beideHände bis zur Schulter erhebt und genHimmel schaut (vgl, Le,fort Chronol. despeint. etc. in den Mel. d’hist. et d’arch. del’ecole franQ. de Rome, 1883, 192—196,beide bei Strzygoicslci Taf. II 4 - 6 ). DasSujet findet sich ebenfalls mit der Bethei-ligung der Engel noch in einzelnen histo-rischen Cyclen aus dem Leben Jesu;so ( Garmcci tav. CCLXXX) im MosaikJohannes’ YII in einer Kapelle von S. Pie-tro und wahrscheinlich in den Fresken desPapstes Formosus, ebenfalls in S. Pietro{Münz Etudes sur l’hist. de la peint.ehret. 27). Mit Bezug auf den hl. Jo-hannes ist es erhalten als Basreliefüber dem Portal der ihm zu Ehren vonTheodelinde erbauten Kirche in Monza(Frist Mem. delle ehiese di Monza, tav. IV).Letztere Darstellung ist besonders dadurchbemerkenswerth, dass das Wasser des Flus-ses in einem Winkel bis an den Unterleibdes Heilandes emporsteigt und dass dieTaube ein Gefäss umgekehrt im Schnabelhält, aus dem Wasser auf das Haupt desHeilandes herabfliesst: eine Eigenthiimlich-keit, die nach Garrucci (I, Teorica 240 u.VI 97) sich ebenfalls auf Elfenbeinsculp-turen findet. Strzygowski hat das Reliefaus Monza Taf. VIII 1 und giebt n. 3 einvon Garrucci citirtes ähnliches Beispiel.Einen Hinweis auf die Offenbarung deshimmlischen Vaters bei der T. Christi,den wir bis jetzt noch nicht gefunden,liefert uns zunächst ein Miniaturbilddes berühmten syrischen Bibelcodex derBibliotheca Laurentiana in Florenz ( Gar-rucci tav. CXXX), wo über der Taube dieHand Gottes mit zwei ausgestreektenFingern aus den Wolken hervorragt, hin-deutend auf die Vox Patris, die bei derT. erscholl. In derselben Absicht stehtauf einer Elfenbeinsculptur ( Garruccitav. CCCCXVIII 2 ) von der Kathedra deshl. Maximianus (545—556) von Ravennaneben der Taube das Wort HATHP ge-schrieben. Hoch interessant ist dieses

Kunstwerk noch deshalb, weil auf ihmalle Elemente, die wir bisher auf den ver-schiedenen Darstellungen gefunden haben,vereinigt sind ( Garrucci VI 21). Jesussteht in Knabengestalt im Wasser, ausdem erstaunt sich umwendend (s. oben)die Gestalt des Flusses hervortaucht;ausserdem erblicken wir zwei Engel amUfer, welche die Kleider oder Tücherzum Abtrocknen halten. Hinter dem Täu-fer, der dem Täufling die Rechte auf-legt, erhebt sich ein Gebäude mit korin-thischen Säulen, nach Garrucci auf dieam Jordan errichtete Kapelle hindeutend,oder auf die sich vollziehende religiöseCeremonie. Wir haben somit hier ausdem 6. Jahrh. bereits ein Beispiel des Er-scheinens von Engeln bei der Taufscene,obschon sie in dem arianischen Baptiste-rium in Ravenna und dem Bibelcodexsich noch nicht finden. Der Anfang dieserDarstellungsweise ist demnach im 6. Jahrh.zu suchen; allgemein wurde sie erst im7. und in den folgenden Jahrhunderten undblieb stereotyp das ganze MA. hindurchauf den sog. byzantinischen Kunstwerken(vgl. Beispiele bei Corblet II 538 ff.; dieVorschrift des Malerbuches vom BergAthos ebd. II 528; besonders StrzygoicslciTaf. III ff.). Strzygoicslci 16 führt wol mitRecht diesen Gebrauch zurück auf die Idee,die Engel bei der T. Christi den Diensterfüllen zu lassen, den Pathen und Kir-chendiener bei der Spendung des hl. Sa-cramentes versahen. Die übrigen uns er-haltenen Elfenbein-Sculpturen schliessensich theils den Typen der Sarkophage (Gar-rucci tav. CCCCLIV), theils den späterenTypen an ( Garrucci tav. CCCCXLVII 3 ;Corblet 1. c. II 571). Von andern Werkender Kleinkünste, welche unsere Dar-stellung tragen, seien erwähnt: ein ge-schnittener Stein (Bull. 1877, 48—49; Gar-rucci CCCCLXXVIII 41 ; Strzygowski 14 zuTaf. II 7 zweifelt dessen Echtheit an), denP. Bruzza in der archäologischen Akademievorlegte, auf welchem die Taube, vielleichtnur wegen Mangel an Raum, auf demKopf des Heilandes sitzt; ein Oelfläsch-chen aus dem Schatz von Monza (Garruccitav. CCCCXXXIII 8 ; s. d. Art. Ool II523),ganz in der spätem Form; eine Broncc-medaille des vaticanischen christlichen Mu-seums ( Garr . tav. CCCCLXXX t5 ) mit derUmschrift: REDEMPTIO FILIYS (!) HO-MINYM (!), von de Rossi (Bull. 1869, 58),der aber deren Echtheit etwas anzweifelt,für ein Andenken an die Pilgerreise nachdem heiligen Lande gehalten; endlich einenicht publicirte Bleibulle im Besitze deschristlichen Museums dos deutschen CampoSanto in Rom, dio auf der einen Seiteden Namen +V11SICINI trügt, auf der