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Zweiter Band. I - Z.
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Taufkirche.

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Baptisterium) zu Ravenna, die Baptisterienvon Aix und Riez in der Provence (s. d.Art. Centralbauten I 196), das jüngst zuKarthago entdeckte Baptisterium ( de RossiBull. 1881, 125); sechseckig das von Na-varin (Griechenland) und das von Dei'r-Seta (Centralsyrien), von welchem wir inFig. 488 den Grundriss nebst dem desanstossenden Porticus nach de Vogue Syriecentrale, pl. CXYII hier beifügen; vgl.auch Fig. 489, Grundriss der mittel-

Fig. 48!). Grundriss des Baptisteriums zu Pisa.

alterlichen T. von Pisa. Der Taufbrun-nen (fons, auch piscina [s. oben] undv.oAup.'hjilpa,, Cyrill, Catech. mystag. II,n. 4. III, n. 1) hatte seine Stelle in derMitte des Baptisteriums und war eben-falls rund oder polygon; Gregor. Turon.De glor. mart. I 23 erwähnt eines kreuz-förmigen Tauf brunnens; derselbe war ausStein, gewöhnlich aus Marmor, im latera-nensisehen Baptisterium aus Porphyr undmit Silber ausgefüttert (Lib. pontif. in Sil-vestro). Aus Porphyr war auch der Tauf-krunnen aus Poitiers, welchen Dagobertnach Eroberung dieser Stadt nach St. De-nys geschenkt haben soll ( Martine De ant.eccl. rit. lib. I 1, art. 2, n. 12). In denTaufbrunnen befanden sich sieben Stufen,deren Gebrauch und Bedeutung der hl. Isi-dor (Do divin. offic. c. 24) angiebt: fonsautem omnium gloriarum origo ost, cuiusseptem gradus sunt: tres in doscensu,propter tria, quibus renuntiamur, tres inascensu, propter tria, quae confitemur;septimus vero is est, qui ot quartus, si-(nilis filio hominis, exstinguens fornacem’gnis, stabilimentum pedum, fundamentumaquae, in quo omnis plonitudo divinitatishabitat corporalitor. Als vierte Stufe wirdhier wol die Stelle, wo der Täufling imWasser stand, nicht, wie Martigng (i. v.Baptistere) meint, die Stelle des Taufen-den, zu verstehen sein. Das Wasser flossin den Brunnen mehrfach von oben her-ab ; so erblickte man im Lateran ,in labro

fontis baptisterii agnum ex auro puris-simo fundentem aquam, pensantem libras30‘, ferner ,cervos ex argento 7 fundentesaquas, qui pensant singuli libras 80‘ (Lib.pontif. in Silvestro). Ebenso floss in einemvon dem mailändischen Bischof Eustor-gius dem Jüngern im 6. Jahrh. erbautenBaptisterium das Wasser aus der Höheherab:

en, sine nube pluit sub tectis imbre serenoet coeli facies pura ministrat aquas.

Proflua marmoribus decurrunt flumina saerisatque iterum rorem parturit ecce lapis.Arida nam liquidos effundunt pergula fonteset rursus natis unda superna venit.

Sancta per aethereos emanat limpha recessusEustorgi vatis ducta ministerio.

(Ennod. Epigr. II 149, ed. Sirmondi Opp.edit. Venet. I 1145; ed. Vogel, 1885,M.-G. CCCLXXIX). Andere Denkmälermit ähnlicher Darstellung des von obenauf den Täufling herabfliessenden Wassersbei de Rossi Bull. 1876, 8—12; über dieBedeutung dieser Einrichtung für dieFrage über den alten Taufritus s. d. Art.Taufe II 833. Als Symbole des hl. Gei-stes und seiner Wirksamkeit bei diesemSacrament wurden über dem Taufbrunnenauch goldene oder silberne Tauben (s. d.Art. II821) aufgehängt (Conc. Const. [536]sess. 5 bei Hardouin II 1317; Hefele C.-Gesch. II 749). Da das Baptisterium alseigentliche Kirche consecrirt wurde, sohatte es selbstredend auch einen Altar,wie schon in dem Baptisterium des Coe-meterium s. Pontiani (s. o.) sich ein sol-cher fand. Als Patron wurde dem Bapti-sterium gewöhnlich der hl. Johannes derTäufer gegeben, so dem lateranensischen,dem katholischen von Ravenna, denenvon Florenz, Mailand, Yerona, Lyon etc.Es war dies jedoch keine unabänderlicheRegel, wie Martigny meint: das Baptiste-rium von Xocera und das arianische vonRavenna sind Marienkirchen. Zur Aus-schmückung der Baptisterien wurden aufdie hl. Taufe bezügliche Darstellungen ge-wählt. Wir erwähnten bereits die Hirsche,diese Sinnbilder der nach dem Wasserder Taufe schmachtenden Katechumenenim lateranensischen Baptisterium und indem des Coemeterium s. Pontiani; wei-tere Beispiele s. in d. Art. Hirsch I 666.Wie in dem letztgenannten Baptisteriumdie Taufe im Jordan gemalt war, so auchin musivischer Darstellung in den beidenBaptisterien zu Ravenna, während in demdes Lateran sich eine silberne Statue desVorläufers befand (Lib. pontif. 1. c.), aufwelchen auch die Inschrift auf den mitSilber incrustirten Broncethüren, einemWeihegeschenk des Papstes Hilarius (461),hinwies: IX HOXOREM S. IOIIAXNIS