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Zweiter Band. I - Z.
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Taufe.

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im Wasser stehend, und zwei Wasserstrah-len fliessen aus dem Schnabel der Taubeauf dessen Haupt. Ursprung und Deutungder bisher besprochenen Darstellungenergeben sich aus dem Charakter des hei-ligen Taufsacramentes und der Monumenteauf ganz natürliche Weise: die Wieder-geburt in der heiligen T. macht den Men-schen zum Mitglied des Reiches Gotteshienieden; das Leben, das er dort em-pfängt, genährt durch die Gnadenmittelder Kirche, geht über in das ewige Leben,ist für den Yerstorbenen das Unterpfandeiner glorreichen Auferstehung (s. R. S.II 331 ff.). Dieselbe Bedeutung hat eben-falls die T. Christi; sie nimmt nach einerBemerkung de liossi’s (Bull. 1882, 90,Anm.) in der Symbolik dieselbe Stelle einauf den Sarkophagen, welche in den be-kannten Fresken in S. Callisto die T. des

Gläubigen einnimmt (s. d. Art. Eucha-ristie I 441). Um so mehr musste diesesMotiv auf den Grabmonumenten benütztwerden, als in den Sterbegebeten deralten Kirche häufig die Worte vorkamen:kenedicat te Spiritus sanctus, qui in simi-litudine columbae in flumine Jordanis re-quievit in Christo (Le Blant 1. c. pl.XXXVIII, p. 19).

Die nachconstantinische Zeit bot aberden christlichen Künstlern noch ein an-deres Feld der Thätigkeit in der Aus-schmückung der öffentlichen Cultusgebäudedes triumphirenden Christenthums. Fürdie Baptisterien konnte man offenbarkein passenderes Motiv zu Kunstwerkenfinden als die Darstellung der T. Christi.p°n jeher galt sie ja bei den Vätern als“rototjp des Taufsacramentes; denn ouapauuv Svsy.£v iirt ta va'para ep^stat (seil,phristus), d),)) Sote 8 uvap.iv autoT; ivSkivai«mapnxYp/ (Orig. Cat. in Ioan. I). Den ver-änderten Umständen entsprechend ist derCharakter des Bildes ebenfalls ein anderer,als wir ihn bisher gefunden haben; die Com-P°sition schliesst sieh mehr an die wirk-l'o-he Begebenheit an, wie sie uns die liei-’ge Schrift erzählt. Das älteste erhaltene„X.rnal dieser Art, ein Mosaik des Bapti-• e ^ u ni Ursianum (449—452 verfertigt)Onvv' enna (Garrucci IV, tav. CCXXVI.1 XXVII, p. 34 —36), zeigt uns den Hei-en ty -^ annes gestalt, mit Bart und lan-nactfT? ar ’ w * e er mit gesenktem Blickdp« t °' S an Unterleib in dem Wasseram erdan s toUt. Johannes befindet sichq„ . ,® r fies Flusses, in der gewöhnlichenLj n . V n fi Kleidung, in der verhülltenhalte 611 ! 61n m ^Ufie^ s ienien verziertes Kreuzzu Taf’ tu 1 ^' K’ esst , was Strzygoivski 10sieht ^ jedoch als Restauration an-Haun’t ? us einer Schale Wasser auf das11 des Heilandes, über dem die Taube

senkrecht herunterfliegt. In dem herab-fliessenden Wasser will Garrucci (1. c.) dieBuchstaben I X I X gesehen haben, die erJesus Christus iustus noster 1 (Ierem. 23, 6 )oder ,iustificat nos‘ liest. Beide, Christusund Johannes, haben den einfachen Nim-bus. Ausser ihnen erblicken wir noch alsdritte Figur die durch den Namen IOR-DANN als solche bezeichnete Personifica-tion des Jordanflusses: sein kräftige Man-nesgestalt, mit Schilfkranz und Rohr, ne-ben sich den umgestürzten Krug, aus demWasser hervorfliesst: Bild der Quelle desFlusses (s. d. Art. Jordan II 70). NachGarrucci ( 1 . c.) greift er sogar mit in dieHandlung ein, indem das Tuch, das er aufden Händen trägt, zum Abtrocknen desTäuflings bestimmt sei. Offenbar inspirirtvon dieser Composition ist das ähnlicheMosaik, mit welchem ein Jahrhundert spä-ter Theodoriclx das arianische Baptisteriumschmücken liess ( Garrucci tav. CCXXXXI,p. 50—51; Strzygoivski Taf. 1 15 ). Alle Ele-mente des erstem finden wir hier wieder;die Verschiedenheiten, z. B. der bartloseChristus, der Stab in der Hand des Täu-fers an Stelle des Kreuzes, die aus demSchnabel der Taube hervorgehenden Licht-oder Wasserstrahlen u. A. haben Analogaauf Kunstwerken von sicher katholischemUrsprung aus dieser Periode, so dass wirnicht mit Richter (Die Mosaiken von Ra-venna, Wien 1878, 40 u. 41) und Mothes(Die ital. Baukunst im MA. I 173) einebewusste, durch das arianische Dogma be-wirkte Verschiedenheit zwischen beidenerkennen können. Es sei noch bemerkt,dass Garrucci (Teorica 371—372) in derHandbewegung des personificirten Flusseseinen Gestus des Staunens sieht undsagt, der Künstler habe dadurch aus-drücken wollen, was eine alte Traditionberichtet: es sei bei der T. Christi einheller Lichtglanz erschienen, so dass selbstder Jordan

ad fontem refluis retro

confugisse meatibus

(Prud. Perist. VII 66 ): ein Umstand, deröfter in den Schriften der Väter erwähntwird ( 8 . hei Garrucci 1. c.). An die Stelleder Personification des Flusses in unsererDarstellung treten später ein oder mehrereEngel, welche ehrfurchtsvoll die Kleiderdes göttlichen Täuflings auf den Händentragen oder das Tuch zum Abtrocknen be-reit halten. In dieser Form ist uns die Dar-stellung erhalten in zwei Fresken derKatakomben Roms und Neapels, die beidezur Ausschmückung unterirdischer Bap-tisterien dienten. In Rom ist es das be-kannte Bild aus S. Ponziano (7.— 8 . Jalirh.),das im Uebrigen dem jüngern Mosaik aus

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